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Slumdog Millionär

Plakat zu Slumdog Millionär
Slumdog Millionär - Plakat 1

User-Bewertung

1572 VOTES
81%
Freigegeben ab 12 Jahren
START 19.03.2009
KOMÖDIE/DRAMA | 120 MINUTEN | SLUMDOG MILLIONAIRE | GROßBRITANNIEN/USA 2008 | PROKINO (FOX)

Herausragendes Drama im Bollywoodstil über einen aus ärmsten Verhältnissen stammenden indischen Jungen, der die Chance bekommt, bei "Wer wird Millionär?" den Jackpot zu knacken.

Es ist der größte Tag seines Lebens: Jamal (Dev Patel) steht bei der indischen Ausgabe der TV-Show "Wer wird Millionär?" vor der Jackpotfrage. 14 Mal hat er bereits richtig geantwortet, morgen winkt der Hauptgewinn. Doch der Moderator glaubt nicht, dass ein ungebildeter Armer, ein Slumdog aus Mumbai wie er, die Antworten wissen kann. Während ihn die Polizei brutal verhört, kennt Jamal nur ein Ziel: seine große Liebe Latika (Freida Pinto) wiederfinden.
Herausragendes Schicksalsdrama à la Bollywood um das Leben eines mittellosen Elends-Kids, das ingesamt acht Oscars einheimste. Die populäre Sendung dient Danny Boyle ("Trainspotting") bei seinem großen Wurf nur als Rahmen für eine herzzerreißende Odyssee zur Armut, Liebe und der flirrenden Metropole Mumbai.

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Filmtrailer | 27.04.2009

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START 19.03.2009
KOMÖDIE/DRAMA | 120 MINUTEN | SLUMDOG MILLIONAIRE | GROßBRITANNIEN/USA 2008 | PROKINO (FOX)
Es ist der größte Tag seines Lebens: Jamal (Dev Patel) steht bei der indischen Ausgabe der TV-Show "Wer wird Millionär?" vor der Jackpotfrage. 14 Mal hat er bereits richtig geantwortet, morgen winkt der Hauptgewinn. Doch der Moderator glaubt nicht, dass ein ungebildeter Armer, ein Slumdog aus Mumbai wie er, die Antworten wissen kann. Während ihn die Polizei brutal verhört, kennt Jamal nur ein Ziel: seine große Liebe Latika (Freida Pinto) wiederfinden.
Herausragendes Schicksalsdrama à la Bollywood um das Leben eines mittellosen Elends-Kids, das ingesamt acht Oscars einheimste. Die populäre Sendung dient Danny Boyle ("Trainspotting") bei seinem großen Wurf nur als Rahmen für eine herzzerreißende Odyssee zur Armut, Liebe und der flirrenden Metropole Mumbai.


Nur noch eine Frage trennt Jamal Malik (Dev Patel) vom 20 Millionen Rupien-Hauptgewinn in der indischen Version von "Wer wird Millionär". Für den mittellosen Youngster aus den Slums von Mumbai ist es der größte Tag seines Lebens. Doch wie kommt einer wie er überhaupt in diese Sendung? Und warum weiß Jamal, der nie zur Schule ging, auf alle Fragen eine Antwort?
Schummelt er? Jamal versucht die Polizei, die ihn unsanft verhört, zu überzeugen: Jede der gestellten Fragen hat etwas mit seiner Lebensgeschichte zu tun. Außerdem geht es ihm gar nicht ums Geld, sondern einzig und allein um die Liebe. Die Sendung ist für ihn nur eine letzte Chance, seine verlorene, große Liebe Latika (Freida Pinto) in der flirrenden Millionenmetropole Mumbai wiederzufinden ...
In atemberaubenden, kraftvollen und authentischen Bildern - gedreht wurde an Originalschauplätzen - erzählt Danny Boyle eine außergewöhnliche, berührende Liebesgeschichte und ein mitreißend-faszinierendes Lebensabenteuer. Zwölf Jahre nach "Trainspotting" gelingt Boyle ein neuer Geniestreich, geschrieben vom Drehbuchautor von "Ganz oder gar nicht".
Der berauschende Mix aus Liebes-, Abenteuer- und Gangsterfilm, der auch in den tragischsten Situationen nie den Blick für die humorvollen Seiten des Lebens verliert, hat zurecht acht Oscars gewonnen und ist einer der überzeugendsten Filme des Jahres!
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KOMÖDIE/DRAMA | 120 MINUTEN | SLUMDOG MILLIONAIRE | GROßBRITANNIEN/USA 2008 | PROKINO (FOX)
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KOMÖDIE/DRAMA | 120 MINUTEN | SLUMDOG MILLIONAIRE | GROßBRITANNIEN/USA 2008 | PROKINO (FOX)
Film Trailer
Filmtrailer 27.04.2009
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START 19.03.2009
KOMÖDIE/DRAMA | 120 MINUTEN | SLUMDOG MILLIONAIRE | GROßBRITANNIEN/USA 2008 | PROKINO (FOX)
Danny Boyle Regie
Danny Boyle Geburtstag: 20.10.1956 | Land: Großbritannien

FILMOGRAFIE

2010 | 127 Hours
2008 | Slumdog Millionär
2007 | Sunshine
2004 | Millions
2002 | 28 Days Later
2000 | The Beach
1997 | Lebe lieber ungewöhnlich
1995 | Trainspotting - Neue Helden
1994 | Kleine Morde unter Freunden
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Loveleen Tandan

FILMOGRAFIE

2008 | Slumdog Millionär
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Dev Patel als Jamal Malik Darsteller
Dev Patel

FILMOGRAFIE

2011 | Best Exotic Marigold Hotel
2010 | Die Legende von Aang
2008 | Slumdog Millionär
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Anil Kapoor als Prem Kumar Darsteller
Anil Kapoor Geburtstag: 24.12.1959

FILMOGRAFIE

2011 | Mission: Impossible - Phantom Protokoll
2008 | Slumdog Millionär
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Freida Pinto als Latika Darsteller
Freida Pinto Geburtstag: 18.10.1984

FILMOGRAFIE

2011 | Black Gold
2011 | Planet der Affen: PRevolution
2011 | Krieg der Götter 3D
2010 | Ich sehe den Mann Deiner Träume
2010 | Miral
2008 | Slumdog Millionär
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Madhur Mittal als Salim Malik Darsteller
Madhur Mittal

FILMOGRAFIE

2008 | Slumdog Millionär
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Mia Drake als Adele Darsteller
Mia Drake

FILMOGRAFIE

2008 | Slumdog Millionär
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Imran Hasnee als Security Darsteller
Imran Hasnee Geburtstag: 01.12.1968

FILMOGRAFIE

2008 | Slumdog Millionär
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Irrfan Khan als Polizeiinspektor Darsteller
Irrfan Khan Geburtstag: 30.11.1962

FILMOGRAFIE

2009 | Billu Barber
2008 | Slumdog Millionär
2008 | New York, I Love You
2007 | Ein mutiger Weg
2007 | Darjeeling Limited
2006 | The Namesake - Zwei Welten, eine Reise
2004 | Schatten der Zeit
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Kidman macht's mit Allen26.03.2009

Woody Allen bekommt sie eben doch alle! Jetzt hat Aussi-Export Nicole Kidman für das neuste Werk des Meisters unterschrieben.

Wenn der Meister ruft, stehen die größten Stars aus Hollywood Schlange. Nun reihte sich Nicole Kidman in die illustre Schauspielerriege zu Woody Allens neustem Streich ein.
Mann, Mann, Mann, was für ein Staraufgebot! Die Besetzungsliste zu Woody Allens neustem, bisher unbenannten Zelluloidwerk liest sich wie das Who-Is-Who Hollywoods. Wie jetzt bekannt wurde, komplettiert Nicole Kidman die prominente Schauspielerriege.
Bisher hatten bereits Antonio Banderas, Naomi Watts, Josh Brolin, Anthony Hopkins sowie des Meisters neue Muse Freida Pinto zugesagt. Der weibliche Star aus dem Oscar-Abräumer "Slumdog Millionär" scheint Woodys bisherigem Leinwand-Liebling Scarlett Johansson den Rang abgelaufen zu haben. Wie bei allen Allen-Filmen sind sowohl Titel als auch Handlung des neuen mutmaßlichen Meisterstücks streng gehütete Geheimnisse. Nur so viel sickerte durch: Drehstart ist diesen Sommer in London.
Exquisites Zutatenkino mit Nachgeschmack20.03.2009

Bei "Slumdog Millionär" sind sich endlich mal (fast) alle einig: Die Oscar-Jury, das Feuilleton und auch das Publikum lieben diesen Film.

Wenn ein Film acht Oscars gewinnt, dann muss da schon etwas ganz Besonderes dahinter stecken.
Solche Werke interessiert natürlich auch das Feuilleton - und nach eingehender Analyse wurde Danny Boyles "Slumdog Millionär" für gut befunden. So schreibt Fritz Göttler in der Süddeutschen Zeitung: "Der indische Traum hat im Film viel vom amerikanischen - weshalb auch die große Shownummer am Schluss im Bahnhof eher nach Hollywood- als nach Bollywoodmusical aussieht. Das Rezept ist jeweils das gleiche, exquisites Zutatenkino mit ausgewählten Grundstoffen."
Und Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau konstatiert unter der schönen Überschrift "Die Reise nach Indien": "Es ist eben kein Film aus Indien, sondern das Indien-Bild eines Europäers, gespiegelt am westlichen Kulturexportgut 'Wer wird Millionär', aber getragen und unterstützt von einigen der besten Schauspieler und Musiker Bollywoods." Nur Peter Körte von der Frankfurter Allgemeinen relativiert ein bisschen: "Am Ende dieser glatt und charmant, so betont unschuldig und dynamisch erzählten Wundergeschichte spürt man doch einen Nachgeschmack. Das kalkulierte Entertainment samt angegliedertem sozialen Gewissen justiert die Perspektive: Es ist der milde-paternalistische Blick eines wohlmeinenden Unternehmers, der auf das Geschehen fällt."
Auf gar keinen Fall einen Preis und erst recht keinen Oscar hat dagegen "Männersache" verdient. Das Leinwand-Debüt des Berliner Komikers Mario Barth wird von den Kritikern ziemlich rund gemacht. Dazu Julian Hanich im Tagesspiegel: "Das Traurige an 'Männersache' ist nicht nur, dass viele Witze einen elend langen Barth haben (um es mit einem angemessenen Kalauer zu sagen), sondern dass der Humor auch noch radikal harmlos bleibt."
Nicht viel freundlicher fällt der Ton von Adrian Prechtel in der Münchner Abendzeitung aus: "Dass den Proll-Witzen auch noch jegliches Timing fehlt, gibt dem Film den Rest, ebenso die Klischee-Sentimentalitäten mit Michael Gwisdek als ehrliche Vaterhaut im Krankenhaus. 'Männersache' scheint wie ein Befreiungsschlag für alle zu sein, die sich noch von geistigen Minimalansprüchen unserer Gesellschaft überfordert fühlen." Nur die Bild Zeitung scheint mal wieder einen völlig anderen Film gesehen zu haben: "Karriere auf Kosten der Freundschaft - klingt ernst, ist brüllkomisch! Mario Barth und Dieter Tappert sind das neue Kino-Comedy-Dreamteam!"
Und schließlich kommen wir zu einem Film, der durchaus einen Oscar hätte gewinnen können, wäre er denn nominiert gewesen: "Rock'N'Rolla" von Ex-Madonna-Mann Guy Ritchie. Das findet zumindest Iris Benker in der Stuttgarter Zeitung: "Eine an manchen Stellen sehr einfallsreiche Montage mischt das Genre der Gangsterkomödie mit einer guten Prise straffer Action. Dabei mildert Ritchie jede Szene, die ins wüst Gewalttätige abzudriften droht, mit Humor ab."
Noch euphorischer fällt das Urteil von Norbert Wehrstedt in der Leipziger Volkszeitung aus: "'Rock'N'Rolla' ist blutiger Gangsterpop aus dem Drumcomputer. Noch nie zuvor walzte eine Londoner Kriminellen-Geschichte so rasant, so energiegeladen, so atemlos, so berstend vor Kraft über die Leinwand." Leichte Einwände kommen dagegen von Markus Schneider in der Berliner Zeitung: "Ritchie punktet zwar oft durch Humor und Phantasie, aber so ganz ohne Konzentration, Falllinie und Zentrum wirkt sein Film doch eher leblos."
"All die Preise sind mir egal"18.03.2009

Regisseur Danny Boyle über seinen Oscar-Hit "Slumdog Millionär", indische Straßenköter und darüber, wie es in den Slums riecht.

Mit seinem historischen Gewinn von acht Oscars für "Slumdog Millionär" ist Danny Boyle endgültig in die erste Regie-Riege aufgestiegen. Im Gespräch mit KINO.DE erzählt der Oscar-Gewinner von seinen Erfahrungen bei den Dreharbeiten in Indien.
» Wie wird Ihr Film in Indien aufgenommen?
DANNY BOYLE: Es geht rund. Unser Komponist A. R. Rahman wird in Indien vergöttert. Das ganze Land liebt das Kino, und er ist der bedeutendste Filmkomponist. Dass er von Hollywood geehrt wurde, bedeutet den Menschen sehr viel.
Es hagelt aber auch Kritik, weil wir es uns als Ausländer anmaßen, über Indien zu urteilen. Damit muss man rechnen. Ich bin ein Außenseiter, mein Blick auf das Land kann nicht komplett sein. Deshalb bin ich für Kritik dankbar. Es war Privileg genug, überhaupt vor Ort drehen zu können. All die Preise sind mir egal. Entscheidend ist, dass mir diese Erfahrung keiner mehr nehmen kann.
» Worum ging es Ihnen?
Mir war es wichtig, dem Ort gerecht zu werden. Ich wollte festhalten, was ich gesehen habe, wie es sich für mich anfühlte. Das ist uns gelungen. Darauf bin ich stolz.
» Ohne Frage haben Sie mit einem präzisen Drehbuch gearbeitet. Trotzdem wirkt der Film, als wäre er sehr spontan entstanden.
Grundsätzlich halte ich mich immer strikt ans Drehbuch. Ich bin da auch sehr streng mit meinen Schauspielern. Improvisation ist nicht mein Ding. Aber wenn man in Mumbai dreht, mitten auf den Straßen, ist es unmöglich, die Kontrolle zu bewahren. Man kann es versuchen. Aber man wird nur Geld und Zeit verpulvern, um dann mit einem Film dazustehen, der die Realität nicht im Entferntesten widerspiegelt.
Also wählten wir einen anderen Ansatz und setzten uns ganz bewusst der Energie der Stadt aus. Es ist tatsächlich so, als fegte eine Flutwelle nach der anderen durch die Straßen. Es ist berauschend. Zum Glück, sonst hätte ich vor Angst vergessen zu atmen: Man hat keine Gelegenheit, sich abzusichern, dass man wirklich alles im Kasten hat. Wir haben sogar den Moment im Film gelassen, in dem uns ein Mann entgegenläuft und sagt, dass wir hier nicht drehen dürften. Das war unser Tribut an die Stadt. Ich glaube, das gibt dem Film das gewisse Etwas, diese Mischung aus Kontrolle und Chaos.
» Hatten Sie jemals Angst, der Film könne Ihnen entgleiten?
Das war das Aufregende. Oft wussten wir erst nach der Sichtung des Materials, ob wir das Gedrehte auch gebrauchen können. Wir haben entdeckt, dass man auf diese Weise Reichtümer zutage fördert, die man sich nie erträumt hätte.
Ein Beispiel: Es gibt da einen Moment, in dem ein Hund auf der Straße schläft, als die Kinder eine Straße entlanglaufen. Hätten wir die Straße für den Dreh sperren lassen, wäre der Hund weg gewesen. Dabei sind diese Hunde typisch für die Stadt: Tagsüber pennen sie, abends werden sie wach und sie sind die einzigen lebenden Wesen in den Straßen, weil nach Sonnenuntergang die Gehsteige hochgeklappt werden.
» Wie wichtig war es Ihnen, Ihren Film in der Bollywood-Tradition zu erzählen?
Nicht übermäßig, ich bin kein Kenner des indischen Films. Aber man profitiert als Filmemacher automatisch von Bollywood, wenn man in Indien dreht. Es ist eine gewaltige Industrie, voller Selbstvertrauen. Die Schauspieler drehen fünf oder sechs Filme gleichzeitig, sie haben nie Auszeiten. Denen macht keiner was vor. Das überträgt sich auch auf die Bevölkerung. Wir haben mit vielen Laien gearbeitet, die mit einer beeindruckenden Professionalität gearbeitet haben.
Ich muss gestehen, dass mich Mumbai überfordert hat. Die Gewalt, Armut, das Leid auf der einen Seite, die unbändige Lebensfreude auf der anderen. Das wollte ich zeigen: Alles passiert nebeneinander. Luxuriöse Wolkenkratzer werden hochgezogen - und auf der anderen Straßenseite beginnen die Slums. Die Extreme hängen miteinander zusammen, was bereits der Titel des Films ausdrückt.
» Welche Erwartungen hatten Sie, als Sie nach Indien kamen?
Ich war mir sicher, dass die Inder einen Briten Meilen gegen den Wind riechen können. Irrtum: Wir sind unsichtbar für sie, eine historische Fußnote. Wir spielen keine Rolle mehr im indischen Alltag. Diese Rolle haben China, Brasilien, Russland und die USA übernommen. Das hat mich regelrecht schockiert. Ich habe außerdem Armut erwartet. Man entkommt ihr nicht. Am stärksten erinnere ich mich an den Geruch in den Slums, eine Mischung aus Exkrementen und gleichzeitig Jasmin und Saffran.
» Ihr Vater war im Zweiten Weltkrieg in Indien stationiert. Inwiefern decken sich seine Erzählungen mit Ihren Erfahrungen?
Er war da, um für eine geheime Landinvasion Japans vorbereitet zu werden. Er und seine Kumpels wussten, dass sie das nicht überleben könnten. Dann fiel die Bombe auf Hiroshima, und er war gerettet und segelte nach Hause, von heute auf morgen. Er erzählte mir von der entsetzlichen Armut und Gewalt, wenn sie Bettler von den Straßen räumten. Und davon, wie sauber und reinlich die Menschen seien, was im krassen Gegensatz zu dem Dreck auf den Straßen stünde.
Als ich groß wurde, war das britische Fernsehen voller Comedy-Sendungen, die rassistische Witze über die indischen Einwanderer rissen, sie als schmutzige Wilde verhöhnten. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Ich weiß noch, dass mein Vater dann immer abschaltete, weil er mit Indien tolle Erinnerungen verknüpft hatte und das Land mochte. Mein bester Freund in der Schule hieß Dilib Choudhury, war also offenkundig indischer Herkunft. Darüber haben wir aber nie gesprochen. Sondern über Mädchen, Autos und Filme. Wir waren einfach ganz normale Jungs.