Ayelet July Zurer

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Ayelet July Zurer

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"Ich gebe doch nicht diese Rolle ab" 12.05.2009

Die Stars um Tom Hanks über ihr Verhältnis zu Romanautor Dan Brown und wie der Vatikan Einfluss auf den "Illuminati"-Dreh genommen hat.

Mit der Verfilmung von Dan Browns Bestseller "The Da Vinci Code - Sakrileg" hat Ron Howard nicht nur den Zorn der katholischen Kirche auf sich gezogen. Auch die Kritiker waren alles andere als begeistert. Warum sich die Hauptdarsteller Tom Hanks, Ewan McGregor, Stellan Skarsgard, Pierfrancesco Favino, Ayelet Zurer und Regisseur Ron Howard die Fortsetzung "Illuminati" trotzdem nicht entgehen lassen konnten, verrieten sie beim Interview an den Original-Drehorten in Genf und Rom.
» Warum haben Sie die Roman-Reihenfolge geändert und "Illuminati" zur Fortsetzung von "The Da Vinci Code - Sakrileg" gemacht?
RON HOWARD: Viele Leute haben "Illuminati" auch erst als zweites Buch gelesen und ich habe mir gedacht, dass es für das Kinopublikum komisch wäre, in der Zeit zurückzugehen. Die Situationen, die Dan Brown für Robert Langdon geschaffen hat, machen ihn zu einem ungewöhnlichen Helden und das ist vom kreativen Standpunkt aus gesehen unwiderstehlich.
TOM HANKS: Ich wollte diese Rolle unbedingt wieder spielen. Robert Langdon ist ein interdisziplinäres Genie und somit kann ich mal jemanden verkörpern, der hochintelligent und kultiviert ist. Wer "The Da Vinci Code - Sakrileg" gesehen hat, der weiß, dass Robert Langdon eine unbequeme Wahrheit über die katholische Kirche kennt. Dieses Wissen führt natürlich zu Komplikationen mit einer Autorität wie dem Vatikan. Als Schauspieler sind es genau diese Rollen, die wir spielen wollen.
» Mr. Howard, wie treu sind Sie dem Roman mit ihrer Verfilmung geblieben?
RON HOWARD: Wir haben uns bei diesem Film eine größere, kreative Freiheit genommen: Einige Figuren wurden kombiniert, neue erschaffen und einige Sequenzen hinzu erfunden. Die zentralen Ideen, Konflikte, Wendepunkte und Geheimnisse haben wir aber beibehalten.
» Mr. McGregor, Ihre Figur findet sich auch im Roman wieder. Was gefällt Ihnen an ihr am meisten?
EWAN MCGREGOR: Der Camerlengo ist ziemlich schwierig zu spielen und das macht mir immer am meisten Spaß. Er ist nicht so geradeheraus, wie es zunächst den Anschein hat.
» Was haben Sie gemacht, um sich vorzubereiten?
EWAN MCGREGOR: Nicht so viel, um ehrlich zu sein. Ich bin kein religiöser Mensch und es ist nicht einfach, zu recherchieren, wie man ein Priester ist. Natürlich habe ich mich über den Vatikan und die ganzen Verfahrensweisen informiert. Aber die Vatikan-Dokus, die ich mir angeschaut habe, waren langweilig und eher eine gute Einschlafhilfe. Für die Rolle des Camerlengo musste ich mich in jemanden hineindenken, der sein Leben lang mit der Kirche in Kontakt stand und sein Leben bewusst seinem Glauben widmet. Da musste ich schon sehr kreativ werden.
» Haben Sie nach all der Aufregung um "Sakrileg" leicht eine Dreherlaubnis für den Vatikan bekommen?
RON HOWARD: Was wir eigentlich vorhatten, war, an verschiedenen Orten in Rom zu drehen, mit dem Vatikan im Hintergrund. Aber drei Tage, bevor wir mit den Dreharbeiten beginnen wollten, wurde uns gesagt, dass es ein Treffen der Filmkommission mit Vatikan-Offiziellen gegeben hätte. Das Ergebnis war, dass einige unserer Genehmigungen aufgehoben wurden. Nach einer Dreherlaubnis im Vatikan haben wir nie offiziell gefragt.
PIERFRANCESCO FAVINO: Selbst eine italienische Crew darf nicht ohne Erlaubnis in Kirchen drehen und selbst als Italiener darf ich nicht in überall im Vatikan herumlaufen, wenn ich nicht vorher eingeladen wurde. Ich weiß, dass sich das streng anhört, aber das hier sind die Jungs von "Sakrileg" und jeder weiß, was Dan Brown geschrieben hat. Nicht, dass ich die Haltung des Vatikans rechtfertigen möchte, aber ich kann seinen Standpunkt verstehen.
RON HOWARD: Dennoch haben wir mit Hilfe technologischer Raffinessen einen Weg gefunden, das Kinopublikum auf eine authentische Reise hinter die Mauern des Vatikans zu nehmen. Die Zuschauer werden zufrieden sein.
» Beide Filme spielen mit Verschwörungstheorien. Glaubt einer von ihnen an derartige Theorien?
TOM HANKS: Nein und nochmals nein. Ich weiß, dass Verschwörungstheorien gut gemeint sind und es so gut wie zu jedem Thema eine Theorie gibt. Aber sie sind doch nur dazu da, damit die Erfinder von Verschwörungstheorien ihre Bücher verkaufen und Geld verdienen können.
» Im Film spielt die Teilchenphysik aufgrund der Antimaterie-Bombe eine große Rolle. Mr. Landua, können Sie uns als CERN-Wissenschaftler bitte die Teilchen-Physik erklären?
TOM HANKS: Ja, bitte. Das möchte jeder wissen.
ROLF LANDUA: Geben Sie mir zwei Tage...
» Um es einzugrenzen, könnten Sie uns vielleicht sagen, ob Antimaterie, wie Dan Brown behauptet, wirklich explodiert, wenn sie mit Materie in Berührung kommt?
ROLF LANDUA: Wenn man wie im Film genug Antimaterie hat - also ungefähr ein Gramm - und es mit einem Gramm Materie zusammenbringt, würde ich nicht gerne in der Nähe stehen. Da hat Dan Brown also nicht gelogen. Aber allein die Produktion von einem Gramm Antimaterie würde eine Milliarde Jahre dauern, so dass die Geschehnisse in "Illuminati" reine Fiktion sind.
» Was hat Stellan Skarsgard zum Film beigetragen?
RON HOWARD: Für einen Film wie "Illuminati" braucht man einfach so großartige Schauspieler wie Stellan, Ewan oder Armin Mueller-Stahl. Sie schaffen es, eine Geschichte, wie wir sie erzählen, mit Leben zu füllen. Stellan hat doch auch in einem der Filme, die du produziert hast, fantastische Arbeit geliefert, oder?
TOM HANKS: Ja, er ging von "Mamma Mia!" direkt zu "Illuminati", also von ABBA zu Dan Brown. Ich denke, er arbeitet sich jetzt durch das Alphabet.
» Mr. Skarsgard, inwiefern hat "Mamma Mia!" ihre Wahrnehmung bei den Fans beeinflusst?
STELLAN SKARSGARD: Das weiß ich gar nicht genau, aber von meiner Fanpost aus zu schließen, habe ich einige Frauen mittleren Alters und junge schwule Männer für mich gewinnen können.
» Mr. Hanks, das Gleiche kann Ihnen nach Ihrem Badehosen-Auftritt in "Illuminati" jetzt auch passieren. Sind Sie wegen der Schwimmszenen oft ins Fitness-Studio gegangen?
TOM HANKS: Guter Gott. Ja, das bin ich tatsächlich. Robert Langdon schwimmt jeden Tag 500 Meter und er spielt Wasserball. Das kann man nicht in Baggy-Shorts tun, sondern nur in Speedos. Und ich habe keine Angst vor einer Badehose. Als Schauspieler habe ich schon viel schlimmere Sachen tragen müssen oder auch mal noch weniger. Es braucht eben einen echten Mann, sich in die Badehose zu schmeißen und sich zur Arbeit zu melden.
» Im Roman kommen sich Robert Langdon und Vittoria Vetra sehr nah. Wie sieht es mit der Romanze im Film aus?
TOM HANKS: Wenn es überhaupt so etwas wie Romantik in "Illuminati" gibt, dann ist sie sehr gut versteckt hinter Roberts und Vittorias Verlangen, die Ermordung der entführten Kardinäle zu verhindern. Für romantische Momente ist vor der Wahl des neuen Papstes einfach die Zeit zu knapp. Ich stelle mir aber gerne vor, dass sich die beiden am Ende des Films zu einem Glas Wein irgendwo in Rom treffen. Das sieht man aber leider nicht.
» Der Roman und der Trailer versprechen viele Action-Szenen...
TOM HANKS: Zu sehen gibt es auf jeden Fall sehr viel Gerenne und viel Feuer, dafür aber keine Prügeleien. Robert Langdon greift natürlich auch nicht nach einer Maschinen-Pistole. Tatsächlich feuert er eine Waffe ab, aber nur um damit ein Fenster zu zerstören. Das ist alles.
» Mr. McGregor, gab es negative Reaktionen von Seiten der katholischen Kirche oder katholischen Gläubigen für Ihr Engagement in "Illuminati"?
EWAN MCGREGOR: Noch nicht, aber ich wappne mich dafür, obwohl ich es nicht hoffe. Ich spiele den Camerlengo als eine Rolle und hätte sie niemals angenommen, wenn ich der Meinung gewesen wäre, dass sie anti-katholisch sei. In "Illuminati" wird der katholische Glaube nicht angegriffen. Es ist eine frei erfundene Geschichte, in der der Vatikan in die Luft zu fliegen droht und gerettet wird. Der Film ist ein Thriller, der der guten alten Täter-Frage nachgeht.
» Sind Sie ein Fan von Dan Brown und seinen Büchern?
STELLAN SKARSGARD: Ich habe keines seiner Bücher gelesen und mir auch "Sakrileg" nicht angesehen, bevor ich zu diesem Filmprojekt gestoßen bin. In meiner Freizeit stecke ich meine Nase lieber in andere Bücher als diese Krimis und Mystery-Thriller.
EWAN MCGREGOR: Ich habe zuerst das Drehbuch und dann den Roman "Illuminati" gelesen, so dass ich das Ganze vollkommen anders erlebt habe. Mit dem Buch habe ich mich sowieso nur beschäftigt, damit ich meine Rolle besser verstehen konnte. Ich habe es nicht zum Vergnügen gelesen, sondern weil es mein Job war, aber es hat mir gefallen.
» Dan Brown schreibt derzeit an einer neuen Robert-Langdon-Geschichte. Mr. Hanks, würden Sie auch in der Verfilmung von "The Solomon Key" mitspielen?
TOM HANKS: Wahrscheinlich ja, aber dafür müsste ich die Geschichte erst einmal gelesen haben. Dan Brown ist ein ziemlich einfacher Typ. Trotzdem werde ich das spannende Buch kaufen und lesen, um herauszufinden, ob es irgendeinen Sinn macht.
» In "Illuminati" gibt es einige wenige wissenschaftliche Szenen. Glauben Sie, dass der Film Jugendliche dazu bringen kann, sich für das Thema zu interessieren?
TOM HANKS: Man muss immer bedenken, dass Wissenschaft so wie Dan Brown sie beschreibt, in Wirklichkeit nicht auch auf diese Weise funktioniert. Wenn man sich alleine CERN und die wenigen Sicherheitsleute vor Ort anschaut, wird einem schnell klar, dass es dort nichts zu stehlen gibt. Es gibt kein großes Geheimnis, das entwendet werden kann.
Dennoch sollte man nie unterschätzen, wie ein Film etwas Banales als absolut großartig darstellen kann. Ich kann garantieren, dass nach dem Film einige Kinder in ihren Chemie-/Physikunterricht kommen werden und sagen: "Funktioniert dieses Ding hier überhaupt so wie der Partikel-Beschleuniger in "Illuminati"? Und ihre Lehrer werden genervt mit den Augen rollen und antworten: "Ja, das Ding funktioniert genau so wie der Partikel-Beschleuniger in "Illuminati".
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