The King's Speech
START 17.02.2011
DRAMA | 118 MINUTEN | GROßBRITANNIEN / AUSTRALIEN 2010 | SENATOR/CENTRAL
Bewegendes und pointiertes Drama über King George VI, der sich an einen australischen Sprachtherapeuten wendet, um vor einer wichtigen Rede Herr über sein unkontrollierbares Stottern zu werden.
Der OSCAR-Favorit 2011: 12 Nominierungen für die bewegende und amüsante Tragikomödie! King George VI mag historisch nur von marginaler Bedeutung gewesen sein. Regisseur Tom Hooper setzt dem Vater von Queen Elizabeth II dennoch ein filmisches Denkmal. Der Film ist pointiert und gewitzt geschrieben – und einfach unwiderstehlich, nicht zuletzt dank COLIN FIRTH und GEOFFREY RUSH, die jede Szene zum Filmgenuss machen! Prinz Albert, Sohn von King George V, hat eine entscheidende Behinderung: Er stottert. Auf Anraten seiner Frau sucht er den Sprachtherapeuten Lionel Logue auf. Al sein Vater stirbt, wird er zum König gekrönt – und wendet sich am Vorabend des Zweiten Weltkriegs für eine entscheidende Rede an das Volk – wieder an Lionel. HELENA BONHAM CARTER in "The King's Speech".START 17.02.2011
DRAMA | 118 MINUTEN | GROßBRITANNIEN / AUSTRALIEN 2010 | SENATOR/CENTRAL
Film Trailer
| Filmtrailer | 18.01.2011 |
| Filmtrailer (englisch) | 17.12.2010 |
START 17.02.2011
DRAMA | 118 MINUTEN | GROßBRITANNIEN / AUSTRALIEN 2010 | SENATOR/CENTRAL
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START 17.02.2011
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START 17.02.2011
DRAMA | 118 MINUTEN | GROßBRITANNIEN / AUSTRALIEN 2010 | SENATOR/CENTRAL
Nicht nur die Besucherzahlen, auch die Zufriedenheit beim Publikum macht den Oscar-Preisträger zum König: "The King's Speech" ist der Film des Jahres 2011!
Was wäre das Kinojahr 2011 ohne den Oscar-prämierten "The King's Speech" über den stotternden britischen König George VI.? Ein gutes Stück ärmer, meinen die Kinogänger.Nicht nur regierte Colin Firth in der Hauptrolle von Tom Hoopers ausgezeichnetem Drama wochenlang die Spitzen der Kinocharts, auch im Home-Video-Bereich setzte sich die Erfolgsgeschichte fort. Jetzt lässt sich diese Regentschaft nicht mehr nur in Umsatzzahlen messen, sondern auch auf der Beliebtheitsskala der Zuschauer. Dort thront laut einer Umfrage der FFA über die Top-75-Filmtitel des vergangenen Jahres "The King's Speech" ebenfalls unerreicht auf Rang 1.
Mit einer Durchschnittsnote von 1,36 war die Zufriedenheit des Publikums mit dem Gesehenen am höchsten. Doch auch Filme wie "Fast & Furious Five", "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2", "Der Gott des Gemetzels", "Pina" und "König der Löwen 3D" wussten zu begeistern und landeten in der Bewertung nur knapp hinter "The King's Speech".
Außerdem lag "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" bei den Männern ganz weit vorne, während sich die Damenwelt doch lieber mit "Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht, Teil 1" und "Zwei an einem Tag" den Kinoabend versüßte.
Zwei Oscars gewann das Box-Drama "The Fighter". Gute Argumente für eine Fortsetzung, findet Mark Wahlberg. Tritt er in Stallones Fußstapfen?
Aaaaadriaaaaaaannnn!Sylvester Stallones inbrünstiger Ruf nach seiner Liebsten aus blutverschmiertem Mund mit klaffenden Platzwunden im Gesicht ist Filmgeschichte - ebenso wie sein Trainingslauf zu Fanfarenklängen oder das Verprügeln von gefrorenen Tierkörpern: Rocky machte den Boxkampf im Kino salonfähig, dem großartigen ersten Film folgten bisher fünf Fortsetzungen, wenn auch von unterschiedlicher Qualität.
Nun hat Mark Wahlberg offenbar Ähnliches vor. Er plant nach "The Fighter", der in den USA derzeit extrem erfolgreich ist, einen zweiten Film über den Boxer Mickey Ward!
Das Drama hatte Sonntag nacht bei den Oscars doppelt abgeräumt: Christian Bale gewann als Mickeys schwieriger Halbbruder Dicky Eklund den Preist für den besten Nebendarsteller, Melissa Leo triumphierte als biestige Mutter der beiden. Hauptdarsteller Mark Wahlberg war zwar nominiert, ging aber leer aus.
Das will Wahlberg, dessen Niederlage nur der Top-Leistung von Colin Firth in "The King's Speech" zuzuschreiben ist, nun offenbar ändern. Er plant einen weiteren Film über Mickey Ward. Im Mittelpunkt sollen dabei Wards legendäre drei Kämpfe gegen Arturo Gatti stehen. Diesen besiegte Ward zunächst nach Punkten, verlor aber dann beide Rückkämpfe, die extrem spektakulär ausfielen und von Boxfans jeweils zum Kampf des Jahres gekürt wurden.
Zwar beendete Mickey Ward danach seine Karriere, aber das hat Rocky auch nicht von weiteren Kinoauftritten abgehalten. Von daher könnte Teil 2 der "Fighter"-Reihe durchaus der Auftakt zu einer mehrteiligen Filmserie á la "Rocky" sein. Und vielleicht ist dann irgendwann wirklich ein Goldjunge für Mark Wahlberg drin.
Von der Qualität des ersten Teils können sich deutsche Kinofans ab 7. April überzeugen, dann startet "The Fighter" auch in Deutschland.
Colin Firth erstottert für "The King's Speech" vier Oscars, auch "Inception" erhält 4. Natalie Portman gewinnt unter Tränen, "True Grit" verliert 10 Mal!
"Wenn Du nominiert bist und dann Deinen Namen hörst - das fühlt sich an wie ein lautloses impressionistisches Gemälde?"So beschrieb Hollywoods Liebling Tom Hanks zu Beginn den besonderen Reiz einer Oscar-Verleihung. Dieser blumige Vergleich muss auch den großen Sieger Colin Firth verwirrt haben. Denn der Brite rang ganz wie seine stotternde Filmfigur König George in "The King's Speech" mit den richtigen Worten, nachdem er den magischen Satz "And the Oscar goes to? Colin Firth" gehört hatte: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das sich den Weg zu meinen Füßen bahnen will - aber meinen Freudentanz will ich lieber niemandem zumuten."
Den Rest seiner Dankesrede absolvierte Colin Firth sichtlich um Fassung bemüht im Stotterrhythmus - und dabei war garantiert kein Method Acting im Spiel: Der feinsinnige Brite steckte nicht etwa noch in seiner Rolle fest, er war schlicht vollkommen überwältigt.
Dabei war Colin Firths Sieg ebenso wenig überraschend wie der Preis für Natalie Portmans Glanzleistung in "Black Swan". Als Ballerina, die unter enormem Leistungsdruck die Grenzen ihres Körpers und ihrer Seele überschreitet, beeindruckte sie wie Millionen deutscher Kinozuschauer auch die ehrwürdige Academy - und nahm den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen.
"Das ist der Wahnsinn!", rief Natalie Portman und kämpfte bei jedem Wort mit den Tränen. Sie dankte brav ihren Eltern sowie Luc Besson für ihre erste Rolle in "Leon - der Profi". Als sie sich schließlich an den Choreographen von "Black Swan", Benjamin Millepied, wandte, verlor Portman endgültig die Fassung: "Du hast mir die wichtigste Rolle meines Lebens gegeben", schluchzte Natalie dem Mann entgegen, von dem sie ein Kind erwartet.
Tränen dürfte es auch bei den Coen-Brüdern gegeben haben: Ihr Western-Remake "True Grit" war zehn Mal nominiert und ging dennoch vollkommen leer aus. Stattdessen wurde "The King's Speech" mit vier Goldjungs neben "Inception" (ebenfalls vier Preise) der meistausgezeichnete Film des Abends. Dabei heimste das berührende Monarchendrama, das insgesamt zwölf Mal nominiert war, allerdings den wichtigsten Oscar für den besten Film ein. Außerdem gewann Newcomer Tom Hooper gleich auf Anhieb den begehrten Regie-Oscar. Auch fürs Drehbuch gab's einen Academy Award. "Inception" erhielt die Preise eher in den kleineren technischen Kategorien wie Visual Effects, Kamera und Ton.
Auch der hochgehandelte "The Social Network" gewann nur drei von acht möglichen Oscars (adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Musik). Dafür überraschte Autor Aaron Sorkin mit einem Plädoyer für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film alles andere als gut wegkommt: Ohne ihn wäre keine Revolution in Nordafrika möglich geworden, gab Aaron Sorkin zu bedenken.
Einer der wenigen Momente schallenden Gelächters in einer ansonsten arg braven Oscar-Nacht war ausgerechnet Christian Bale zu verdanken. Er gewann den Preis für die beste Nebenrolle als Mark Wahlbergs Bruder in "The Fighter" und spielte auf der Bühne mit seinem Image als spaßgebremster Perfektionist: "Ich werde hier keine F**k-Arie ablassen, das kennt ihr ja schon zur Genüge von mir!" Bale hatte sich am Set von "Terminator 4" einen legendären Ausraster geleistet und einen Beleuchter minutenlang wüst beschimpft, weil dieser durchs Bild gelaufen war.
Auch der zweite Nebenrollen-Oscar ging an "The Fighter": Melissa Leo, die zuletzt schon für "Frozen River" nominiert gewesen war, wurde für ihren Part als biestige Mutter der boxenden Brüder Wahlberg und Bale ausgezeichnet. Sie benutzte in ihrer Dankesrede allerdings tatsächlich das böse F-Wort: "Als Kate Winslet hier oben stand, sah das so verf*ckt einfach aus!" In der US-Übertragung, die wegen des Superbowl-Eklats (Janet Jacksons "Nipplegate") um einige Sekunden zeitversetzt über den Äther ging, wurde diese Stelle prompt überpiept.
Den Auslands-Oscar gewann Susanne Bier für Dänemark mit dem Familiendrama "In einer besseren Welt". Ein deutscher Beitrag war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht nominiert. Deutsche Oscar-Chancen hatten aber Hans Zimmer für die Musik in "Inception" sowie Jakob Schuh und Max Lang für ihren animierten Kurzfilm "Der Grüffelo" gehabt. Die Preise gewannen jedoch "The Social Network" respektive "The Lost Thing".
Als bester animierter Spielfilm wurde erwartungsgemäß "Toy Story 3" geehrt, der auch als bester Film nominiert gewesen war. Für Ausstattung und Kostüme erhielt Tim Burtons knallbunte Mär "Alice im Wunderland" zwei Oscars, beim Makeup triumphierte - fast zwangsläufig - "Wolfman".
Einiges Aufsehen erregte die Dankesrede von Charles Ferguson, der für seine Finanzkrisen-Doku "Inside Job" einen Oscar erhielt: "Vor drei Jahren wurde eine weltweite Finanzkatastrophe durch massive Betrügereien verursacht. Doch bis heute musste dafür noch kein einziger Finanz-Manager ins Gefängnis. Da läuft etwas völlig falsch!"
Ach ja, außer den Gewinnern waren auch noch zwei Moderatoren im Kodak Theatre von Los Angeles zugange. Allerdings fielen Anne Hathaway und James Franco kaum auf, obwohl Letzterer sogar als Hauptdarsteller in "127 Hours" (der bei sechs Nominierungen übrigens auch komplett leer ausging) selbst eine Oscar-Chance hatte. Wie mau die Gags der beiden waren, zeigte eine Rückblende auf Bob Hopes genial-pointierte Moderationen - die waren sogar in schwarzweiß lebendiger als die des Jahres 2011!
So war der schönste Oscar-Moment der 83. Verleihung auch nicht Anne Hathaway oder James Franco zu verdanken, sondern einer 94-jährigen Hollywood-Legende: Kirk Douglas! Am Stock gehend und mit schleppender, kaum noch zu verstehender Stimme verlieh er den Preis für die beste Nebendarstellerin. Dabei erwies er sich als galanter Charmeur: "Du siehst toll aus! Wo warst Du nur, als ich noch Filme gedreht habe?", fragte er eine mädchenhaft errötende Anne Hathaway.
Antwort: weit weg von einer Oscar-Verleihung - und das wäre wohl besser auch so geblieben?
Regisseur Tom Hooper über seinen Oscar-Favoriten "The King's Speech", die Haltung der Königsfamilie zum Film und äußerst derbe Therapiemethoden.
"The King's Speech", der als Gala-Screening des Berlinale Special läuft, ist einer der großen Erfolgsgeschichten der Oscarsaison. Regisseur Tom Hooper kann sich dieses Phänomen durchaus erklären - nur die Logik der US-Freigabebehörde vermag er nicht zu verstehen.Sie haben sich durch hochkarätige TV-Projekte einen Namen gemacht. Warum waren Sie sicher, dass "The King's Speech" einen guten Kinostoff abgeben würde?
TOM HOOPER: Eigentlich hatte Autor David Seidler das Ganze als Theaterstück geplant. Für mich war klar, dass sich diese Geschichte nur für ein filmisches Medium eignet. Denn das Drama des Stotterns kann nur in Nahaufnahme perfekt erzählt werden. Dokumentarische Aufnahmen zeigen King George in Halbnahen oder Totalen. Die vermitteln gar nichts. Das Kino ist für "The King's Speech" ein natürliches Medium. Für mich stellt sich die Frage: Lässt sich der Film in eineinhalb bis zwei Stunden erzählen oder nicht? Das Fernsehen eignet sich eher für umfassende Stoffe wie die amerikanische Revolution, die nicht als einzelner Film funktionieren würden.
Ihr Film wurde zum Oscarfavoriten.
Was mich erst einmal gar nicht interessiert hat. Für mich war es nur wichtig, dass der Film sein Publikum findet. Denn ich war und bin davon überzeugt, dass "The King's Speech" in einem großen Saal am meisten Spaß macht. Ich selbst habe ihn unzählige Male gesehen und bin schon ganz müde davon, aber wenn ich ihn bei einer Premiere mit 2000 Leuten erlebe, die sich krummlachen und dann wieder weinen, ist das für mich ein Vergnügen. Das ist eben auch einer der Gründe, weshalb das Kino das ideale Medium ist. Denn diese Emotionen sollte man alle gemeinsam erleben, statt auf die DVD zu warten.
Haben Sie eine Erklärung für den Siegeszug Ihres Films?
Ich weiß nur Folgendes: Es gibt momentan einige Filme, die Menschen polarisieren. Die einen hassen sie, die anderen lieben sie. Aber "King's Speech" scheint alle zu vereinen. Ich habe keinen Menschen getroffen, der ihn nicht mochte. Diese Einhelligkeit ist schon sehr verblüffend.
War "The King's Speech" denn als Komödie konzipiert?
Keinesfalls; er ist es auch nicht. Wir haben nie versucht, bestimmte Gags anzupeilen. Wir wussten nur, dass einige Sachen lustig sein würden. Aber die Charaktere legen es nicht darauf an. Zum Teil kommt die Komik auch davon, das King George, wie die Tagebücher seines Sprachtherapeuten belegen, ein sehr geistreicher, witziger Mensch war. Bei bestimmten Szenen hätten wir nie gedacht, dass die Leute lachen. Zum Beispiel, wenn die Töchter des Helden einen Knicks machen, nachdem ihr Vater zum König ernannt wurde.
Für englische Filmemacher hat das Königshaus offenbar einen nie enden wollenden Reiz. Was ist Ihre Erklärung?
Wir haben zu unserer Monarchie eine sehr konfliktreiche Einstellung. Einerseits sind derartige Privilegien in einer modernen Demokratie nicht akzeptabel, andererseits sorgt das Königshaus für eine großartige Seifenoper. "The King's Speech" hinterfragt diese Privilegiertheit. Für King George VI. war dieses Amt eher die Hölle. Das Dilemma, gegen das er ankämpft, ist ein universelles. Jeder von uns hat Blockaden, die verhindern, dass wir uns voll entfalten können.
War Colin Firth Ihre erste Wahl?
Wir zogen ein paar Schauspieler in Erwägung, aber er war der erste ernsthafte Kandidat. Ursprünglich hatte ich Bedenken, weil er zehn Jahre älter und auch äußerlich imposanter ist als King George. Aber von seiner Mentalität und Geisteshaltung her gab es Gemeinsamkeiten. Das ermöglichte es ihm, sich der Figur auch physisch zu nähern. Wir arbeiteten sehr intensiv an seiner Körpersprache. Letztlich funktioniert der Film so gut, weil mit der Besetzung und dem Drehbuch alles optimal ist.
Gab es im Vorfeld irgendeine Kommunikation mit der Königsfamilie?
David Seidler wollte den Stoff schon Anfang der 1980er-Jahre bearbeiten, nachdem er herausgefunden hatte, dass der Sprachtherapeut des Königs, Lionel Logue, Tagebücher hinterlassen hatte. Dessen Sohn sagte ihm seine Unterstützung zu. Doch er bat ihn, erst die Zustimmung des Königshauses einzuholen. Die Königinmutter willigte ein - mit der Einschränkung, dass er die Geschichte nicht zu ihren Lebzeiten veröffentlichen sollte. Die Erinnerungen waren für sie zu schmerzvoll. Allerdings hatte er keine Ahnung, dass sie noch bis 2002 leben sollte.
Letztes Hindernis war die Motion Picture Association of America, die dem Film in den USA wegen der Schimpfwörter eine Jugendfreigabe verweigerte.
Was völlig absurd ist. Denn es kommt ja auf den Kontext an. "Fuck" wird bei uns als Mittel der Sprachtherapie eingesetzt. David Seidler hat es selbst als Stotterpatient erlebt, und da war er noch ein Kind.
Colin Firth sorgt als Stotter-Monarch in "The King's Speech" für 12 Oscar-Chancen, Jeff Bridges im Western "True Grit" für 10. "Black Swan" enttäuscht.
Königlicher Zungen-Akrobat gegen Western-Veteran mit Augenklappe.Das sind Helden, wie Hollywood sie liebt: Colin Firth glänzt im wundervollen Historienfilm "The King's Speech" als englischer König George VI, der den Thron nie wollte, weil er schlimm stottert, und dann doch am Vorabend des Zweiten Weltkriegs Britannien auf den Kampf gegen Hitler einschwören soll. Die gefühlvoll inszenierte Antihelden-Geschichte wurde von der Academy of Motions Picture Arts and Sciences für sage und schreibe 12 Oscars nominiert - und ist damit sicher auch der Favorit auf die Auszeichnung als bester Film.
Dahinter folgt der neue Streich der Academy-Lieblinge Joel und Ethan Coen, die zuletzt mit "No Country for Old Men" abgeräumt hatten. Ihr Remake des John Wayne-Klassikers "Der Marshall" unter dem Titel "True Grit" bringt es für die Verleihung am 27. Februar auf insgesamt 10 Nominierungen. Darunter selbstverständlich auch Jeff Bridges, der in die offensichtlich doch nicht unausfüllbaren Fußstapfen von John Wayne tritt.
Trotzdem gilt Colin Firth als Favorit auf den Oscar für den besten Hauptdarsteller, nicht zuletzt da Bridges erst letztes Jahr den Oscar für "Crazy Heart" gewann. Bestenfalls Außenseiterchancen haben Jesse Eisenberg als Facebook-Gründer in "The Social Network", James Franco als Outdoor-Freak in "127 Hours" und Javier Bardem in "Biutiful", dessen Film auch als Favorit in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film gehandelt wird - ein deutscher Beitrag ist dort diesmal leider nicht nominiert.
Als Gewinner dürfen sich zudem schon jetzt das Facebook-Drama "The Social Network" und Christopher Nolans SciFi-Verwirrspiel "Inception" mit 8 Nominierungen zählen. Das Box-Drama "The Fighter" mit Mark Wahlberg und Christian Bale, beide auch als Darsteller nominiert, bringt es auf 7 Oscar-Chancen, dann folgt mit 6 Nominierungen das Extremsportler-Drama "127 Hours" von "Slumdog Millionär"-Macher Danny Boyle um einen Mann, der sich den eigenen Arm abtrennt.
Erst dann reiht sich der im Vorfeld schwer gehypete Ballett-Thriller "Black Swan" ein, der es überraschend auf lediglich 5 Oscar-Chancen bringt. Trotzdem ist Natalie Portman weiter die unantastbare Favoritin für den Oscar als beste Hauptdarstellerin: Die Mitbewerberinnen Nicole Kidman im Familiendrama "Rabbit Hole", Annette Bening im Patchwork-Familienfilm "The Kids Are All Right", Jennifer Lawrence im Südstaatendrama "Winter's Bone" und Michelle Williams im Liebestagebuch "Blue Valentine" haben nicht annähernd so eindringliche schauspielerische Leistungen zu bieten.
Ebenfalls 5 Nominierungen gab's etwas überraschend für "Toy Story 3", der nicht nur als bester Animationsfilm, sondern auch als bester Film nominiert ist, dazu in den Kategorien Drehbuch, Filmsong und Tonschnitt.
Als beste Filme sind konsequenterweise hauptsächlich die Filme nominiert, die auch insgesamt die meisten Nominierungen erhielten. Neben den erwähnten "The King's Speech", "True Grit", "The Social Network", "Inception" (der allerdings fast nur in "technischen" Kategorien nominiert ist), "The Fighter", "127 Hours", "Der Seeräuber" und "Toy Story 3" sind das außerdem "The Kids Are All Right" (4 Nominierungen) und "Winter's Bone" (ebenfalls 4).
Der Regisseur trägt enorm zum Gelingen oder Scheitern des gesamten Films bei, meint auch dieses Jahr wieder die Academy, und so sind die Macher der multipel nominierten Filme auch hier ganz vorn dabei. Tom Hooper dürfte logischerweise für "The King's Speech" die besten Karten haben, gefolgt von den Coens für "True Grit", die aber möglicherweise schon den ein oder anderen Preis zu viel gewonnen haben. David Fincher für "The Social Network", David O. Russell für "The Fighter" und Darren Aronofsky für "Black Swan" werden wohl das Nachsehen haben.
Klarer Favorit auf den Oscar als bester Nebendarsteller ist eindeutig Geoffrey Rush, der in "The King's Speech" den exzentrischen Sprachtherapeuten von King George spielt. Christian Bale hat als Mark Wahlbergs Boxer-Bruder in "The Fighter" eine Außenseiterchance.
Enger geht's bei den Damen zu: Die junge Hailee Steinfeld gilt als Geheimtipp, sie bittet in "True Grit" Jeff Bridges um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Amy Adams spielt in "The Fighter" groß auf, ihre Kollegin Melissa Leo (zuletzt für "Frozen River" nominiert) macht ihr im selben Film direkte Konkurrenz. Auch Helena Bonham Carter könnte als Ehefrau von Colin Firth alias König George in "The King's Speech" gewinnen und von einem möglichen Goldregen in anderen Kategorien profitieren. Für Jackie Weaver aus "Animal Kingdom" gilt dagegen wohl eher die alte Oscar-Platitüde: "Es ist schon eine Ehre, nur nominiert zu sein?"






























































