Gore Verbinski
GEBURTSTAG:
17.09.1965 in New York
LEBT IN:
USA
17.09.1965 in New York
LEBT IN:
USA
Kurzinfo
Seine Filme sprühen vor Einfällen, mischen Genres auf aufregend neue Art und sind tricktechnisch perfekt. Mit vier Spielfilmen stieg der Werbefilmer Gore Verbinski zu einem der erfolgreichsten Spielfilmregisseure Hollywoods auf. Mit der Slapstick-Komödie "Mäusejagd", dem Road Movie "The Mexican" und dem Horrorfilm "The Ring" bewies Verbinski Witz und Mut zu ungewöhnlichen Kombinationen, der größte Wurf gelang ihm jedoch bislang mit dem ...weiter »
GEBURTSDATUM: 17.09.1965 | GEBURTSORT: USA
Seine Filme sprühen vor Einfällen, mischen Genres auf aufregend neue Art und sind tricktechnisch perfekt. Mit vier Spielfilmen stieg der Werbefilmer Gore Verbinski zu einem der erfolgreichsten Spielfilmregisseure Hollywoods auf. Mit der Slapstick-Komödie "Mäusejagd", dem Road Movie "The Mexican" und dem Horrorfilm "The Ring" bewies Verbinski Witz und Mut zu ungewöhnlichen Kombinationen, der größte Wurf gelang ihm jedoch bislang mit dem Piratenspektakel "Fluch der Karibik".Verbinski studierte an der UCLA und graduierte dort 1987 mit einem B.A. In den folgenden Jahren inszenierte er Musikvideos u.a. für L7, Bad Religion und Monster Magnet und machte sich mit mehrfach mit dem Clio Award und den Silbernen Löwen von Cannes ausgezeichneten Werbespots einen Namen. Zu den Spots gehören Arbeiten für Nike (mit Michael Jordan) und Budweiser (die "Frogs"-Spots). 1997 war Verbinski mit dem anspielungsreichen Titel "Mäusejagd" 1997 für die erste Produktion von Steven Spielbergs Studioneugründung DreamWorks verantwortlich (Mitbesitzer Jeffrey Katzenberg war jahrelang Produktionschef der Mickeymäuse): Verbinski holte aus dem Live-Action-Cartoon um eine tollkühne Maus, die ein heruntergekommenes architektonisches Meisterwerk vor den verkaufswilligen Erben rettet und sie in eine unfreiwillige Zerstörungsorgie à la Laurel & Hardy treibt, alles an Ideen raus, was Verfolgungsjagden und visuelle Verrücktheiten hergeben.
In "The Mexican", in dem Julia Roberts und Brad Pitt zum ersten Mal Seite an Seite spielten, veränderte er die Genreregeln, indem er seine Hauptdarsteller parallele Abenteuer erleben lässt, bis sie zusammentreffen: Pitt sucht in Mexiko nach der titelgebenden Duellpistole, Roberts wird von einem schwulen Killer entführt, für den sie zur Seelenklempnerin wird. "The Ring", erfolgreichster Teenie-Horrorfilm 2002 und Remake des japanischen Vorbilds, spielt unter Kids in Seattle, unter denen die "urban legend" vom mysteriösen Video umgeht, dessen surreale Bilder, darunter ein Feuerring wie die Corona einer Sonnenfinsternis, die Jugendlichen anlocken. Hat man das Tape gesehen und klingelt dann das Telefon, das "Sieben Tage" ankündigt, verliert man nach diesen Tagen das Leben. Reporterin Rachel, die den Tod ihrer Nichte untersucht, stößt auf die ominöse todbringende Kassette.
Frisches Blut hauchte Verbinski 2003 dem totgeglaubten Piraten-Genre ein: Sein parodistisches Effektspektakel "Fluch der Karibik" hat zwar nur wenig mit dem klassischen Piratenfilm gemein, bietet aber durch Action, bunte Charaktere und Situationskomik beste Kinounterhaltung. Johnny Depp und Orlando Bloom jagen als heruntergekommener Pirat bzw. einfacher Schmied Captain Barbossa (Geoffrey Rush), der Blooms Liebe, die Gouverneurstochter Elizabeth (Keira Knightley), entführt hat. Durch ihr Blut will Barbossa den Fluch aufheben, der ihn und seine Crew zur Unsterblichkeit verdammt und sie ihre wahre skelettierte Gestalt nur bei Mondlicht zeigen lässt (die digital animierte Skelettmeute ist der heimliche Star des Films).
Als Regisseur ist Verbinski auf dem Set beliebt, weil er seine Darsteller für Ideen begeistern kann. Julia Roberts: "Und von da an beeindruckte er mich jeden Tag. Er ist sehr genau, es ist absolut unmöglich misszuverstehen, was er von einem will. Das ist ein großer Luxus. Noch nie habe ich Menschen am Set mit so großer Freude Überstunden machen sehen."
GEBURTSDATUM: 17.09.1965 | GEBURTSORT: USA
Neue Jack-Sparrow-Rolle für Johnny Depp? Für "Fluch der Karibik"-Regisseur Gore Verbinski spielt er im Film zur Kultserie "Lone Ranger" den Indianer Tonto.
Hauptsache schräge Verkleidung!Dunkles Augen-Makeup, Korallenschmuck und farbenfrohes Freibeuter-Outfit: Superstar Johnny Depp mag seine Auftritte als Jack Sparrow in den "Fluch der Karibik"-Filmen nicht zuletzt wegen seiner Vorliebe für schräge Verkleidungen so gerne.
Nun hat ihm Gore Verbinski, Regisseur der ersten drei Piraten-Filme, eine ähnliche Rolle auf den Leib geschneidert: als Indianer Tonto im Kinofilm zur Kultserie "The Lone Ranger"! Und das erste Bild von Johnny Depp beweist, dass der weise Häuptling Jack Sparrow zumindest in Sachen Outfit in nichts nachsteht!
Johnny Depp spielt in "The Lone Ranger" zwar "nur" den Sidekick der Titelfigur, doch für viele Fans ist er der heimliche Held der Serie, der dem Wildwest-Rächer mit weisem, teils scheinbar zunächst verwirrendem Rat zur Seite steht. Im Film wird die Geschichte des Lone Ranger sogar aus Tontos Perspektive erzählt.
Den Lone Ranger spielt dabei Jungstar Armie Hammer, der kleinere Rollen in "The Social Network" und "J. Edgar" vorzuweisen hat, ab 5. April aber als Hauptdarsteller in "Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen" neben Lily Collins und Julia Roberts zu sehen ist.
Der Lone Ranger flimmerte in den USA zwischen 1949 und 1957 über die Bildschirme, selbstverständlich in Schwarzweiß. Anders als später Wildwest-Rüpel wie Charles Bronson & Co. hatte er einen strengen Moralkodex, da er als Vorbild für Kinder dienen sollte: Er flucht nie und spricht immer in grammatikalisch absolut korrekten Sätzen, er tötet mit seinen Schüssen nie, sondern verwundet seine Gegner nur, er trinkt oder raucht nicht. Um den Wert des Lebens zu ehren, verwendet er nur silberne Kugeln, damit jeder Schuss mit Bedacht gesetzt werde.
In der heutigen Zeit verleiht dieser Kodex dem Lone Ranger und Johnny Depps Figur Tonto natürlich eine gewisse Absurdität. Damit knüpft Gore Verbinski quasi direkt an seinen schrägen Western-Animationshit "Rango" an, für den er gerade den Oscar gewonnen hat.
In Deutschland reiten Armie Hammer als Lone Ranger und Johnny Depp als Tonto ab 30. Mai 2013 durchs Kino.
5 Oscars für den besten Film "The Artist", darunter Hauptdarsteller Jean Durjardin. Bei den Damen siegt Meryl Streep als "Eiserne Lady". Keine deutsche Hauptgewinner.
Ich habe einen Oscar! Ich ? ich habe meine Dankesrede vergessen!Regisseur Michel Hazanavicius ging es wie den Helden seines Films - er war sprachlos! Sein Filmkunstwerk "The Artist" um eine Liebe in den letzten Tagen des Stummfilms ist von der Academy überraschend mit 5 Oscars zum meistprämierten Film gekürt worden - darunter Preise in allen drei "Königskategorien": Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller!
Doch der Franzose mit litauischen Vorfahren fand seine Sprache bald wieder, hielt eine überschwängliche Dankesrede und endete mit Worten, so poetisch wie sein Filmkunstwerk: "Im Film geht es um das Leben. Und an manchen Tagen ist das Leben wunderbar. Heute ist solch ein Tag. Danke! Danke!"
Ebenfalls fünf Oscars gingen an Martin Scorseses Verfilmung des Kultkinderbuchs "Hugo Cabret". Allerdings gab's die Goldjungs ausnahmslos in Bereichen, die in Hollywood eher zu den Nebenkategorien gezählt werden: Kamera, Visual Effects (hier stach man etwas überraschend den Blockbuster "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" aus), Ausstattung, Ton und Tonschnitt. Damit war Martin Scorsese eher einer der Verlierer des Abends.
Ganz anders Academy-Liebling Meryl Streep. Auch sie hatte zu den Oscar-Favoriten gezählt, doch ihr Traum erfüllte sich auch: Streeps fast schon gespenstisch gute Leistung als britische Ex-Premierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" brachte ihr bei der siebzehnten (!) Nominierung erwartungsgemäß endlich den dritten Oscar nach "Kramer gegen Kramer" und "Sophies Entscheidung".
Überraschenderweise verlor die Veteranin auf der Bühne des Kodak Theatre nach einem launigen Einstieg in ihre Dankesrede ("Ganz Amerika denkt sich jetzt 'Oh nein, nicht sie schon wieder'"!) komplett die Fassung und brach - unter stehenden Ovationen - in Tränen aus: "Ich werde wahrscheinlich nicht noch einmal hier oben stehen, also danke an Euch alle!" Trotz ihrer überragenden mimischen Leistung dankte Meryl Streep auch ihren Maskenbildnern, die ebenfalls einen Oscar erhielten.
Kollege Jean Dujardin, der als Stummfilmstar in "The Artist" wirklich alle darstellerischen Register zieht, machte es dagegen kurz: "Ich liebe Euer Land!", schmeichelte er französisch-charmant dem Auditorium in Los Angeles, das eher mit George Clooney als Sieger für seine Rolle als überforderter Vater in "The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten" gerechnet hatte. Clooney durfte sich aber zumindest über einen Drehbuch-Oscar für "The Ides of March" freuen.
Eine herbe Enttäuschung war die Oscar-Verleihung sowohl für Steven Spielbergs Kriegspferd-Epos "Gefährten" wie auch "Moneyball" mit Brad Pitt als revolutionärem Baseball-Coach. Trotz sechs Nominierungen gingen beide Filme komplett leer aus -weil in den entsprechenden Kategorien zumeist entweder "Hugo Cabret" oder "The Artist" punkteten.
Auch aus deutscher Sicht boten die 84. Academy Awards keinen Grund zum Feiern. Für den Auslands-Oscar war der deutsche Vorschlag "Pina" gar nicht erst nominiert worden, hier machte erwartungsgemäß erstmals ein iranischer Beitrag das Rennen, "Nader und Simin - Eine Trennung". Aber als beste Doku war Wim Wenders' lyrisches 3D-Juwel um das Schaffen der verstorbenen Choreographie-Legende Pina Bausch nominiert und als Sieg-Kandidat gehandelt worden. Hier machte aber der US-Beitrag "Undefeated" um den Aufstieg eines erfolglosen Football-Teams das Rennen.
Die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl ("Anonymus") musste sich den Oscar-Abonnenten Dante Ferretti und Francesca Lo Schiavo für "Hugo Cabret" geschlagen geben und der deutsche Kurzfilm "Raju" zog gegen "The Shore" um eine Freundschaft im Nordirlandkonflikt den Kürzeren. Zumindest waren aber die deutschen Effektkünstler Alex Henning und Ben Grossmann von der Frankfurter Firma Pixomondo am Visual-FX-Oscar für "Hugo Cabret" beteiligt.
Als ältester Schauspieler aller Zeiten gewann Christopher Plummer einen Oscar als Nebendarsteller in "Beginners". Der 82-Jährige erlebt im Film von Mike Mills zum Erstaunen seines Sohnes (Ewan McGregor) ein spätes Coming Out. Die Dankesrede des Veteranen zählte zu den absoluten Highlights der diesjährigen Academy Awards. Mit Blick auf die Oscar-Statue in seinen Händen begann Christopher Plummer:
"Mann, Du bist nur zwei Jahre älter als ich, wo warst Du nur die ganze Zeit?!?" Dann wandte er sich ans Publikum: "Wisst ihr, schon als ich aus der Gebärmutter meiner Mutter kam, habe ich diese Dankesrede einzuüben begonnen. Zu Eurem Glück ist das jetzt so lange her, dass ich sie inzwischen vergessen habe. Also: Danke!"
Den Preis für die beste weibliche Nebenrolle überreichte Batman Christian Bale an Octavia Spencer, die in "The Help" eine mutige schwarze Haushaltsgehilfin spielt. Die Gewinnerin nutzte die Chance für einen Flirt: "Danke, dass ihr mich neben den heißesten Typen im Raum gestellt habt!" Spencers Dankesrede ersoff dann aber fast komplett in einer Tränenflut, die Halle Berry alle Ehre machte. Die letzten Worte "Danke? Welt!" konnte man nur noch erahnen.
Zum besten Animationsfilm wurde erwartungsgemäß "Rango" gekürt - eine besondere Genugtuung für Regisseur Gore Verbinski, der in Hollywood wegen seiner drei "Fluch der Karibik"-Filme als Popcorn-Filmemacher verschrien gewesen war. Er dankte überschwänglich Johnny Depp, der im Original dem titelgebenden Wildwest-Chamäleon seine Stimme leiht.
Als großes Highlight war eine Performance der legendären Artisten des Cirque du Soleil angekündigt worden - auch, weil mit 50 Künstlern die größte Truppe für einen Einzelauftritt der Truppe bereit stand. Die Hommage an Filmklassiker wie Hitchcocks "Verdacht" oder "King Kong" wirkte aber recht konventionell, trotz hoch in der Kuppel des Kodak Theatre schwebender Trapeze.
Erwartet souverän agierte Moderator Billy Crystal, der nur Notnagel war, nachdem das eigentlich vorgesehene Duo von Moderator Eddie Murphy und Produzent Brett Ratner wegen rassistischer Entgleisungen Ratners gehen musste. So kündigte Crystal den von seiner Krebserkrankung sichtbar erholten Michael Douglas als Präsentator für den Regie-Oscar mit den Worten an: "He occupied Wall Street, long before that was cool - Er besetzte die Wall Street, lange bevor das als cool galt!"
Und Crystal, der schon zum neunten Mal Oscar-Gastgeber war, lieferte den besten Trost für alle Verlierer des Abends, indem er die Bedeutung der Preisverleihung mit den ironischen Worten relativierte: "Nichts lenkt einen besser von den Wirtschaftskrisen in aller Welt ab, als einem Haufen Millionäre dabei zuzusehen, wie sie sich gegenseitig goldene Statuen in die Hand drücken?"
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Hauptdarsteller Johnny Depp ist Tim Burtons Lieblings-Schauspieler. Bald könnten die beiden erstmals auch in "Fluch der Karibik" zusammenarbeiten.
Es wird düster in der Karibik?Von "Edward mit den Scherenhänden" bis "Alice im Wunderland": Wenn Top-Mime Johnny Depp und der Meister des düster-fantastischen Kinos Tim Burton zusammenarbeiteten, kamen meistens großartige Filme dabei heraus. Nun ist Burton sogar als Regisseur bei der Filmreihe im Gespräch, die aus dem Edelmimen Johnny Depp einen Blockbuster-Superstar machte: "Fluch der Karibik".
Der vierte Teil "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten" ist zwar gerade noch im Kino, doch die Planungen für einen fünften Film, der sich problemlos an das Ende des aktuellen Piraten-Abenteuers anschließen ließe, laufen bereits auf Hochtouren. Allerdings ist Johnny Depp erst mal auf die Bremse getreten und will nicht sofort loslegen - damit die "Fluch der Karibik"-Filme fürs Publikum etwas Besonderes bleiben.
Nun ist aber unklar, wie der Terminplan von Regisseur Rob Marshall aussieht, der "Fremde Gezeiten" inszenierte und eigentlich auch für den fünften Film vorgesehen ist. Doch Marshall ist in Hollywood schwer gefragt, erst Recht seit seinem ersten "Fluch der Karibik"-Film.
Daher haben die Macher um Produzentenpapst Jerry Bruckheimer nun eine Liste möglicher Nachfolger aufgestellt. Und ganz oben steht darauf Tim Burton! Mit ihm würden Jack Sparrows Abenteuer, die unter Gore Verbinski als knallbunte Popcorn-Blockbuster begannen, sicher deutlich düsterer - und möglicherweise auch ein wenig anspruchsvoller. Nachdem der vierte Teil derzeit zwar recht erfolgreich aber doch kein absoluter Kassenknüller ist, könnte eine solche Neuausrichtung durchaus gewollt sein.
Auch die anderen Regisseure auf der Liste sind große Namen: Shawn Levy ("Nachts im Museum") würde eher die Verbinski-Tradition fortsetzen, "Spider-Man"-Macher Sam Raimi wäre eine gute Verbindung aus Dramatik und Spektakel, Chris Weitz und Alfonso Cuarón stünden wie Tim Burton eher für eine düstere Stimmung und haben mit "Twilight" respektive "Harry Potter" schon bewiesen, dass sie große Fantasy-Reihen stemmen können.
Viele Fans würden jedoch sicher Tim Burton als Regisseur für Johnny Depps nächste Kaperfahrt als Jack Sparrow bevorzugen. Welchen düsteren Gestalten er dann unterwegs wohl begegnen würde?
Regisseur Gore Verbinski über die Verbindung zwischen "Fluch der Karibik" und "Rango", geplantes Chaos, Western-Zitate und Antihelden.
Mit der "Fluch der Karibik"-Trilogie hat Gore Verbinski Filmgeschichte geschrieben. Abermals mit Johnny Depp als Mitstreiter wagt er sich nun mit "Rango" an seinen ersten Computer-Animationsfilm.Sind Sie ein mutiger Mann?
GORE VERBINSKI: Wie kommen Sie darauf?
Man muss Mut haben, im Jahr 2011 einen Animationsfilm zu machen, der sich nicht an die gängigen Regeln hält.
Das fiel uns leicht. Wir wussten nicht, was die Regeln sind.
Haben Sie sich mit dem Ansatz mehr Arbeit gemacht als nötig?
Richtig, viel Arbeit war es auf jeden Fall. Aber es hat auch Spaß gemacht, sich dieses Format Stück um Stück zu erarbeiten. Und ganz fremd war uns der Umgang mit Computeranimation auch nicht. Filme wie die "Fluch der Karibik"-Filme wären ohne den Einsatz von Computern absolut unvorstellbar. Das war unser Ausgangspunkt: Wir sahen "Rango" nicht als Animationsfilm, sondern als ausgedehnte, letztlich abendfüllende Animationssequenz in einem
Realfilm.
Wie sind Sie vorgegangen?
Es gab drei Phasen. Eineinhalb Jahre verbrachten wir gemeinsam, insgesamt sieben Künstler, mit Bleistift und Block in einem Haus und ließen unserer Fantasie freien Lauf. Sehr lowtech. Dann folgten 20 Tage mit den Schauspielern am Set, wo wir die Stimmen und Gesten aufzeichneten. Und schließlich waren wir eineinhalb Jahre mit ILM beschäftigt. Sehr hightech.
Was waren Ihre Referenzpunkte?
Wir folgten unserer Eingebung. Wir arbeiteten an den Figuren, wie wir bei "Fluch der Karibik" an Figuren wie Davey Jones gearbeitet hatten. Wir wollten mit ILM arbeiten, weil wir wussten, dass das Ergebnis exzellent werden würde. Uns ging es nicht um die Abbildung der Realität - der Film ist sehr surreal -, sondern um eine emotionale Echtheit, die sich vor allem in den Nahaufnahmen in den Gesichtern widerspiegeln sollte.
Was waren die Hürden?
Weil man bei Animation so lange feilt, hatte ich Angst, der Film könnte zu durchgeplant, nicht spontan genug wirken. Ich wollte aber, dass wir unserer Intuition vertrauen. Beim Realfilm erhält man die besten Ergebnisse in den ungeplanten Momenten, wenn man Chaos zulässt. Hier mussten wir diese ungeplanten Momente vorhersehen. Ein komplizierter Prozess.
Sie verneigen sich wiederholt vor der Geschichte des Westerngenres und lassen damit im Kopf des Zuschauers einen eigenen Film ablaufen.
Es passt zum ganzen Film, der immer wie ein Kommentar auf das wirkt, was er gerade zeigt, ein Film im Film, mit einem Helden, der sich selbst für einen Schauspieler hält und dem bewusst ist, dass er den anderen Figuren einen Westernhelden vorspielt.
Sollte der Film ein Liebesbrief an den Western werden?
Vielleicht. Aber auch als Statement zum Tod des klassischen Helden.
Trotz Ihrer Erfolge sind Sie mit Ihrer Gamesverfilmung "Bioshock" gescheitert.
Das Projekt war dem Studio zu teuer. Die Geschichte spielt in einer Stadt unter Wasser, die man komplett hätte bauen müssen. Weil ich nicht bereit war, den Ton des Games zu ändern und damit garantiert ein R-Rating bekommen hätte, zog Universal den Stecker. Sofern mir also nicht jemand viel Geld in die Hand drückt, ist das Projekt mit mir als Regisseur tot.
Ausnahme-Schauspieler Johnny Depp erklärt, warum ausgerechnet die Rolle im Popcorn-Spektakel "Fluch der Karibik" seine liebste ist.
Es ist nicht die fette Gage, die Johnny Depp in die karibischen Meere lockt...Johnny Depp ist nicht nur einer der beliebtesten Schauspieler seiner Generation, sondern auch einer der besten. Das beweisen seine Auftritte in Kinojuwelen wie "Public Enemies", "Das Kabinett des Dr. Parnassus" oder "Ed Wood". Warum der Ausnahmekönner trotzdem die Rolle als Captain Jack Sparrow in den Popcorn-Spektakeln der "Fluch der Karibik"-Reihe am liebsten spielt, erklärt Johnny Depp ganz simpel: "Da kann ich einfach machen, was ich will!"
Das hat aber nicht etwa damit zu tun, dass Depp die Regieanweisungen von Rob Marshall missachtet, der im vierten Film Gore Verbinski ablöst. Es liegt vielmehr in der Natur der Figur Jack Sparrow: "Er ist absolut unabhängig, schert sich um nichts, ein wirklicher Freigeist", beschreibt Johnny Depp den kultigen Piratenkapitän.
Trotzdem gibt's ab und zu Stress zwischen Johnny Depp und seinem Regisseur - aber nur, weil Depp so viel Spaß bei den Dreharbeiten hat: "Das Problem mit mir ist, dass ich jede Szene genieße und am liebsten sehr oft drehen will - bis der Regisseur dann irgendwann fragt 'Bist Du bald fertig oder müssen wir wirklich noch einen Take machen?'"
Beim vierten Film "Fremde Gezeiten" hat aber auch ein weiblicher Neuzugang für vermehrten Spaß am Set gesorgt. Penélope Cruz spielt Jacks Ex-Geliebte, an deren Seite er nach dem Quell der ewigen Jugend sucht - ohne genau zu wissen, was seine Ehemalige sich davon eigentlich verspricht und ob sie wirklich auf seiner Seite ist. Wer es mit Jack herausfinden will: Kinostart von "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten" ist am 19. Mai.
Laut Rob Marshall hat Johnny Depp ihn persönlich als neuen Regisseur für "Fluch der Karibik" erkoren.
Ohne Johnny Depp alias Jack Sparrow kein "Fluch der Karibik"! Also hat der Schauspieler auch bei den ganz wichtigen Entscheidungen, die ansonsten von Studiobossen und Produzenten getroffen werden, ein Wörtchen mitzureden.Das gilt sogar für die Wahl des Regisseurs, wie nun Rob Marshall verraten hat, der "Fluch der Karibik 4" inszenieren darf. Den Anruf dazu hat er zwar von Produzent und Mastermind Jerry Bruckheimer erhalten, aber eigentlich steckte Johnny Depp hinter der Idee: "Johnny wollte unbedingt mit mir arbeiten, das hat Jerry mir am Telefon gesagt", berichtet Rob Marshall. "Ich war extrem überrascht - es ist einfach toll, wenn Dir so etwas passiert."
Kurz darauf trafen sich die drei um Details zum vierten "Fluch der Karibik"-Film zu besprechen. Und auch von der persönlichen Begegnung mit Johnny Depp war Rob Marshall sehr angetan: "Johnny war unfassbar charmant. Ich hatte das Glück, schon mit vielen großartigen Menschen zu arbeiten und er gehört eindeutig dazu. Als die beiden mich also fragten, ob ich mir vorstellen könnte "Fluch der Karibik 4" zu machen, habe ich sofort zugesagt."
Dass der Job überhaupt frei wurde, liegt am Rückzug von Gore Verbinski. Der Regisseur der ersten drei Piratenabenteuer hatte unverständlicherweise die Nase voll von unendlichen Sandstränden, karibischem Rum und gefährlichen Kaperfahrten. Das gilt auch für das bisherige Traumpaar Keira Knightley und Orlando Bloom. So hatte es denn auch schon Gerüchte gegeben, ein vierter "Fluch der Karibik"-Film würde möglicherweise gar nicht zustande kommen - besonders als sogar Johnny Depp nach der Entlassung seines Freundes und Disney-Chefs Dick Cook plötzlich die Lust zu verlassen drohte.
Doch das ist laut Rob Marshall inzwischen vergessen, es geht nur noch um einen Drehtermin - und ein Drehbuch: "Klar brauchen wir erstmal ein Skript, schließlich hängt alles von einer guten Story ab. Daraus ergibt sich dann auch mein visueller Stil. Sobald wir das haben und Johnny mit Angelina Jolie 'The Tourist' abgedreht hat, wären wir bereit. Ich wäre begeistert, wenn es klappt."
Erste Vermutungen zur Story gibt es sogar schon: Der offizielle Untertitel zu "Fluch der Karibik 4" lautet "On Stranger Tides - In fremderen Gezeiten" und stammt aus einem Roman, dessen Rechte sich die Macher gesichert haben. Darin sucht der Titelheld - natürlich ein Pirat - nach dem Quell der ewigen Jugend.
"On stranger Tides" heißt das vierte Karibikabenteuer, in dem Johnny Depp erneut als Capt'n Jack Sparrow in See sticht
Piraten lassen sich ungern festlegen und so war es lange nicht klar, ob weitere Flüche der Karibik ausgestoßen werden. Johnny Depp beseitigte nun jeden Zweifel - auf seine ganze eigene Art ...Wer Dick Cook heißt, gerät schnell selbst in Verdacht, ein Piratenkapitän zu sein. Ist er zwar nicht, aber auf fette Beute im Jahr 2011 darf er sich trotzdem freuen. Dann kommt nämlich ein viertes "Fluch der Karibik"-Abenteuer in die Kinos. Cook, der in seinen Anfängen als Lokführer Touristen durch die Walt Disney Studios chauffiert hat, ist heute einer der Chefs eben dieser Studios. Großes Entertainment ist dem Mann nicht fremd, aber manchmal gibt es diese Momente: Dick Cook kündigte also auf der eigenen Filmproduktmesse D23 in Anaheim an, dass "Pirates of the Caribbean - On stranger Tides" übernächsten Sommer kommen würde und auch, dass Johnny Depp in seiner Paraderolle als Capt'n Jack Sparrow das Ruder übernehmen würde. Ganz nett, aber so Absichtserklärungen bedeuten im Filmgeschäft ja oft nicht viel.
Dann kam Johnny Depp auf die Bühne. Schon besser. Er kam aber von Kopf bis Fuß im Jack Sparrow-Kostüm inklusive Make up. Kein Raunen, sondern Rasen im Publikum - und kein Zweifel mehr: Eine der aufregendsten und erfolgreichsten Filmserien der Kinogeschichte geht in die vierte Runde, gedreht wird nächstes Jahr.
Kleiner Wermutstropfen: Gore Verbinski wird definitiv nicht im Regiestuhl sitzen. Gehandelt werden Namen wie Rob Marshall ("Nine") und Tim Burton ("Mars Attacks", der mit Johnny Depp bereits fünf Filme gedreht hat, zuletzt "Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street". Außerdem werden Keira Knightley und Orlando Bloom nicht an Depps Seite "In fremden Gewässern" segeln. Beide signalisierten, dass sie kein Interesse hätten. Aber vielleicht kann ja Superproduzent Jerry Bruckheimer die beiden mit dem einen oder anderen schicken Scheck noch an Bord shanghaien.
Außerdem gaben Cook und Johnny Depp ein weiteres gemeinsames Projekt bekannt: Depp wird die Hauptrolle in "The Lone Ranger" übernehmen.

































