Atom Egoyan
REALER NAME:
Atom Yeghoyan
GEBURTSTAG:
19.07.1960 in Kairo
LEBT IN:
Kanada
Atom Yeghoyan
GEBURTSTAG:
19.07.1960 in Kairo
LEBT IN:
Kanada
Kurzinfo
Identitätssuche, Familiendramen, Voyeurismus und sexuelle Obsessionen stehen im Zentrum der Filme von Atom Egoyan. Geboren 1960 in Kairo als Sohn armenischer Eltern, wuchs Egoyan in Kanada auf, wo er in Toronto klassische Gitarre und Politik studierte und nach einigen Kurzfilmen 1984 mit "Die nächsten Angehörigen" als Spielfilmregisseur debütierte. Egoyan wurde damit über Nacht als einer der jüngsten Autorenfilmer der Geschichte anerkannt, ...weiter »
GEBURTSDATUM: 19.07.1960 | GEBURTSORT: KANADA
Identitätssuche, Familiendramen, Voyeurismus und sexuelle Obsessionen stehen im Zentrum der Filme von Atom Egoyan. Geboren 1960 in Kairo als Sohn armenischer Eltern, wuchs Egoyan in Kanada auf, wo er in Toronto klassische Gitarre und Politik studierte und nach einigen Kurzfilmen 1984 mit "Die nächsten Angehörigen" als Spielfilmregisseur debütierte. Egoyan wurde damit über Nacht als einer der jüngsten Autorenfilmer der Geschichte anerkannt, dessen Filme sich international nach und nach auf Festivals durchsetzten, bevor sie ins Kino gelangten. Die ersten Filme "Familienbilder" (1987) und "Traumrollen" (1989) sind hochkomplexe, verschachtelte und sich erst im Finale auflösende meditative Erzählungen über die Entfremdung von Familienmitgliedern und ihre Neigung, Videos aufzunehmen und mit anderen Bildern zu überspielen, sowie Studien über Menschen, die nie persönlich interagieren, sondern nur vermittels Bildern, Monitoren und Videos miteinander kommunizieren. Mit "Der Schätzer" (1991) wurden Egoyans Filme zugänglicher. Ein Versicherungsangestellter mit voyeuristischen Neigungen und eine Filmzensorin (Egoyans Lieblingsdarstellerin und Lebensgefährtin Arsinée Khanjian), die heimlich indiziertes pornografisches Material speichert, werden von ihren Fantasien verschlungen. "Exotica" (1994) spielt in einem Nachtclub, wo sich ein Steuerbeamter in eine der Striptease-Tänzerinnen verliebt. "Das süße Jenseits" (1997, "Oscar"-Nominierung für die beste Regie), erstmals nicht nach eigenem Drehbuch, sondern nach einer Vorlage entstanden, schildert die Auswirkungen eines Busunfalls, bei dem fast alle Kinder umkamen, auf ein kleines Dorf, wo ein Versicherungsangestellter (Ian Holm) vergeblich Schadensersatzklagen zu erreichen hofft. "Felicia, mein Engel" (1999) zeigt Bob Hoskins als Küchenchef mit ödipaler Vergangenheit und als sanftesten Serienkiller der Filmgeschichte. Egoyans Filme mit ihren parallelen Handlungssträngen und komplizierten Rückblenden erreichen ihre hypnotische Wirkung durch einlullende Kamerafahrten, wenig Musik, traumhafte Interieurs und die erst allmählich enthüllten Motive und Zusammenhänge der Personen, die "wie in einem Striptease" in einer erotischen Inszenierung sich offenbaren.GEBURTSDATUM: 19.07.1960 | GEBURTSORT: KANADA
Colin Firth ist beim Drama "Devil's Knot" über die drei Kindermorde von Memphis mit dabei. Ihm zur Seite steht Reese Witherspoon.
Dieser Film wird für die Stars harte Kost.Oscarpreisträger Colin Firth, zur Zeit in "Dame, König, As, Spion" zu sehen, hat sich dem Drama "Devil's Knots" angeschlossen und wird darin einen Ermittler spielen. Damit ist Firth schon in hochkarätiger Gesellschaft, denn die weibliche Hauptrolle übernimmt Reese Witherspoon.
Der Film, der auf dem Sachbuch "Devil's Knot: The True Story of the West Memphis Three" beruht, dreht sich um drei grausame Kindermorde, die als die sogenannten Memphis-Morde in die amerikanische Geschichte eingingen. Im Jahr 1993 wurden schließlich drei Männer verdächtigt, die Tat begangen zu haben. Heute sind die drei Beschuldigten frei, denn offenbar lag ein Justizirrtum vor.
Colin Firth als Ermittler wird es dabei vor allem mit der Mutter (Reese Witherspoon) eines der ermordeten Jungen zu tun bekommen. Die Frau glaubte lange an die Schuld des Mördertrios, erkennt dann aber, dass sie eine falsche Spur verfolgt.
Regie führt Atom Egoyan, der Colin Firth auch schon im elektrisierenden Thriller "Wahre Lügen" inszeniert hat. Für zusätzliche Spannung dürfte dann Drehbuchautor Paul Harris Boardman sorgen, der mit "Der Exorzismus von Emily Rose" und "Düstere Legenden 2" einiges vorzuweisen hat.
Ausnahmeregisseur Atom Egoyan über Mainstream, Midlifecrisis und eine Schocksituation beim Dreh seines neuen Films "Chloe" mit Liam Neeson.
Atom Egoyan präsentiert mit "Chloe" ein publikumswirksames Drama nach dem französischen Film "Nathalie". Der 2009 in Mannheim als "Master of Cinema" ausgezeichnete Regisseur fühlt sich Deutschland sehr verbunden.Was halten Sie von dem Kritikervorwurf, Sie würden in die kommerzielle Richtung gehen?
ATOM EGOYAN: Darüber muss ich schmunzeln. Vielleicht ist "Chloe" leichter zugänglich. Was ist daran schlecht, einen Film für ein größeres Publikum zu machen, die psychologische Geschichte mit klassischer Struktur zu erzählen, etwas linearer als sonst? Das ergab Sinn, ohne dass ich einen Kompromiss eingehen musste. Die Struktur hängt von der Story ab. Da lege ich mich auch in Zukunft nicht fest. Neu war für mich die Erfahrung, nicht das Drehbuch zu schreiben. Daran musste ich mich erst gewöhnen, aber der Stil von Erin Cressida Wilson gefiel mir.
Warum interessiert Sie ein Remake des französischen Films "Nathalie"?
Ich würde es Neuentdeckung nennen, ich gehe über die französische Vorlage hinaus. Wir konzentrieren uns auf bestimmte Archetypen, die Personen sind anders. Auch wenn sich die Struktur unterscheidet, sehe ich eine Ähnlichkeit im Ton zu meinem "Exotica". Eher zufällig schlug mir Ivan Reitman das Projekt vor. Und da ein US-Studio absprang, weil es die Weltrechte nicht bekam, hatten wir nur mit Studio Canal zu tun. Das erleichterte die Kommunikation.
Während der Dreharbeiten starb Liam Neesons Frau Natasha Richardson.
Ein Riesenschock und die extremste Situation meiner Karriere. Plötzlich tauchten Versicherungsleute und Investoren am Set auf und fragten uns Löcher in den Bauch, dabei wusste ich selbst nicht, wie es weitergehen sollte. Wir haben dann Szenen ohne Liam gedreht, und wie durch ein Wunder kehrte er zurück, und wir konnten den Film beenden. Diese Erfahrung wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht.
Wendet sich "Chloé" primär an ein weibliches Publikum?
Beim Testscreening kamen viele Zuschauer nur wegen Liam Neeson, waren aber nicht enttäuscht, dass Julianne Moore und Amanda Seyfried die zentralen Parts spielen. "Chloé" ist ein wichtiger Film für Männer, da lernen sie viel über Frauen in der Midlifecrisis.
Die Midlifecrisis gibt es auch beruflich. Hat man in einem bestimmten Alter das Gefühl, die besten Zeiten seien vorbei, die besten Filme realisiert?
Im Rückblick auf die künstlerische Karriere ist man in den Dreißigern auf dem Höhepunkt, da hatte ich diesen außergewöhnlichen Lauf mit "Calendar", "Exotica" oder "Das süße Jenseits". Für mich der wichtigste, wenn auch nicht der beste Film kam erst mit "Ararat" 2002. Ich gebe zu, das war eine ziemlich problematische Sache, aber ein Wendepunkt in meinem kreativen Schaffen und Beginn einer neuen Ära. Ich schätze mich deshalb glücklich, weiterhin Unterstützung zu bekommen.
Ihre Filme wurden seitdem schwieriger, etwa "Simons Geheimnis". Muten Sie dem Zuschauer zu viel zu?
Manchmal frage ich mich, ob ich nicht zu intellektuell an die Projekte herangehe. Es ist natürlich enttäuschend, so viel Arbeit investiert zu haben und dann mit leeren Händen dazustehen. In allen Ländern löste "Simons Geheimnis" Diskussionen aus, in Deutschland waren die Kritiken gut und die Zusammenarbeit mit X Verleih einfach toll. Aber der Zuschauer verweigerte sich. Das tut schon weh.
Was verbindet Sie mit Deutschland?
Meinen zweiten Geburtstag habe ich in Köln gefeiert, in Mannheim, meinem ersten Festival überhaupt, erhielt ich 1984 den Goldenen Dukaten für "Die nächsten Angehörigen", im Forum in Berlin lief "Familienbilder", in Hof "Exotica", da erinnere ich mich noch an ein lustiges Fußballspiel. In Deutschland wurde meine künstlerische Arbeit von Anfang an anerkannt, sogar früher als in Frankreich. Und ich bin natürlich von der deutschen Philosophie beeinflusst, habe "Salome" und Wagners "Ring" inszeniert.
Wie steht es mit dem Gemeinschaftsprojekt mit Hal Hartley?
Das köchelt so vor sich hin. Ich inszeniere weiter Oper und Theater, liebe Musik und finde Theaterproben aufregend, würde aber nicht ein Medium gegen das andere ausspielen. Filmemachen bleibt meine Priorität.

































