127 Hours
START 17.02.2011
DRAMA | 93 MINUTEN | USA / GROßBRITANNIEN 2010 | FOX
Packendes Drama von Danny Boyle nach wahrer Geschichte, in der ein Extrembergsteiger 127 Stunden in einer Felsspalte festgehalten wird.
Die unglaubliche Geschichte des Überlebenskampfes erweist sich als perfekter Stoff für DANNY BOYLE, der seinen ersten Film seit SLUMDOG MILLIONÄR mit derselben Explosion aus Bewegung, Farben und Bildern ausstattet – auch wenn Hauptdarsteller JAMES FRANCO das Gros des Films nicht in der Lage ist, sich zu bewegen. Bei einer Klettertour stürzt Aron Ralston in eine Felsspalte. Der Fels quetscht seinen rechten Arm ein. Alle Versuche, sich zu befreien, scheitern. Am fünften Tag schafft er es mit letzter Energie, sich selbst den eingeklemmten Arm zu brechen, Fleisch, Muskeln und Nerven mit einem stumpfen Taschenmesser abzutrennen. AMBER TAMBLYN und KATE MARA in "127 Hours".START 17.02.2011
DRAMA | 93 MINUTEN | USA / GROßBRITANNIEN 2010 | FOX
Film Trailer
| Filmtrailer (deutsch) | 24.11.2010 |
| Filmtrailer (englisch) | 08.10.2010 |
| Featurette 1 - Steve Allen | 22.11.2010 |
| Featurette 2 | 11.02.2011 |
| Reaktionen der Zuschauer | 16.02.2011 |
START 17.02.2011
DRAMA | 93 MINUTEN | USA / GROßBRITANNIEN 2010 | FOX
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Geburtstag: 19.04.1978FILMOGRAFIE2011 | Planet der Affen: PRevolution2010 | Date Night - Gangster für eine Nacht 2010 | Eat, Pray, Love 2010 | 127 Hours 2010 | Howl - Das Geheul 2008 | Ananas Express 2008 | Milk 2007 | Im Tal von Elah 2007 | Flyboys - Helden der Lüfte 2007 | Spider-Man 3 2006 | Tristan & Isolde 2006 | Annapolis - Kampf um Anerkennung 2005 | The Great Raid - Tag der Befreiung 2004 | Spider-Man 2 2003 | The Company - Das Ensemble 2002 | Spider-Man 2000 | Hoffnungslos verliebt 0 | Oz, the Great and The Powerful weiter » |
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DRAMA | 93 MINUTEN | USA / GROßBRITANNIEN 2010 | FOX
"Transformers"-Star Shia LaBeouf wird neben Robert Redford in dessem Polit-Thriller "The Company You Keep" spielen.
"127 Hours" war Shia LaBeouf einst nicht gut genug. Dieser Robert Redford-Film nun gewann seine Gunst.Nach "Transformers" geht Shia LaBeouf erstmal in den Untergrund - allerdings nur in einen politischen. Zusammen mit Robert Redford wird LaBeouf im Thriller "The Company You Keep" vor der Kamera stehen und die zweite Hauptrolle belegen. Redford, der schon seit Jahren an diesem Projekt sitzt, führt Regie. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gordon.
Im Mittelpunkt steht ein ehemaliges Mitglied der US-Terrororganisation Weather Underground, die besonders in den 70er Jahren aktiv war. Die linksmilitante Gruppe richtete sich zuerst gegen den Vietnamkrieg und später mit Anschlägen gegen den Staat allgemein. Redford spielt so einen ehemaligen Weather-Man, der 30 Jahre vom FBI gesucht wurde. Als ein junger, überambitionierter Journalist (LaBeouf) seine wahre Identität aufdeckt, gerät er erneut ins Kreuzfeuer.
Diese Rolle dürfte für Shia LaBeouf ein echter Hit werden. Zum Glück für den Star, dass er das Angebot diesmal nicht ausgeschlagen hat, wie einst "The Bourne Legacy", "The Social Network" oder "127 Hours" - Diese Projekte nämlich sagten Shia überhaupt nicht zu, angeblich weil sie ihm teilweise nicht groß genug waren.
Colin Firth erstottert für "The King's Speech" vier Oscars, auch "Inception" erhält 4. Natalie Portman gewinnt unter Tränen, "True Grit" verliert 10 Mal!
"Wenn Du nominiert bist und dann Deinen Namen hörst - das fühlt sich an wie ein lautloses impressionistisches Gemälde?"So beschrieb Hollywoods Liebling Tom Hanks zu Beginn den besonderen Reiz einer Oscar-Verleihung. Dieser blumige Vergleich muss auch den großen Sieger Colin Firth verwirrt haben. Denn der Brite rang ganz wie seine stotternde Filmfigur König George in "The King's Speech" mit den richtigen Worten, nachdem er den magischen Satz "And the Oscar goes to? Colin Firth" gehört hatte: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das sich den Weg zu meinen Füßen bahnen will - aber meinen Freudentanz will ich lieber niemandem zumuten."
Den Rest seiner Dankesrede absolvierte Colin Firth sichtlich um Fassung bemüht im Stotterrhythmus - und dabei war garantiert kein Method Acting im Spiel: Der feinsinnige Brite steckte nicht etwa noch in seiner Rolle fest, er war schlicht vollkommen überwältigt.
Dabei war Colin Firths Sieg ebenso wenig überraschend wie der Preis für Natalie Portmans Glanzleistung in "Black Swan". Als Ballerina, die unter enormem Leistungsdruck die Grenzen ihres Körpers und ihrer Seele überschreitet, beeindruckte sie wie Millionen deutscher Kinozuschauer auch die ehrwürdige Academy - und nahm den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen.
"Das ist der Wahnsinn!", rief Natalie Portman und kämpfte bei jedem Wort mit den Tränen. Sie dankte brav ihren Eltern sowie Luc Besson für ihre erste Rolle in "Leon - der Profi". Als sie sich schließlich an den Choreographen von "Black Swan", Benjamin Millepied, wandte, verlor Portman endgültig die Fassung: "Du hast mir die wichtigste Rolle meines Lebens gegeben", schluchzte Natalie dem Mann entgegen, von dem sie ein Kind erwartet.
Tränen dürfte es auch bei den Coen-Brüdern gegeben haben: Ihr Western-Remake "True Grit" war zehn Mal nominiert und ging dennoch vollkommen leer aus. Stattdessen wurde "The King's Speech" mit vier Goldjungs neben "Inception" (ebenfalls vier Preise) der meistausgezeichnete Film des Abends. Dabei heimste das berührende Monarchendrama, das insgesamt zwölf Mal nominiert war, allerdings den wichtigsten Oscar für den besten Film ein. Außerdem gewann Newcomer Tom Hooper gleich auf Anhieb den begehrten Regie-Oscar. Auch fürs Drehbuch gab's einen Academy Award. "Inception" erhielt die Preise eher in den kleineren technischen Kategorien wie Visual Effects, Kamera und Ton.
Auch der hochgehandelte "The Social Network" gewann nur drei von acht möglichen Oscars (adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Musik). Dafür überraschte Autor Aaron Sorkin mit einem Plädoyer für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film alles andere als gut wegkommt: Ohne ihn wäre keine Revolution in Nordafrika möglich geworden, gab Aaron Sorkin zu bedenken.
Einer der wenigen Momente schallenden Gelächters in einer ansonsten arg braven Oscar-Nacht war ausgerechnet Christian Bale zu verdanken. Er gewann den Preis für die beste Nebenrolle als Mark Wahlbergs Bruder in "The Fighter" und spielte auf der Bühne mit seinem Image als spaßgebremster Perfektionist: "Ich werde hier keine F**k-Arie ablassen, das kennt ihr ja schon zur Genüge von mir!" Bale hatte sich am Set von "Terminator 4" einen legendären Ausraster geleistet und einen Beleuchter minutenlang wüst beschimpft, weil dieser durchs Bild gelaufen war.
Auch der zweite Nebenrollen-Oscar ging an "The Fighter": Melissa Leo, die zuletzt schon für "Frozen River" nominiert gewesen war, wurde für ihren Part als biestige Mutter der boxenden Brüder Wahlberg und Bale ausgezeichnet. Sie benutzte in ihrer Dankesrede allerdings tatsächlich das böse F-Wort: "Als Kate Winslet hier oben stand, sah das so verf*ckt einfach aus!" In der US-Übertragung, die wegen des Superbowl-Eklats (Janet Jacksons "Nipplegate") um einige Sekunden zeitversetzt über den Äther ging, wurde diese Stelle prompt überpiept.
Den Auslands-Oscar gewann Susanne Bier für Dänemark mit dem Familiendrama "In einer besseren Welt". Ein deutscher Beitrag war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht nominiert. Deutsche Oscar-Chancen hatten aber Hans Zimmer für die Musik in "Inception" sowie Jakob Schuh und Max Lang für ihren animierten Kurzfilm "Der Grüffelo" gehabt. Die Preise gewannen jedoch "The Social Network" respektive "The Lost Thing".
Als bester animierter Spielfilm wurde erwartungsgemäß "Toy Story 3" geehrt, der auch als bester Film nominiert gewesen war. Für Ausstattung und Kostüme erhielt Tim Burtons knallbunte Mär "Alice im Wunderland" zwei Oscars, beim Makeup triumphierte - fast zwangsläufig - "Wolfman".
Einiges Aufsehen erregte die Dankesrede von Charles Ferguson, der für seine Finanzkrisen-Doku "Inside Job" einen Oscar erhielt: "Vor drei Jahren wurde eine weltweite Finanzkatastrophe durch massive Betrügereien verursacht. Doch bis heute musste dafür noch kein einziger Finanz-Manager ins Gefängnis. Da läuft etwas völlig falsch!"
Ach ja, außer den Gewinnern waren auch noch zwei Moderatoren im Kodak Theatre von Los Angeles zugange. Allerdings fielen Anne Hathaway und James Franco kaum auf, obwohl Letzterer sogar als Hauptdarsteller in "127 Hours" (der bei sechs Nominierungen übrigens auch komplett leer ausging) selbst eine Oscar-Chance hatte. Wie mau die Gags der beiden waren, zeigte eine Rückblende auf Bob Hopes genial-pointierte Moderationen - die waren sogar in schwarzweiß lebendiger als die des Jahres 2011!
So war der schönste Oscar-Moment der 83. Verleihung auch nicht Anne Hathaway oder James Franco zu verdanken, sondern einer 94-jährigen Hollywood-Legende: Kirk Douglas! Am Stock gehend und mit schleppender, kaum noch zu verstehender Stimme verlieh er den Preis für die beste Nebendarstellerin. Dabei erwies er sich als galanter Charmeur: "Du siehst toll aus! Wo warst Du nur, als ich noch Filme gedreht habe?", fragte er eine mädchenhaft errötende Anne Hathaway.
Antwort: weit weg von einer Oscar-Verleihung - und das wäre wohl besser auch so geblieben?
"Slumdog Millionär"-Macher Danny Boyle über "127 Hours", in dem sich ein Kletterer den Arm abtrennt, die Arbeit mit zwei Kameras und seinen Oscar.
Mit "127 Hours" lotet Oscargewinner Danny Boyle nach "Slumdog Millionär" einmal mehr die Möglichkeiten des digital Machbaren aus. Sein Drama über den Bergsteiger Aaron Ralston, der sich aus einer lebensgefährlichen Situation erst nach fünf Tagen befreien konnte, als er sich selbst den Arm abschnitt, ist eines der Kinohighlights des Frühjahrs.Eine Geschichte mit einem Helden, der zwischen einer Felswand und einem Fels eingeklemmt ist, drängt sich nicht unbedingt als Film auf.
DANNY BOYLE: Das war das Reizvolle. Eines unserer täglichen Mantras am Set war es, einen Actionfilm zu machen, in dem sich der Protagonist nicht bewegen kann.
War es eine schwer zu knackende Nuss?
Andere haben es so empfunden. Ich habe es in ihren Gesichtern gesehen, dass sie sich nicht vorstellen konnten, wie aus dieser Geschichte Kino zu machen ist. Aber für mich war das nie ein Problem. Für mich steckte sie von Anfang an voller filmischer Möglichkeiten. "127 Hours" stand und fiel mit der Besetzung der Hauptfigur. Als ich James Franco sah, wusste ich, dass ich den Richtigen gefunden hatte. Entscheidend war dann, dass er den Film als gemeinsames Projekt ansah und sich ganz in seinen Dienst stellte. Er entwickelte mit meinen zwei Kameramännern schnell einen intensiven Rapport, der es ihnen bei den Szenen im Canyon auch in den beiläufigen Momenten erlaubte, sehr dynamisch zu agieren.
Die Kamera spielt in Wahrheit eine weitere Hauptrolle.
Absolut. Es war trotz unserer kleinen Digitalkameras nicht einfach, in der Enge des Canyons zu drehen. Es war ein bisschen wie ein Tanz mit James, der sich trotz der offensichtlichen Limitationen ganz flüssig mit ihnen
bewegte. Sein Körper und die Kameras waren eine Einheit.
Wie gut kann man bei einer solchen Vorgehensweise planen?
Wenig. Wir wussten, was wir wollten. Wie wir es dann bekommen würden, ergab sich während des Drehs. Das ist mit diesen unglaublichen Kameras kein Problem; sie sind so beweglich, und ihr Bild ist so gut, dass man mit hoher Geschwindigkeit sehr kreativ drehen kann. Ich weiß, dass viele Filmemacher romantisch der alten Ära des Films nachhängen. Aber, sorry Jungs, diese Zeit ist vorbei. Film braucht man nicht mehr; er ist so ungelenk und aus der Zeit gefallen wie eine alte Druckerpresse. Digital gehört die Zukunft.
Warum zwei Kameramänner?
Ich hatte Angst, der Film könnte zu monolithisch oder träge werden. Also fasste ich den Plan, mit Anthony Dodd Mantle und Enrique Chediak zwei grundverschiedene Kameramänner zu engagieren, um innerhalb der Szenen mit ihren jeweiligen Ansätzen zu spielen. Der Schuss ging nur leider voll nach hinten los. Sie kamen so gut miteinander aus, dass man ihre Aufnahmen nicht voneinander unterscheiden kann.
Die andere harte Nuss muss gewesen sein zu entscheiden, was man zeigen darf?
Ich habe genug mit Studios gearbeitet, um zu wissen, dass das eine besonders trickreiche Szene sein würde. In seinem Buch "Im Canyon" beschreibt Aaron Ralston diese Momente einfach überwältigend gut. Man spürt, dass er es selbst durchlebt hatte. Ich wollte der Vorlage gerecht werden. Es sollte nicht sensationalistisch sein, um ein Horrorpublikum anzusprechen. Ich wollte es aber auch nicht trivialisieren, als wäre es ein Klacks gewesen. Das Ergebnis sollte entscheidend sein. Aaron sagt, dass er danach ein kompletterer Mensch war als davor. Um diese Reise hin zur Menschlichkeit sollte es gehen. Zur Verteidigung des Studios muss ich sagen, dass sie es auch kapiert haben, auch wenn es die Szene war, vor der sie am meisten Angst gehabt hatten.
Hatten Sie sich diese Freiheit auch mit dem Erfolg von "Slumdog Millionär" erkauft, der ebenfalls von Fox Searchlight ausgewertet wurde?
Die Freiheit bestand darin, dass ich den Film überhaupt machen durfte. Sofern nicht ein Topregisseur wie Steven Spielberg oder ein Superstar wie Tom Cruise beteiligt sind, erhält man für einen solchen Stoff eigentlich kein grünes Licht, schon gar nicht in Tagen wie diesen, in denen die Independents hart zu kämpfen haben. Aber wir waren wohl sehr überzeugend, also schenkten uns Pathé und Fox Searchlight ihr Vertrauen. Ich weiß das zu schätzen.
"127 Hours" ist die Antithese zu den großen Blockbustern. Anstatt auf immer größerer Leinwand zu malen, verengen Sie den Fokus auf das Wesentliche und füllen damit die Leinwand.
Kino, das sind eben nicht - oder zumindest nicht nur - explodierende Armeen und fliegende Dinosaurier. Mir war es wichtig, den Zuschauer für Momente zu öffnen, in denen nachdrücklich nichts passiert, und seine Sinne für die ganz kleinen Dinge zu schärfen. Schnell wird einem bewusst, dass auch die großen Epen ihre Wirkung großteils mit Sound erzielen. Mir war es wichtig, dass man in "127 Hours" wirklich die Ohren spitzt und zuhört.
Kann man "127 Hours" als nahen Verwandten von "Slumdog Millionär" bezeichnen?
Offenkundig erzählen beide Filme Geschichten über junge Männer, die gegen alle Umstände triumphieren. Aber dann sind es die krassen Gegensätze, die die Filme miteinander verbinden: "Slumdog Millionär" ist ein Film über Mumbai, eine Millionenmetropole, wo man den Menschen einfach nicht entgeht. "127 Hours" ist ein Film über die Natur, in dessen Mittelpunkt absolute Isolation steht. Insofern erzählen beide Filme etwas über unser Bedürfnis, in der Nähe anderer Menschen zu sein.
Hatte der Gewinn des Oscars Einfluss auf "127 Hours"?
Wenn ich ehrlich bin, ja, das hatte er. Man geht mit besonders viel Selbstvertrauen an die Arbeit. Natürlich sollte man sich in Bescheidenheit üben, wenn man einen solchen Preis erhält. Aber ich war danach einfach erfüllt
von Energie, und das war gut bei einem solchen Projekt, bei dem man einfach nicht wissen kann, ob das, was man sich vorgestellt hat, auch wirklich funktioniert.
Der Oscar war also ein Segen und kein Fluch?
Ein reiner Segen. Er gab uns den Schneid, mutige Entscheidungen zu treffen.
Jeder andere Regisseur hätte den Oscar genutzt, um sich ein Big-Budget-Projekt zu angeln und Kasse zu machen.
Die Wahrheit ist, dass ich mich nicht wohlfühlen und keine gute Arbeit abliefern würde. Ja, diese Filme werden mir angeboten, aber ich habe meine Lektion aus "The Beach" gelernt. Ich hatte viel Geld, große Stars, Zeit - aber nicht den richtigen Ansatz; es gefiel mir nicht, ich fühlte mich nicht befreit. Ich bin kein Christopher Nolan oder Guy Ritchie, die in solchen Szenarien aufblühen. Es wäre für alle Beteiligten eine einzige Enttäuschung. Ich muss die richtige Geschichte haben, dann wird meine Ambition geweckt, innerhalb des Budgets die allerbeste Arbeit abzuliefern. So will ich das auch künftig halten.
Colin Firth sorgt als Stotter-Monarch in "The King's Speech" für 12 Oscar-Chancen, Jeff Bridges im Western "True Grit" für 10. "Black Swan" enttäuscht.
Königlicher Zungen-Akrobat gegen Western-Veteran mit Augenklappe.Das sind Helden, wie Hollywood sie liebt: Colin Firth glänzt im wundervollen Historienfilm "The King's Speech" als englischer König George VI, der den Thron nie wollte, weil er schlimm stottert, und dann doch am Vorabend des Zweiten Weltkriegs Britannien auf den Kampf gegen Hitler einschwören soll. Die gefühlvoll inszenierte Antihelden-Geschichte wurde von der Academy of Motions Picture Arts and Sciences für sage und schreibe 12 Oscars nominiert - und ist damit sicher auch der Favorit auf die Auszeichnung als bester Film.
Dahinter folgt der neue Streich der Academy-Lieblinge Joel und Ethan Coen, die zuletzt mit "No Country for Old Men" abgeräumt hatten. Ihr Remake des John Wayne-Klassikers "Der Marshall" unter dem Titel "True Grit" bringt es für die Verleihung am 27. Februar auf insgesamt 10 Nominierungen. Darunter selbstverständlich auch Jeff Bridges, der in die offensichtlich doch nicht unausfüllbaren Fußstapfen von John Wayne tritt.
Trotzdem gilt Colin Firth als Favorit auf den Oscar für den besten Hauptdarsteller, nicht zuletzt da Bridges erst letztes Jahr den Oscar für "Crazy Heart" gewann. Bestenfalls Außenseiterchancen haben Jesse Eisenberg als Facebook-Gründer in "The Social Network", James Franco als Outdoor-Freak in "127 Hours" und Javier Bardem in "Biutiful", dessen Film auch als Favorit in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film gehandelt wird - ein deutscher Beitrag ist dort diesmal leider nicht nominiert.
Als Gewinner dürfen sich zudem schon jetzt das Facebook-Drama "The Social Network" und Christopher Nolans SciFi-Verwirrspiel "Inception" mit 8 Nominierungen zählen. Das Box-Drama "The Fighter" mit Mark Wahlberg und Christian Bale, beide auch als Darsteller nominiert, bringt es auf 7 Oscar-Chancen, dann folgt mit 6 Nominierungen das Extremsportler-Drama "127 Hours" von "Slumdog Millionär"-Macher Danny Boyle um einen Mann, der sich den eigenen Arm abtrennt.
Erst dann reiht sich der im Vorfeld schwer gehypete Ballett-Thriller "Black Swan" ein, der es überraschend auf lediglich 5 Oscar-Chancen bringt. Trotzdem ist Natalie Portman weiter die unantastbare Favoritin für den Oscar als beste Hauptdarstellerin: Die Mitbewerberinnen Nicole Kidman im Familiendrama "Rabbit Hole", Annette Bening im Patchwork-Familienfilm "The Kids Are All Right", Jennifer Lawrence im Südstaatendrama "Winter's Bone" und Michelle Williams im Liebestagebuch "Blue Valentine" haben nicht annähernd so eindringliche schauspielerische Leistungen zu bieten.
Ebenfalls 5 Nominierungen gab's etwas überraschend für "Toy Story 3", der nicht nur als bester Animationsfilm, sondern auch als bester Film nominiert ist, dazu in den Kategorien Drehbuch, Filmsong und Tonschnitt.
Als beste Filme sind konsequenterweise hauptsächlich die Filme nominiert, die auch insgesamt die meisten Nominierungen erhielten. Neben den erwähnten "The King's Speech", "True Grit", "The Social Network", "Inception" (der allerdings fast nur in "technischen" Kategorien nominiert ist), "The Fighter", "127 Hours", "Der Seeräuber" und "Toy Story 3" sind das außerdem "The Kids Are All Right" (4 Nominierungen) und "Winter's Bone" (ebenfalls 4).
Der Regisseur trägt enorm zum Gelingen oder Scheitern des gesamten Films bei, meint auch dieses Jahr wieder die Academy, und so sind die Macher der multipel nominierten Filme auch hier ganz vorn dabei. Tom Hooper dürfte logischerweise für "The King's Speech" die besten Karten haben, gefolgt von den Coens für "True Grit", die aber möglicherweise schon den ein oder anderen Preis zu viel gewonnen haben. David Fincher für "The Social Network", David O. Russell für "The Fighter" und Darren Aronofsky für "Black Swan" werden wohl das Nachsehen haben.
Klarer Favorit auf den Oscar als bester Nebendarsteller ist eindeutig Geoffrey Rush, der in "The King's Speech" den exzentrischen Sprachtherapeuten von King George spielt. Christian Bale hat als Mark Wahlbergs Boxer-Bruder in "The Fighter" eine Außenseiterchance.
Enger geht's bei den Damen zu: Die junge Hailee Steinfeld gilt als Geheimtipp, sie bittet in "True Grit" Jeff Bridges um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Amy Adams spielt in "The Fighter" groß auf, ihre Kollegin Melissa Leo (zuletzt für "Frozen River" nominiert) macht ihr im selben Film direkte Konkurrenz. Auch Helena Bonham Carter könnte als Ehefrau von Colin Firth alias König George in "The King's Speech" gewinnen und von einem möglichen Goldregen in anderen Kategorien profitieren. Für Jackie Weaver aus "Animal Kingdom" gilt dagegen wohl eher die alte Oscar-Platitüde: "Es ist schon eine Ehre, nur nominiert zu sein?"
Ein Mann schneidet sich aus Verzweiflung selbst einen Arm ab. Drehbuchautor Simon Beaufoy verteidigt sich gegen den Proteststurm um "127 Hours".
In den USA schlägt Danny Boyles neuer Film, "127 Hours" hohe Wellen. Die entscheidenden Szenen, in denen sich der Held selbst den Arm abtrennen muss, um sich befreien zu können, sind manchen Kinobesuchern offenkundig zu viel. Drehbuchautor Simon Beaufoy nimmt Stellung."127 Hours" sorgt für Aufruhr in den amerikanischen Kinos. Angeblich ist der Film zu intensiv für das Publikum. Sind Sie überrascht?
SION BEAUFOY: Es war zu erwarten. Es ist der entscheidende Moment in "127 Hours"; alles läuft darauf hinaus, dass Aaron Ralston sich nach 127 Stunden Gefangenschaft den Arm abtrennt. Natürlich haben wir lange überlegt, ob wir das zeigen können, wie man es zeigen kann, was man zeigen muss. So eine Entscheidung bricht man nicht übers Knie. Aber sie war zwingend: Der Vorgang hat tatsächlich länger als eine Stunde gedauert, danach war er ein freier Mann. Das kann man nicht nicht zeigen. Der ganze Film wird aus der Sicht unseres Protagonisten gezeigt. Man muss also einen Weg finden,
diesen Moment in seiner ganzen Bedeutung rüberzubringen.
Sie hatten dennoch ein Einsehen: Die Tat wird nicht in voller Länge ausgewalzt.
Um Himmels Willen! Uns war nur wichtig zu zeigen, welch eine extreme Tat das war. Dass musste also gar nicht lange dauern. Es fühlt sich ohnehin lange genug an. Aber Sie müssen verstehen: Diese Szene soll nicht schockieren, wir wollen nicht austesten, wie viel das Publikum ertragen kann. Im Gegenteil: Sie müssen verstehen, dass Aaron in diesem Augenblick glücklich war. Es ist ein euphorischer Moment, ein Moment des Triumphs. Aaron hat gelacht und gestrahlt, als er sich den Arm abgeschnitten hat. Und er hat darauf bestanden, dass wir das im Film auch genauso zeigen.
Gab es Widerstand vom Studio?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie begeistert waren. Sicherlich hätten sie lieber "Slumdog Millionär" von uns gesehen. Aber es war von vornherein klar, worum es bei "127 Hours" gehen würde. Es führte kein Weg daran vorbei. Natürlich ließ man uns wissen, dass wir nicht zu weit gehen sollten. Als wir Fox Searchlight und Pathé einen ersten Schnitt zeigten, mussten sie erst einmal nach Luft schnappen, teilten aber unsere Meinung, dass der Film nicht funktionieren würde, wenn man im letzten Akt etwas wegließe.
Ohnehin gab es noch größere Probleme zu bewältigen.
Es ist ein Actionfilm, in dem sich der Held nicht bewegen kann. Wie macht man das? Wie übersetzt man das in einen Film und gestaltet ihn interessant und packend? Bei "Slumdog Millionär" habe ich von Danny Boyle gelernt, dem Risiko nie aus dem Weg zu gehen, sondern es auf die Hörner zu nehmen. Entsprechend sind wir hier auch vorgegangen: Anstatt sich zu überlegen, wie man gewisse Hürden umgehen kann, machten wir es uns zum Ziel, jede einzelne von ihnen zu nehmen.
Hat Ihnen der Oscar Rückenwind gegeben?
Man wird anders wahrgenommen. Entscheidend ist, sich den Erfolg nicht zu Kopf steigen zu lassen. Zum Glück war die Arbeit an "127 Hours" bereits abgeschlossen. Das half. Das Gute an "Slumdog" ist, dass man mich jetzt nicht mehr als den "Full Monty"-Typen ansieht. Jetzt bin ich der "Slumdog"-Typ. Aber es gibt Schlimmeres.





























































