Ethan Coen
GEBURTSTAG:
21.09.1957 in Minneapolis, Minnesota
LEBT IN:
USA
21.09.1957 in Minneapolis, Minnesota
LEBT IN:
USA
Kurzinfo
Amerikanischer Drehbuchautor, Produzent und Regisseur. Mit seinem drei Jahre älteren Bruder Joel bildet Ethan Coen seit ihren Filmanfängen ein symbiotisches Team, das bewusst auf die scharfe Trennung der Funktionen verzichtet. In der Regel inszeniert Joel, Ethan produziert, beide schreiben das Drehbuch. Seit "Ladykillers" sind beide als Regisseure geführt. Als Cutter benutzen sie das Pseudonym Roderick Jaynes. Die Filme der Coen-Brüder zeichnen ...weiter »
GEBURTSDATUM: 21.09.1957 | GEBURTSORT: USA
Amerikanischer Drehbuchautor, Produzent und Regisseur. Mit seinem drei Jahre älteren Bruder Joel bildet Ethan Coen seit ihren Filmanfängen ein symbiotisches Team, das bewusst auf die scharfe Trennung der Funktionen verzichtet. In der Regel inszeniert Joel, Ethan produziert, beide schreiben das Drehbuch. Seit "Ladykillers" sind beide als Regisseure geführt. Als Cutter benutzen sie das Pseudonym Roderick Jaynes. Die Filme der Coen-Brüder zeichnen sich durch eine eigenwillige Erzählweise, absurd-lakonischen Humor aus. Es sind bitterböse Grotesken und rabenschwarze Farcen. Ihre mit surrealistischen Einschüben gespickten, ausgefeilten Bildkompositionen enthalten zahlreiche Zitate aus der Filmgeschichte, speziell aus dem Film noir und den Screwball Comedies der 40er-Jahre. Die messerscharfen, präzisen Dialoge einer von ihnen entwickelten Kunstsprache gehören zur hintergründigen Originalität des Gesamtwerks, das sie als Total Film Maker und Independent-Könige verantworten.Ethan Coen wurde 1957 in St. Louis Park, Minnesota, als Sohn eines Professorenpaars geboren und drehte mit Joel und einem Nachbarjungen mit einer Super-8-Kamera Remakes von Hollywoodfilmen, die sie im Fernsehen gesehen hatten. Er studierte in Princeton und machte seinen Abschluss mit einer Arbeit über den Philosophen Ludwig Wittgenstein. Erst danach taten sich die Brüder zusammen und machten erste Versuche im Filmgeschäft als Cutter von Horrorfilmen, unter anderem Sam Raimis "Tanz der Teufel". Seit 1981 verfassen sie Drehbücher, ihr erster Film, "Blood Simple" (1984), ein Psychothriller um Mord, Versicherungsbetrug und Tribut an die Schwarze Serie, wird von der Kritik gefeiert.
Dem Genre Thriller bleiben sie treu: Mit dem Gangsterepos "Miller's Crossing" (1990), das auch europäische Vorbilder wie Jean-Pierre Melville zitiert; dem kafkaesken Mystery-Thriller "Barton Fink" (1991), in dem ein Drehbuchautor 1941 in Hollywood in einen mysteriösen Mordfall gerät (Goldene Palme Cannes 1991, Regie-Preis, Bester Darsteller: John Turturro); der tragikomischen, im eingeschneiten Minnesota spielenden Entführungs- und Erpressungsgeschichte "Fargo" (1996; Regie-Preis in Cannes, Drehbuch-Oscar, Oscar für die Beste Darstellerin: Frances McDormand); und dem Film Noir "The Man Who Wasn't There" (2001), in dem ein Herrenfriseur eine Mordlawine lostritt.
Ihre stilistische Vielfalt und Virtuosität feiern die Coens mit Arbeiten wie der Actionkomödie "Arizona Junior" (1988), eine schwarzhumorige Burleske, in der Nicolas Cage für Holly Hunter ein Baby stiehlt; der Business-Satire "Hudsucker - Der große Sprung" (1994); der Bowling- und Kidnapping-Komödie "The Big Lebowski" (1998, mit Jeff Bridges als Althippie im Raymond-Chandler-Universum); der Südsaaten-Odyssee "O Brother, Where Art Thou?" (2000); der Scheidungskomödie "Ein unmöglicher Härtefall" (2003) und dem Remake des britischen Krimiklassikers "Ladykillers" (2004) - die zwei letzten Arbeiten für Major Studios.
Seit "Barton Fink" wurden alle Filme der Coens in Cannes uraufgeführt, der für "Paris, je t'aime" (2006) inszenierte Kurzfilm "Tuileries" ebenso wie 2007 "No Country for Old Men". Das elektrisierend schwarzhumorige und hochspannende Meisterwerk um einen todsicheren Killer (Javier Bardem) auf der Jagd im Crime-and-Western-Country von Sergio Leone, Sam Peckinpah und John Woo zeigt sie wieder auf der Höhe ihrer Form. Entsprechend wurde es mit zahlreichen Preisen bedacht, u.a. mit dem Golden Globe für das beste Drehbuch und als Krönung gleich mit vier Oscars, u.a. für die Königskategorien Bester Film und Beste Regie. Für die Regie erhielten die Brüder außerdem Auszeichnungen der Regisseurs- und Produzentengewerkschaft.
Ethan Coen schrieb Kurzgeschichten für The New Yorker, Playboy und Vanity Fair, die unter dem Titel "Gates of Eden" (1999, dt. "Falltür ins Paradies", 2005) erschienen.
Er ist mit der Percussionistin Grace Buller-Gorge verheiratet.
GEBURTSDATUM: 21.09.1957 | GEBURTSORT: USA
Colin Firth erstottert für "The King's Speech" vier Oscars, auch "Inception" erhält 4. Natalie Portman gewinnt unter Tränen, "True Grit" verliert 10 Mal!
"Wenn Du nominiert bist und dann Deinen Namen hörst - das fühlt sich an wie ein lautloses impressionistisches Gemälde?"So beschrieb Hollywoods Liebling Tom Hanks zu Beginn den besonderen Reiz einer Oscar-Verleihung. Dieser blumige Vergleich muss auch den großen Sieger Colin Firth verwirrt haben. Denn der Brite rang ganz wie seine stotternde Filmfigur König George in "The King's Speech" mit den richtigen Worten, nachdem er den magischen Satz "And the Oscar goes to? Colin Firth" gehört hatte: "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch, das sich den Weg zu meinen Füßen bahnen will - aber meinen Freudentanz will ich lieber niemandem zumuten."
Den Rest seiner Dankesrede absolvierte Colin Firth sichtlich um Fassung bemüht im Stotterrhythmus - und dabei war garantiert kein Method Acting im Spiel: Der feinsinnige Brite steckte nicht etwa noch in seiner Rolle fest, er war schlicht vollkommen überwältigt.
Dabei war Colin Firths Sieg ebenso wenig überraschend wie der Preis für Natalie Portmans Glanzleistung in "Black Swan". Als Ballerina, die unter enormem Leistungsdruck die Grenzen ihres Körpers und ihrer Seele überschreitet, beeindruckte sie wie Millionen deutscher Kinozuschauer auch die ehrwürdige Academy - und nahm den Oscar als beste Hauptdarstellerin entgegen.
"Das ist der Wahnsinn!", rief Natalie Portman und kämpfte bei jedem Wort mit den Tränen. Sie dankte brav ihren Eltern sowie Luc Besson für ihre erste Rolle in "Leon - der Profi". Als sie sich schließlich an den Choreographen von "Black Swan", Benjamin Millepied, wandte, verlor Portman endgültig die Fassung: "Du hast mir die wichtigste Rolle meines Lebens gegeben", schluchzte Natalie dem Mann entgegen, von dem sie ein Kind erwartet.
Tränen dürfte es auch bei den Coen-Brüdern gegeben haben: Ihr Western-Remake "True Grit" war zehn Mal nominiert und ging dennoch vollkommen leer aus. Stattdessen wurde "The King's Speech" mit vier Goldjungs neben "Inception" (ebenfalls vier Preise) der meistausgezeichnete Film des Abends. Dabei heimste das berührende Monarchendrama, das insgesamt zwölf Mal nominiert war, allerdings den wichtigsten Oscar für den besten Film ein. Außerdem gewann Newcomer Tom Hooper gleich auf Anhieb den begehrten Regie-Oscar. Auch fürs Drehbuch gab's einen Academy Award. "Inception" erhielt die Preise eher in den kleineren technischen Kategorien wie Visual Effects, Kamera und Ton.
Auch der hochgehandelte "The Social Network" gewann nur drei von acht möglichen Oscars (adaptiertes Drehbuch, Schnitt und Musik). Dafür überraschte Autor Aaron Sorkin mit einem Plädoyer für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, der im Film alles andere als gut wegkommt: Ohne ihn wäre keine Revolution in Nordafrika möglich geworden, gab Aaron Sorkin zu bedenken.
Einer der wenigen Momente schallenden Gelächters in einer ansonsten arg braven Oscar-Nacht war ausgerechnet Christian Bale zu verdanken. Er gewann den Preis für die beste Nebenrolle als Mark Wahlbergs Bruder in "The Fighter" und spielte auf der Bühne mit seinem Image als spaßgebremster Perfektionist: "Ich werde hier keine F**k-Arie ablassen, das kennt ihr ja schon zur Genüge von mir!" Bale hatte sich am Set von "Terminator 4" einen legendären Ausraster geleistet und einen Beleuchter minutenlang wüst beschimpft, weil dieser durchs Bild gelaufen war.
Auch der zweite Nebenrollen-Oscar ging an "The Fighter": Melissa Leo, die zuletzt schon für "Frozen River" nominiert gewesen war, wurde für ihren Part als biestige Mutter der boxenden Brüder Wahlberg und Bale ausgezeichnet. Sie benutzte in ihrer Dankesrede allerdings tatsächlich das böse F-Wort: "Als Kate Winslet hier oben stand, sah das so verf*ckt einfach aus!" In der US-Übertragung, die wegen des Superbowl-Eklats (Janet Jacksons "Nipplegate") um einige Sekunden zeitversetzt über den Äther ging, wurde diese Stelle prompt überpiept.
Den Auslands-Oscar gewann Susanne Bier für Dänemark mit dem Familiendrama "In einer besseren Welt". Ein deutscher Beitrag war in diesem Jahr ausnahmsweise nicht nominiert. Deutsche Oscar-Chancen hatten aber Hans Zimmer für die Musik in "Inception" sowie Jakob Schuh und Max Lang für ihren animierten Kurzfilm "Der Grüffelo" gehabt. Die Preise gewannen jedoch "The Social Network" respektive "The Lost Thing".
Als bester animierter Spielfilm wurde erwartungsgemäß "Toy Story 3" geehrt, der auch als bester Film nominiert gewesen war. Für Ausstattung und Kostüme erhielt Tim Burtons knallbunte Mär "Alice im Wunderland" zwei Oscars, beim Makeup triumphierte - fast zwangsläufig - "Wolfman".
Einiges Aufsehen erregte die Dankesrede von Charles Ferguson, der für seine Finanzkrisen-Doku "Inside Job" einen Oscar erhielt: "Vor drei Jahren wurde eine weltweite Finanzkatastrophe durch massive Betrügereien verursacht. Doch bis heute musste dafür noch kein einziger Finanz-Manager ins Gefängnis. Da läuft etwas völlig falsch!"
Ach ja, außer den Gewinnern waren auch noch zwei Moderatoren im Kodak Theatre von Los Angeles zugange. Allerdings fielen Anne Hathaway und James Franco kaum auf, obwohl Letzterer sogar als Hauptdarsteller in "127 Hours" (der bei sechs Nominierungen übrigens auch komplett leer ausging) selbst eine Oscar-Chance hatte. Wie mau die Gags der beiden waren, zeigte eine Rückblende auf Bob Hopes genial-pointierte Moderationen - die waren sogar in schwarzweiß lebendiger als die des Jahres 2011!
So war der schönste Oscar-Moment der 83. Verleihung auch nicht Anne Hathaway oder James Franco zu verdanken, sondern einer 94-jährigen Hollywood-Legende: Kirk Douglas! Am Stock gehend und mit schleppender, kaum noch zu verstehender Stimme verlieh er den Preis für die beste Nebendarstellerin. Dabei erwies er sich als galanter Charmeur: "Du siehst toll aus! Wo warst Du nur, als ich noch Filme gedreht habe?", fragte er eine mädchenhaft errötende Anne Hathaway.
Antwort: weit weg von einer Oscar-Verleihung - und das wäre wohl besser auch so geblieben?
Cameron Diaz und Colin Firth bringen in der Neuverfilmung von "Gambit" einen gefälschtes Monet-Gemälde unters Volk.
Shirley McLaine und Michael Caine spielten einst die Hauptrollen in "Gambit".Cameron Diaz wird demnächst mit Oscar-Kandidat Colin Firth vor der Kamera stehen. Die beiden bilden die Hauptbesetzung in der Kriminalkomödie "Gambit", einem Remake von 1966, das unter dem deutschen Titel "Das Mädchen aus der Cherry-Bar" erschien. Das Drehbuch liefern die Coen-Brüder. Regie führt Michael Hoffmann, der zuletzt Leo Tolstoi in "Ein russischer Sommer" zum Leben erweckte.
Die Story dreht sich um einen Londoner Kunsthändler (Colin Firth), der einem reichen Sammler einen gefälschten Monet aufschwatzen will. Unterstützt wird er von einer Komplizin (Cameron Diaz), die den Werdegang des Bildes mit einer hübsch erfundenen Geschichte dokumentieren soll.
Im Original gaben einst Shirley MacLaine und Michael Caine das Gaunerpaar. Caine war der Meisterdieb, der einem Millionär eine wertvolle Statue abluchsen will. Hilfe bekommt er von einer Kellnerin, (McLaine), die sich bei dem Goldesel einschmeicheln soll. Die darstellerisch perfekte Komödie liefert zwei Versionen des Diebstahls: zum einen den Plan und zum anderen die Durchführung, die natürlich vom Plan abweicht.
Das Projekt kursiert übrigens schon seit einigen Jahren in Hollywood. Zeitweise waren Hugh Grant und Jennifer Aniston für die Hauptrollen vorgesehen, woraus bis heute nichts geworden ist.
Colin Firth sorgt als Stotter-Monarch in "The King's Speech" für 12 Oscar-Chancen, Jeff Bridges im Western "True Grit" für 10. "Black Swan" enttäuscht.
Königlicher Zungen-Akrobat gegen Western-Veteran mit Augenklappe.Das sind Helden, wie Hollywood sie liebt: Colin Firth glänzt im wundervollen Historienfilm "The King's Speech" als englischer König George VI, der den Thron nie wollte, weil er schlimm stottert, und dann doch am Vorabend des Zweiten Weltkriegs Britannien auf den Kampf gegen Hitler einschwören soll. Die gefühlvoll inszenierte Antihelden-Geschichte wurde von der Academy of Motions Picture Arts and Sciences für sage und schreibe 12 Oscars nominiert - und ist damit sicher auch der Favorit auf die Auszeichnung als bester Film.
Dahinter folgt der neue Streich der Academy-Lieblinge Joel und Ethan Coen, die zuletzt mit "No Country for Old Men" abgeräumt hatten. Ihr Remake des John Wayne-Klassikers "Der Marshall" unter dem Titel "True Grit" bringt es für die Verleihung am 27. Februar auf insgesamt 10 Nominierungen. Darunter selbstverständlich auch Jeff Bridges, der in die offensichtlich doch nicht unausfüllbaren Fußstapfen von John Wayne tritt.
Trotzdem gilt Colin Firth als Favorit auf den Oscar für den besten Hauptdarsteller, nicht zuletzt da Bridges erst letztes Jahr den Oscar für "Crazy Heart" gewann. Bestenfalls Außenseiterchancen haben Jesse Eisenberg als Facebook-Gründer in "The Social Network", James Franco als Outdoor-Freak in "127 Hours" und Javier Bardem in "Biutiful", dessen Film auch als Favorit in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film gehandelt wird - ein deutscher Beitrag ist dort diesmal leider nicht nominiert.
Als Gewinner dürfen sich zudem schon jetzt das Facebook-Drama "The Social Network" und Christopher Nolans SciFi-Verwirrspiel "Inception" mit 8 Nominierungen zählen. Das Box-Drama "The Fighter" mit Mark Wahlberg und Christian Bale, beide auch als Darsteller nominiert, bringt es auf 7 Oscar-Chancen, dann folgt mit 6 Nominierungen das Extremsportler-Drama "127 Hours" von "Slumdog Millionär"-Macher Danny Boyle um einen Mann, der sich den eigenen Arm abtrennt.
Erst dann reiht sich der im Vorfeld schwer gehypete Ballett-Thriller "Black Swan" ein, der es überraschend auf lediglich 5 Oscar-Chancen bringt. Trotzdem ist Natalie Portman weiter die unantastbare Favoritin für den Oscar als beste Hauptdarstellerin: Die Mitbewerberinnen Nicole Kidman im Familiendrama "Rabbit Hole", Annette Bening im Patchwork-Familienfilm "The Kids Are All Right", Jennifer Lawrence im Südstaatendrama "Winter's Bone" und Michelle Williams im Liebestagebuch "Blue Valentine" haben nicht annähernd so eindringliche schauspielerische Leistungen zu bieten.
Ebenfalls 5 Nominierungen gab's etwas überraschend für "Toy Story 3", der nicht nur als bester Animationsfilm, sondern auch als bester Film nominiert ist, dazu in den Kategorien Drehbuch, Filmsong und Tonschnitt.
Als beste Filme sind konsequenterweise hauptsächlich die Filme nominiert, die auch insgesamt die meisten Nominierungen erhielten. Neben den erwähnten "The King's Speech", "True Grit", "The Social Network", "Inception" (der allerdings fast nur in "technischen" Kategorien nominiert ist), "The Fighter", "127 Hours", "Der Seeräuber" und "Toy Story 3" sind das außerdem "The Kids Are All Right" (4 Nominierungen) und "Winter's Bone" (ebenfalls 4).
Der Regisseur trägt enorm zum Gelingen oder Scheitern des gesamten Films bei, meint auch dieses Jahr wieder die Academy, und so sind die Macher der multipel nominierten Filme auch hier ganz vorn dabei. Tom Hooper dürfte logischerweise für "The King's Speech" die besten Karten haben, gefolgt von den Coens für "True Grit", die aber möglicherweise schon den ein oder anderen Preis zu viel gewonnen haben. David Fincher für "The Social Network", David O. Russell für "The Fighter" und Darren Aronofsky für "Black Swan" werden wohl das Nachsehen haben.
Klarer Favorit auf den Oscar als bester Nebendarsteller ist eindeutig Geoffrey Rush, der in "The King's Speech" den exzentrischen Sprachtherapeuten von King George spielt. Christian Bale hat als Mark Wahlbergs Boxer-Bruder in "The Fighter" eine Außenseiterchance.
Enger geht's bei den Damen zu: Die junge Hailee Steinfeld gilt als Geheimtipp, sie bittet in "True Grit" Jeff Bridges um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Amy Adams spielt in "The Fighter" groß auf, ihre Kollegin Melissa Leo (zuletzt für "Frozen River" nominiert) macht ihr im selben Film direkte Konkurrenz. Auch Helena Bonham Carter könnte als Ehefrau von Colin Firth alias König George in "The King's Speech" gewinnen und von einem möglichen Goldregen in anderen Kategorien profitieren. Für Jackie Weaver aus "Animal Kingdom" gilt dagegen wohl eher die alte Oscar-Platitüde: "Es ist schon eine Ehre, nur nominiert zu sein?"
Voll ins Schwarze: Mit ihrer Neuinterpretation des John-Wayne-Westerns "Der Marshall" eröffnen die Coen-Brüder am 10.2. das Festival in Berlin.
Sie brachten schon den "Dude" an die Spree..."True Grit", die Neuinterpretation des John Wayne-Westerns "Der Marshall", eröffnet die kommende Berlinale am 10. Februar 2011. Joel und Ethan Coen kehren damit nach mehr als einem Jahrzehnt nach Berlin zurück, wo sie 1998 "The Big Lebowski" im Wettbewerb präsentiert hatten.
"Joel und Ethan Coen stehen für erstklassiges amerikanisches Independent-Kino. Mit ihrem Faible für Ironie, schräge Charaktere und Geschichten haben sie immer wieder das Publikum begeistert. 'True Grit' ist ein schöner Kinoauftakt für die Berlinale 2011", erklärt Festivaldirektor Dieter Kosslick die Wahl des Eröffnungsfilms, der als internationale Premiere außerhalb des Wettbewerbs gezeigt und am 24. Februar in die deutschen Kinos kommt.
Für John Waynes Spätwerk um einen Marshall, der einem Mädchen bei der Suche nach dem Mörder ihrer Eltern hilft, hatte dieser endlich einen Oscar gewonnen und daraufhin gescherzt: "Wenn ich gewusst hätte, dass ich dafür einfach nur eine Augenklappe aufsetzen muss, hätte ich das schon früher getan." In die nicht gerade kleinen Fußstapfen eines der größten Helden Hollywoods tritt in der Neuverfilmung Jeff Bridges, seit "Crazy Heart" ebenfalls Oscar-gekrönt. Damit schließt sich auch für den "Dude" aus "The Big Lebowski" ein Kreis...
"Avatar", "Tödliches Kommando" und "Inglourious Basterds" streiten sich um die meisten Oscars. "Das weiße Band" und Christoph Waltz dürfen hoffen.
Blau ist zwar an der Kinokasse die absolut dominante Farbe, bei den Nominierungen zum wichtigsten Filmpreis gibt's aber einen harten Konkurrenten.Bei uns war das Irakkriegs-Drama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" zwar nur mäßig erfolgreich, aber bei den Oscars ist es mit neun Nominierungen der große Rivale des SciFi-Krachers "Avatar - Aufbruch nach Pandora", der ebenfalls neun Oscar-Chancen hat. Damit kommt es bei der Verleihung am 8. März zum Showdown eines Ex-Ehepaars: "Avatar"-Regisseur James Cameron und "Kommando"-Macherin Kathryn Bigelow waren einst verheiratet und sind nun beide für den besten Film und die beste Regie nominiert.
In die Suppe spucken könnte ihnen allerdings Academy-Querulant Quentin Tarantino, dessen "Inglourious Basterds" mit acht Oscar-Chancen dicht dahinter liegt. Auch Tarantino ist in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie nominiert. Wie von allen Experten vorhergesagt, ist dabei auch Christoph Waltz als bester Nebendarsteller berücksichtigt worden - sein Sieg gilt als ziemlich sicher.
In der Kategorie Bester Film wurden erstmals seit 1939 wieder statt fünf nun zehn Filme nominiert. So fanden neben "Avatar", "Tödliches Kommando" und den "Inglourious Basterds" auch kleinere Filme wie das Liebesdrama "An Education", das recht Experimentelle SciFi-Juwel "District 9" und mit "Oben" sogar ein Animationsfilm Berücksichtigung. Außerdem sind nominiert das Football-Drama "Blind Side - Die große Chance", "Up in the Air" mit George Clooney, die harte Romanverfilmung "Precious - Das Leben ist kostbar" sowie der neue Coen-Film "A Serious Man".
Bei den Hauptdarstellern ist Jeff Bridges in der Rolle als versoffener Country-Sänger in "Crazy Heart" der klare Favorit. Sein härtester Gegner ist wohl George Clooney als vielfliegender Entlassungsexperte auf Sinnsuche in "Up in the Air". Der sensible Film heimste insgesamt sechs Nominierungen ein - diese aber alle in wichtigen Kategorien wie Bester Film, Regie (Jason Reitman) und Hauptdarsteller. Dazu sind außerdem gleich beide Nebendarstellerinnen Vera Farmiga und Anna Kendrick nominiert. Ansonsten haben bei den Herren Jeremy Renner aus "Tödliches Kommando", Colin Firth als schwuler Professor in "A Single Man" und Morgan Freeman als der große Nelson Mandela in "Invictus - Unbezwungen" Chancen.
{news.285169.Bilder und Trailer der Oscar-Nominierten|U|E#galleryonly=1}
{news.285169.» Multimediashow starten|U|E#galleryonly=1}
Großen Jubel gab's in den Sälen der Academy über die Nominierung von Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin im Football-Drama "Blind Side - Die große Chance". Gabourey 'Gabby' Sidibe spielt im Drama "Precious - Das Leben ist kostbar" als misshandelte übergewichtige Schwarze groß auf und gilt ebenfalls als aussichtsreiche Kandidatin. Wie immer ist auch Meryl Streep unter den Oscar-Anwärterinnen, ihr Auftritt als Koch-Ikone in "Julie & Julia" könnte ihr auch tatsächlich den nächsten Goldjungen bescheren. Außenseiterchancen dürfen sich Carey Mulligan als 16-Jährige machen, die in der Nick-Hornby-Verfilmung "An Education" einem wesentlich älteren Liebhaber verfällt, sowie Helen Mirren in der Tolstoi-Hommage "Ein russischer Sommer".
Erneut zeigt sich, wie wichtig der Academy die Regie-Arbeit ist, denn alle nominierten Filmemacher wurden auch in der Königskategorie Bester Film berücksichtigt: Cameron für "Avatar", Bigelow für "Tödliches Kommando", Reitman für "Up in the Air", Tarantino für "Inglourious Basterds" und Lee Daniels für "Precious - Das Leben ist kostbar".
Als bester Animationsfilm wird wohl "Oben" ausgezeichnet werden, der vier weitere Nominierungen einheimsen konnte - erstaunlicherweise auch die als Bester Film, was ein absolutes Oscar-Novum darstellt! Die Konkurrenten "Der fantastische Mr. Fox", "Coraline", "Küss den Frosch" (hier sind gleich zwei Songs nominiert) und "The Secret of Kells" werden daher wohl das Nachsehen haben.
Michael Haneke darf nach dem Triumph bei den Filmfestspielen in Cannes mit "Das weiße Band" auch auf den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film hoffen. Schärfster Konkurrent ist vermutlich die französische Eingabe "Ein Prophet".
Verkündet hat die Nominierungen mit viel Charme und Witz Anne Hathaway, die Verleihung selbst wird am 8. März von Steve Martin und Alec Baldwin moderiert - zum ersten Mal seit 1987 gibt es also wieder ein Duett, wenn es heißt: "And the Oscar goes to..."
Die Regie-Brüder Joel & Ethan Coen über Kindheitsbezüge in ihrer neuen Komödie "A Serious Man", schwierige Stars und ihr US-Lebensgefühl.
Die Coen-Brüder Joel und Ethan werden persönlich und erzählen in "A Serious Man" (vielleicht) eine Geschichte aus ihrer Kindheit. Aber trauen kann man ihnen und ihren Filmen ohnehin nicht..Analog zu Ihrem Filmtitel - sind Sie auch ernsthafte Herren?
ETHAN COEN: Wir setzen uns nicht in Bezug zu den Personen unserer Filme. Wir erzählen in "A Serious Man" nur eine weitere Geschichte, die keine autobiografischen Züge trägt.
Das ist schwer zu glauben.
JOEL COEN: Na gut, es gibt autobiografische Momente im Bezug zum Milieu, in dem unser Film spielt. Wir sind in einem jüdisch geprägten Vorort aufgewachsen, entsprechend haben wir uns hier von Charakteren, die wir damals kannten inspirieren lassen.
Was hat Sie denn bewogen, gerade jetzt in die Tage ihrer Jugend zurückzukehren?
EC: Das war reiner Zufall. Wir haben dieses Skript schon vor drei Jahren geschrieben, ungefähr zeitgleich mit "No Country for Old Men" und "Burn After Reading". Die Drehfolge hat sich dann zufällig ergeben, hat primär mit der Realisierbarkeit und Finanzierung der einzelnen Projekte zu tun gehabt.
JC: Außerdem ist es ja nicht unser erster Ausflug zurück in unsere Vergangenheit. "Fargo" spielt auch in Minnesota, in den Orten unserer Jugend, und erzählt woher wir kommen - minus dem jüdischen Hintergrund. Aber vielleicht ist es einfach so, dass man sich, wenn man älter wird, eher mit den eigenen Wurzeln auseinandersetzt.
Hat die Art wie Sie aufgewachsen sind, Sie bei ihrer Art Filme zu machen beeinflusst?
EC: Das ist eine gute Frage, darüber müsste ich genauer nachdenken. Aber ich glaube eher nicht. Oder nein, lassen sie es mich so ausdrücken, es hat uns genauso beeinflusst wie die Musik, die wir als Jungs hörten oder die TV-Shows, die wir ansahen, etwa die Serie "F Troop", die wir über alles liebten.
Welche Rolle spielt der jüdische Glaube in Ihrem Leben?
EC: Heute keine mehr. Damals als wir Kinder waren, war das anders. Unsere Mutter war noch der jüdischen Tradition verhaftet, unser Vater weniger. Für die Religion haben wir uns nicht interessiert, wir waren Kinder, haben getan, was man uns gesagt hat, sind zum Tora-Unterricht gegangen, haben Bar Mitzwa gefeiert.
In Ihrem in Jiddisch gehaltenem Vorspann erzählen Sie eine Geschichte von einer resoluten Ehefrau, die dem Dibbuk die Tür weist. Wie verhält sich der zum Film?
EC: Berechtigte Frage, aber wir wissen das auch nicht so genau. Wir hatten nur das Gefühl, dass er passt, dass er Botschafter für den Film ist - eine Fingerübung und Hinweis darauf, in welcher Tradition "A Serious Man" steht. Ohne ihn wäre der Film, glaube ich, einfach nicht so gut.
Ein Leitmotiv also wie der im Soundtrack eingesetzte Jefferson Airplanes Klassiker "Somebody to Love"?
JC: Wenn Sie so wollen. Der Song ist einfacher zu erklären. Er spiegelt die Zeit, in der der Film spielt wider, das Gefühl, das wir als Jugendliche hatten. Diese Musik hat uns geprägt. Aber nicht nur die Musik auch die damalige Mode, das Lebensgefühl, die Aufbruchsstimmung. Außerdem steht er im harten Gegensatz zur kirchlichen Musik mit der wir damals tagtäglich konfrontiert wurden.
Sie haben diesmal auf Stars verzichtet, weitgehend unbekannte Fernseh- und Theaterdarsteller besetzt.
EC: Nochmals, wir wollten das Lebensgefühl von damals sichtbar machen, eine vergangene Epoche beschwören. Stars hätten davon abgelenkt, man bringt diese schließlich immer mit gewissen Arten von Filmen in Zusammenhang. Wenn man gewisse Stars besetzt, hat das Publikum ganz spezielle Erwartungen - von den Produzenten einmal ganz abgesehen.
Na ja, Sie hätten Dustin Hoffman besetzen können.
JC: Zu alt...
Dafür haben Sie bei der Wahl des Kameramannes auf einen altbewährten Veteranen, Roger Deakins, gesetzt. Er hat für Sie hier bereits zum zehnten Mal das Licht gesetzt.
JC: Er ist einfach fantastisch, er weiß genau, was wir wollen. Er ist einer jener Mitarbeiter, auf die wir regelmäßig zurückgreifen. Wir können ihm blind vertrauen. Oft ist er es, der uns sagt, wie wir eine Szene aufnehmen, wie wir sie auflösen sollen. Das macht die Arbeit einfach und angenehm.
Widerspricht er Ihnen manchmal?
JC: Ja, und er hat meistens recht. Ich denke da beispielsweise an den Zaun, der das Haus der Nachbarin, die die nackt sonnenbadet, umgibt. Wir wollten, dass er rot ist. Roger widersprach heftig. Er meinte, er sollte weiß sein. Wir haben uns durchgesetzt. Es sah furchtbar aus. Jetzt ist er weiß. In solchen Dingen, muss man Roger einfach vertrauen.
Das heißt Sie verlassen sich in Sachen Bildgestaltung vollkommen auf ihn?
EC: Absolut. Bei der Bildsprache, der Ausleuchtung, die dann die Stimmung ausmacht, verlassen wir uns vollkommen auf ihn.
Andererseits scheinen Sie aber auch nur dort zu drehen, wo Sie sich auskennen. Haben Sie jemals für ihre Filme die USA verlassen?
JC: Wir haben einmal einen ganz kleinen Film in Paris gedreht.
Die "Tuileries"-Episode in "Paris je t'aime".
JC: Das hat schon Spaß gemacht. Aber wir sind im Prinzip Sklaven unserer eigenen Limitierungen, unseres eigenen engen Horizonts. Wir schreiben nur über Dinge, die wir kennen, über Dinge, über die wir glauben uns auszukennen. Die amerikanische Seele interessiert uns. Da fühlen wir uns zu Hause.
EC: Wir haben aber einmal versucht, einen Film in Japan zu drehen. Aber das hat nicht funktioniert. Das hat auch mit den relativ niedrigen Budgets unserer Filme zu tun, mit den daraus folgenden Drehbedingungen. Wir wollen unsere eigenen Herren bleiben. Das geht nur mit übersichtlichen Budgets, in die niemand hineinredet.
JC: Aber man muss auch dazu sagen, dass der japanische Film von einem Amerikaner gehandelt hat, von einem Maschinengewehrschützen an Bord eines Flugzeugs, das über Japan abgeschossen wird. Und dann gibt's da noch ein Projekt, das in Südamerika angesiedelt ist.
Apropos nächstes Projekt, wird das angekündigte Remake von "Der Marshall" sein?
EC: Man kann nie sagen, ob ein Projekt zustande kommt. Da gibt es zuviel Unsicherheitsfaktoren. Bislang ist erst einmal das Drehbuch fertig. Wir halten uns da näher an die Vorlage, näher an Charles Portis' Roman.
Wenn Sie mit ihren Drehbüchern fertig sind, ändern Sie dann beim Drehen noch viel?
JC: Eigentlich nicht, im Vergleich zu anderen US-Produktionen fast gar nichts. Wenn ja, dann geht es eigentlich nur darum, dass sich der Schauspieler mit seinem Text wohlfühlt, dass es glaubwürdig wirkt, was er macht.
EC: Michael Stuhlbarg, unser Hauptdarsteller in "A Serious Man", kommt vom Theater. Der hat wirklich ewig am Text herumgefeilt. Er wollte, dass jedes Wort stimmt - ja, er ist fast genauso schlimm wie William H. Macy. (lacht)
Sie produzieren ihre Filme, schreiben die Drehbücher, führen Regie... wo wird's da besonders schmerzhaft?
EC, JC: ...
Vielleicht wenn Sie zu den fertigen Filmen Interviews geben müssen?
JC: (lacht) Das haben Sie gesagt.
Im Western-Remake "Der Marshall" verfolgt Matt Damon als Texas Ranger den Killer Josh Brolin. Regie führen die Coen-Brüder!
Vor der Kamera die Topmimen Matt Damon, Josh Brolin und Jeff Bridges, dahinter die kultigen Regiekünstler Ethan und Joel Coen, die auf John Waynes Spuren einem genialen Spätwestern neues Leben einhauchen: Da schnalzt jeder Filmfan mit der Zunge!Nur wenige wagen sich an einen Film, mit dem eine Kinolegende wie John Wayne einen historischen Oscar-Erfolg verbuchte. Doch wenn die Coen-Brüder Ethan und Joel zum Remake eines Spätwesterns bitten, stehen die Top-Schauspieler Schlange: Für "Der Marshall" haben nach Jeff Bridges, der in Waynes Fußstapfen tritt, nun auch "Bourne"-Star Matt Damon und Josh Brolin zugesagt.
Coen-Liebling Josh Brolin wechselt dabei auf die andere des Gesetzes. In der vierfach oscargekrönten Coen-Krimifarce "No Country for Old Men" floh er zuletzt noch vor dem gruseligen Killer Javier Bardem, nun ist er in "Der Marshall" selbst der Mörder. Ihm auf den Versen sind Jeff Bridges als titelgebender Sternträger und Matt Damon als Texas Ranger, der den Marshall begleitet.
Eine wichtige Rolle ist aber noch unbesetzt: Die Coen-Brüder suchen eine Darstellerin für das 14-jährige Mädchen, dessen Vater Josh Brolin umgebracht hat und die ebenfalls bei der Suche dabei ist. Denn anders als im Original soll das Remake aus ihrer Sicht gefilmt werden. Überhaupt wollen Ethan und Joel Coen sich enger an die Handlung der Romanvorlage von Charles Portis halten als es die Johne-Wayne-Version von 1969 tat.
Jeff Bridges, seit "The Big Lebowski" ebenfalls ein Vertrauter der Coens, wird dabei sicher ein würdiger Nachfolger des großen John Wayne. Und wenn die Coen-Brüder den knurrigen Charme des Originals noch durch ihren düsteren absurden Humor wie zuletzt in "Burn After Reading" und "No Country for Old Men" anreichern, steht hier ein ganz feiner, postmoderner Westerngenuss ins Haus!
Im neuen Film der Coen-Brüder spielt Jeff Bridges einen alten Marshall, der einen Killer verfolgt. Für das Original gewann John Wayne 1969 den Oscar!
"Hätte ich das früher gewusst, hätte ich mein ganzes Leben eine Augenklappe getragen!"Das sagte Filmlegende John Wayne, als er 1969 für "Der Marshall" endlich seinen ersten und einzigen Oscar gewann. Nun wird Jeff Bridges in einem Remake des genialen Spätwestern in Waynes riesige Fußstapfen treten: Als saufender Marshall mit Augenklappe macht er sich gemeinsam mit einem jungen Texas Ranger auf die Suche nach dem Mörder des Vaters einer verzweifelten 14-Jährigen.
Dass die Neuverfilmung ein echtes Kinoerlebnis wird, dafür garantieren die Joel-Brüder, die "Der Marshall" inszenieren werden. Wie genial deren groteske Filmsprache zu solchen Themen passt, bewies zuletzt das sechsfach oscarprämierte Meisterwerk "No Country for Old Men". Außerdem kommt mit Jeff Bridges und den Coens das Dreamteam aus dem Klassiker "The Big Lebowski" wieder zusammen, in dem der Edelmime als zugedröhnter Alt-Hippie "Dude" Filmgeschichte schrieb. Das verspricht ein Kinoerlebnis zum Zungeschnalzen!
Die Oscargewinner über ihre absurde Komödie "Burn After Reading", idiotische Figuren und ein geplatztes Projekt ganz ohne Lacher.
Nach dem Oscargewinn für "No Country for Old Men" eröffneten die Coen-Brüder mit ihrer neuen Komödie "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?" die Filmfestspiele von Venedig und belegten Platz Eins der US-Charts. Im Interview zeigt sich das Regie-Duo ironisch und wortkarg.» Eine Spionage-Farce mit geschassten CIA-Agenten, sexsüchtigen US-Marshals und frustrierten Fitness-Trainern - wie kommt man auf ein derart absurdes Szenario?
ETHAN COEN: Unsere Ausgangsidee war es, für eine Reihe bestimmter Schauspieler Rollen zu konzipieren. Wir sagten uns: "Schreiben wir doch etwas für George Clooney, Brad Pitt, Frances McDormand und John Malkovich. Welche Figuren-Kombination würde für sie passen? Und welche Geschichte würde sich daraus ergeben?"
» Gehen Sie bei Ihren Filmen immer so vor?
JOEL COEN: In der Regel nicht. Das ist das erste Mal, dass wir so ein Ensemble-Konzept hatten. "Arizona Junior" entstand, weil wir Holly Hunter kannten und uns überlegten, was sie in einem Film anstellen sollte.
» Und diese Handlungsweisen sind dann denkbar bizarr. George Clooney spricht von 'Der Trilogie der Idioten', die er mit Ihnen drehte. Finden Sie intelligente Personen nicht interessant?
Ethan Coen: Sie geben eben kein so gutes Geschichtenmaterial her. Irgend etwas muss schief gehen, damit sich der Plot entwickeln kann.
» Schauspieler wie Brad Pitt haben auch keine Schwierigkeiten, sich für Sie lächerlich zu machen?
Ethan Coen: Im Gegenteil, sie fühlen sich dazu hingezogen. Wenn George Clooney in "O Brother, Where Art Thou?" mit einem Haarnetz herumläuft oder in "Burn After Reading" mit hochgezogenen Hosen, dann mag er das. Und Brad Pitt liebt es genauso.
Joel Coen: Wer bei uns mitmacht, der weiß genau, worauf er sich einlässt. Das ist eben nicht "Der Sturm" oder etwas von dieser Sorte. Es ist für diese Schauspieler eine Gelegenheit, etwas zu machen, was von ihren anderen Filmen abweicht.
» Warum ist jemand wie Clooney zu einem Ihrer Stamm-Schauspieler geworden?
Joel Coen: Er nimmt sich selbst nicht zu ernst. Einer der Gründe, weshalb wir ihn auswählten, war seine Fähigkeit, Komödie zu spielen. Wir wussten sofort, dass er darin sehr gut sein würde. Gleichzeitig ist er sehr vielseitig, kann alle möglichen Rollen übernehmen.
» Was hätten Sie gemacht, wenn er die Hauptrolle in "No Country For Old Men" hätte spielen wollen?
Ethan Coen: Das wäre nie passiert. George kann genau einschätzen, was für ihn geeignet ist und was nicht.
» Gibt es einen Grund, weshalb Sie jetzt auf den düsteren Thriller "No Country For Old Men" die Komödie "Burn After Reading" folgen lassen?
Joel Coen: Nur den, dass all diese Schauspieler gleichzeitig verfügbar waren. Das Drehbuch entstand schon vor "No Country for Old Men", aber dafür mussten wir die ganzen Terminpläne arrangieren. Theoretisch hätte das also auch früher passieren können, aber genauso auch erst nach unserem nächsten Film. Wir planen die Reihenfolge unserer Projekte nicht. Die Interpretation überlassen wir lieber den Kritikern.
Wir denken auch nie in Genre-Kategorien: So nach der Art "Wir nehmen hier eine Sex-Farce, die wir mit einem Spionagefilm mischen." Wir wollen unsere Zuschauer nur mit einem bestimmten Gefühl oder Nachgeschmack nach Hause schicken. Und so machen wir einfach einen Film nach dem anderen.
» All diese Filme verbindet schwarzer Humor. Könnten Sie sich vorstellen, ein ganz ernsthaftes Drama zu drehen?
Ethan Coen: Normalerweise ist der Humor gut geeignet, um die düsteren Elemente der Handlung auszubalancieren. Aber wir hatten in der Tat einmal vor, einen Film ohne Lacher zu machen. Das war eine Verfilmung von James Dickeys "Flucht zum weißen Meer" über einen amerikanischen Richtschützen im Zweiten Weltkrieg, der über Tokio abspringen muss, wenige Tage vor dem verheerenden Flächenbombardement. Das war ein Überlebensdrama, in dem der Held nicht überlebte. Aus dem Grund bekamen wir wohl auch nicht das Geld dafür zusammen.
» Haben Sie noch Schwierigkeiten, Ihre Filme finanziert zu bekommen?
Joel Coen: Das war nur bei unserem Erstling, "Blood Simple", der Fall. Seither sind wir da in einer sehr glücklichen Lage.
» Wie steht es um Testvorführungen? Werden Filme der Gebrüder Coen nach den Zuschauerreaktionen nochmal geändert?
Ethan Coen: Es gibt solche Vorführungen, aber nie aus kreativen Gründen, um etwas am Schnitt oder an der Geschichte zu verändern. Es geht immer nur um Marketing-Fragen: Welche Zielgruppe reagiert am stärksten darauf?
Joel Coen: Die Studios kennen ja unsere Drehbücher. Sie wissen, worauf sie sich einlassen.
» Hat der Oscar Ihren Status noch mal weiter verbessert?
Ethan Coen: Nein, der hat nichts daran geändert. Der ist eher eine Bestätigung dafür, dass wir schon so lange dabei sind.

































