Die Besucherin
START 14.05.2009
DRAMA | 104 MINUTEN | DEUTSCHLAND 2008 | FILMLICHTER
Debütfilm über eine Frau, die der Leere ihrer Ehe durch eine rätselhafte Affäre entflieht.
Ihre Studien zum menschlichen Gehirn haben die Neurowissenschaftlerin Agnes (Sylvana Krappatsch) erfolgreich werden lassen. Emotionale Bedürfnisse hingegen ignoriert die Rationalistin - sowohl die eigenen als auch die von Mann Walter (Samuel Finzi) und Tochter Leni (Isabell Metz). Als ihre Schwester Karola (Jule Böwe) überstürzt verreist, kümmert sich Agnes um ihre Wohnung - und trifft auf Bruno (André Jung), mit dem sie eine Affäre beginnt.Wie mysteriös das Leben manchmal sein kann, malt der Debütfilm von Lola Randl überzeugend und hochemotional aus. Rätselhaftigkeit obsiegt über die Realität in diesem Bildnis einer Ehe. Das führt zu Rollenwechseln, fremden Identitäten und beantwortet keineswegs jede offene Frage.
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Wie mysteriös das Leben manchmal sein kann, malt der Debütfilm von Lola Randl überzeugend und hochemotional aus. Rätselhaftigkeit obsiegt über die Realität in diesem Bildnis einer Ehe. Das führt zu Rollenwechseln, fremden Identitäten und beantwortet keineswegs jede offene Frage.
Als erfolgreiche Neurowissenschaftlerin studiert Agnes (Sylvana Krappatsch) das menschliche Gehirn. In der Konzentration auf den Beruf und die Kontrolle des Lebens ignoriert sie ihre emotionalen Bedürfnisse, aber auch die ihres Mannes und der Tochter.
Die Distanz zu ihrer Familie wird noch größer, als sie die Wohnung eines Ehepaars in dessen Abwesenheit beaufsichtigen soll und die fremde Umgebung aufregender als die vertraute wird. Besonders als Wohnungsinhaber Bruno (André Jung) unerwartet zurückkommt und sich eine anonyme Beziehung entwickelt, an die sich beide klammern können.
Der Debütfilm von Lola Randl weist Spurenelemente von David Lynchs "Mulholland Drive" auf. Auch hier geht es um Rollenwechsel und fremde Identitäten, doch im Unterschied zu Lynch spielt Randl die Traumkarte nicht aus. Ihr Bild einer Ehe, in der aneinander vorbei gelebt und geredet wird, ist der Wirklichkeit verpflichtet, das Verhalten der Hauptfigur und ihres Liebhabers aber nicht.
Hier dominiert das Rätselhafte über das Realistische und wohl bei manchem Zuschauer, ungeachtet der Leistung von Sylvana Krappatsch, die Ratlosigkeit.
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