Philadelphia
START 24.02.1994
DRAMA | 125 MINUTEN | USA 1993 | COLUMBIA TRISTAR
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START 24.02.1994
DRAMA | 125 MINUTEN | USA 1993 | COLUMBIA TRISTAR
Im Drama "The Dallas Buyer's Club" spielt Matthew McConaughey einen AIDS-Patienten, der im großen Stil illegale Medizin in den USA verkaufte.
Heißes Eisen!Matthew McConaughey wagt sich an ein Projekt, das seit einigen Jahren von Hollywood-Studio zu Hollywood-Studio geschoben wird, sogar Brad Pitt verbrannte sich schon die Finger daran. Kein Wunder, denn im Drama "The Dallas Buyer's Club" geht's um AIDS und illegalen Medikamentenschmuggel - nicht gerade der Stoff, aus dem wachsweiches Family Entertainment gemacht wird.
Dabei steckt hinter dem Film eine spektakuläre wahre Geschichte: die des schwulenfeindlichen Elektrikers Ron Woodroof aus Dallas, der sich 1980 mit HIV infizierte und 1986 an AIDS erkrankte. Woodroof, den Matthew McConaughey im Film verkörpern wird, zog daraufhin einen illegalen Handel mit alternativen Medikamenten auf, die er mit großem Risiko selbst in die USA einschmuggelte. Seine Abnehmer nannten sich selbst "The Dallas Buyer's Club", daher auch der Filmtitel.
Damals waren kaum Medikamente erhältlich, die die Lebensqualität eines AIDS-Patienten verbesserten. Woodroof stieß jedoch über einen afrikanischen Arzt auf ein alternatives Präparat namens Interferon, das eigentlich zur Hepatitis-Behandlung gespritzt wird, vielen Erkrankten bei oraler Einnahme aber gegen AIDS-Symptome wie Gewichtsverlust, Fieber, Müdigkeit und Durchfall half. Der Haken: Das Präparat war in dieser Form nicht von der US-Gesundheitsbehörde zugelassen, die Prüfung sollte noch mehrere Jahre dauern - zu lang für die durchschnittliche Lebenserwartung eines akut an AIDS Erkrankten.
Daher find Woodroof an, Interferon in großen Mengen aus dem Ausland einzuschmuggeln: hunderte Ampullen, die er von Trockeneis umhüllt in einem Aktenkoffer transportierte. Als er einmal am Flughafen von Tokyo auf sein qualmendes Gepäckstück angesprochen wurde, log er dreist, Trockeneis sei sein Sex-Fetisch. Dort war man so geschockt, dass man den offenbar verrückten Amerikaner die Sicherheitskontrolle passieren ließ. Außerdem hatte Woodroof stets 25.000 Dollar in kleinen Scheinen dabei: "Man weiß schließlich nie, wenn man bestechen muss", erklärte er.
Die US-Gesundheitsbehörde wusste zwar von dem groß angelegten Schwarzhandel, zeigte jedoch Verständnis für die Verärgerung über die lange Zulassungsprozedur für Interferon und ließ Woodroof inoffiziell gewähren.
Die Wirkung beschrieb Woodroof so: "Wenn man Interferon einnimmt, fühlt man sich 10 Jahre jünger, Du hast wieder Kraft und Appetit und es sieht Dir nicht jeder sofort an, dass Du AIDS hast." Trotzdem war sich Woodroof seines Schicksals und dessen seiner Abnehmer immer bewusst: "Es gibt keine Heilung, jeder stirbt, das gehört dazu." Woodroof lebte bis 1992.
Den Film soll nun Jean-Marc Vallee inszenieren, er hat sich zuletzt mit dem Historiendrama "Young Victoria" hervorgetan. Für Hoffentlich macht diesmal keiner einen Rückzieher! Schließlich hat Tom Hanks mit "Philadelphia" bewiesen, dass sich Anspruch und großer Erfolg nicht ausschließen.
Er ist Hollywoods Nummer 1, verdient Rekordgagen und bleibt trotzdem bescheiden. In "Illuminati" soll Tom Hanks nun die katholische Kirche retten.
Er hatte bereits in zehn Häusern gelebt, fünf Schulen besucht und drei Mütter gehabt, bevor er zehn wurde. Mit so einer Biografie wird man Alkoholiker, Einsiedler oder Tierquäler mit Perspektive Serienmörder.Tom Hanks aber wurde allen widrigen Umständen zum Trotz ein Star. Mit knapp 100 Nominierungen und Auszeichnungen, unter anderem zwei Oscars, ist er der erfolgreichste und bescheidenste Star, den Hollywood in den letzten 20 Jahren gesehen hat.
Perfektion hat sich eingerichtet in Onkel Toms Hütte. Beruflich sammelt er Hits, und als Gutmensch thront der vierfache Vater, der seit 1988 in zweiter Ehe mit Kollegin Rita Wilson verheiratet ist, unantastbar über den Schmeißfliegen Hollywoods, die in seiner Nähe vergeblich nach fauligen Altlasten schnüffeln. "Ich bin ein angenehmer Zeitgenosse", ordnet sich Hanks selbst ein, "aber ich lebe und arbeite in einem sehr behüteten Umfeld. Ich habe es leicht, warum also sollte ich nicht freundlich sein?"
Küchenjunge auf Wanderschaft
Diese Bescheidenheit, der ständige Kontakt zum Boden, haben den Überflieger zur Legende gemacht. Sein makelloses Image wirkt gruselig, aber es ist nicht PR-Fassade, sondern Ausdruck gelebter Persönlichkeit. Eintracht und Harmonie waren schon im Namen seines Geburtsorts Concord angelegt, wenn auch nicht in der Ehe seiner Eltern.
Hanks war fünf bei ihrer Scheidung und wuchs bei seinem Vater auf. Amos Hanks war Koch und führte mit Tom und wechselnden Frauen ein Nomadenleben. Der permanente Anpassungsdruck an neue Menschen und Milieus stählte den kleinen Hanks, bereitete ihn auf das Anforderungsprofil im Filmzirkus vor. Schon auf seiner High School in Oakland, später auch im College spielte er Theater, verließ dann vorzeitig seine Uni in Sacramento (an der er seine erste Frau und Mutter seines Sohnes Colin lieben lernte), um Schauspieler zu werden.
Kumpel mit Herz
Nach seinem mit 785 Dollar pro Woche bescheiden honorierten Filmdebüt im Horrorthriller "Labyrinth der Monster" und Gastrollen in TV-Hitshows wie "Family Ties" und der Sitcom "Bosom Buddies" machte ihn "Splash - Die Jungfrau am Haken" 1984 zum Star.
Drei Jahre später bescherte "Big" dem lebenslustigen Kindskopf die erste Oscar-Nominierung und einen Golden Globe. Eine längere Durststrecke, die durch die Komödie "Scott & Huutsch" unterbrochen wurde, endete 1992 mit "Eine Klasse für sich".
Wohlverdienter Goldregen
Seit seiner Rolle als fluchender, wie ein Lama spuckender Baseball-Coach hat Hanks einen Hit nach dem anderen gelandet. Für die Rolle des aidskranken Anwalts in "Philadelphia" wurde er mit einem Golden Globe und einem Oscar belohnt und nahm ein Jahr später die Trophäen für den liebenswerten Dorftrottel "Forrest Gump" entgegen.
2002 kam Tom Hanks gleich mit drei Filmen in die Kinos. Während er für "Road to Perdition" und "Catch Me If You Can" selbst vor der Kamera stand, produzierte er zusammen mit seiner Frau den Überraschungserfolg "My Big Fat Greek Wedding".
Volles Programm
Nach der harmlosen Komödie "Terminal" brillierte Tom im Blockbuster "The Da Vinci Code - Sakrileg" und zog mit der Verfilmung des religionskritischen Kultromans den Zorn des Vatikans auf sich. Davon ließ er sich jedoch nicht beeindrucken und kommt nun mit der Fortsetzung "Illuminati" in die Kinos. Sollte ihm auch der neue Dan-Brown-Roman um Robert Langdon gefallen, will Hanks sogar ein drittes Mal den Harvard-Symbolologen verkörpern.
Als Schauspieler macht sich Tom Hanks allerdings mittlerweile recht rar, er arbeitet mehr und mehr als Produzent und trug so zum Welterfolg von "Mamma Mia!" bei. Zumindst in einer Nebenrolle ist er demnächst in "The Great Buck Howard" zu sehen. In der Dramödie übernimmt er wie im richtigen Leben die Rolle als Vater des Hauptdarstellers Colin Hanks.
Ein Mann für jeden Geschmack
Gewinnendes Auftreten ist das Geheimnis des Trekkies, Kennedy-Fans und verhinderten Astronauten, der als biografischen Bonus auch eine direkte Verwandtschaft mit Abraham Lincoln und eine dicke Freundschaft mit Spielberg vorzuweisen hat.
Er überwindet mit seiner Ausstrahlung die Kluft zwischen den Geschlechtern, den Generationen, Persönlichkeiten: Männer erkennen ihn als Buddy, nicht als Rivalen, Frauen finden ihn liebenswert, nicht zuletzt, weil ihm die Liebe alles wert ist.
"Ich bin ein glücklicher Mann", beschreibt Hanks seine Ehe. "Aber Rita hätte es besser treffen können."































