John Madden
GEBURTSTAG:
08.04.1949 in Portsmouth, Hampshire, Engl.
LEBT IN:
Großbritannien
08.04.1949 in Portsmouth, Hampshire, Engl.
LEBT IN:
Großbritannien
Kurzinfo
Shakespeare brachte ihm den Welterfolg. Seine nach dem Drehbuch von Tom Stoppard und Marc Norman entstandene schwungvolle Liebesballade "Shakespeare in Love" (1998) über den Barden aus Stratford, der sich bei der Vorbereitung von "Romeo und Julia" unsterblich verliebt, erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Der Höhepunkt waren 1999 sieben "Oscars", u.a. als bester Film und für Hauptdarstellerin Gwyneth Paltrow, aber nicht für Madden als ...weiter »
GEBURTSDATUM: 08.04.1949 | GEBURTSORT: GROßBRITANNIEN
Shakespeare brachte ihm den Welterfolg. Seine nach dem Drehbuch von Tom Stoppard und Marc Norman entstandene schwungvolle Liebesballade "Shakespeare in Love" (1998) über den Barden aus Stratford, der sich bei der Vorbereitung von "Romeo und Julia" unsterblich verliebt, erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Der Höhepunkt waren 1999 sieben "Oscars", u.a. als bester Film und für Hauptdarstellerin Gwyneth Paltrow, aber nicht für Madden als Regisseur, der gegen Steven Spielberg verlor.Der Engländer John Madden begann als Regisseur an Theatern und für die BBC, für die er u.a. TV-Movies und Serienepisoden inszenierte, darunter auch eine Folge für die Reihe "Heißer Verdacht" mit Helen Mirren, die als Best Single Drama in Schottland ausgezeichnet wurde. Maddens Regiekarriere begann mit "Ethan Frome", eine Verfilmung der Novelle von Edith Wharton ("Zeit der Unschuld"), in der 1990 Liam Leeson und Patricia Arquette spielten. In dem Kriminalfilm "Golden Gate" (1995) verliebt sich FBI-Agent Matt Dillon in die schöne Verdächtige Joan Chen. 1997 erregte Madden Aufsehen mit dem period piece "Ihre Majestät Mrs. Brown", das sich um die Freundschaft der englischen Queen Victoria mit ihrem schottischen Diener John Brown Ende des 19. Jahrhunderts dreht. Für ihre Rolle der Queen erhielt Judi Dench einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.
Drei Jahre nach "Shakespeare in Love" versuchte Madden mit der Kriegsromanze "Corellis Mandoline" an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Doch obwohl die Verfilmung eines Romans von Louis de Bernières mit Nicolas Cage, Penelope Cruz und John Hurt hochkarätig besetzt war, konnte sich das Kinopublikum nicht für das glatte und streckenweise klischeebeladene Werk begeistern.
Mit Gwyneth Paltrow arbeitete Madden erneut in "Der Beweis" (2005) nach einem Theaterstück von David Auburn zusammen mit Helen Mirren in "Eine offene Rechnung" (2010), ein Thriller wie seine Elmore-Leonard-Verfilmung "Killshot" (2007).
GEBURTSDATUM: 08.04.1949 | GEBURTSORT: GROßBRITANNIEN
Der Regisseur von "Shakespeare in Love" über sein Agentendrama "Eine offene Rechnung", das hebräische Original und den Thriller als schwierigstes Filmgenre.
John Madden stellte in Berlin "Eine offene Rechnung" vor, der seit 22. September in den deutschen Kinos läuft. Der Regisseur über den Thriller und seine wechselvolle Karriere.Sie haben den Film bereits vor mehr als zwei Jahren fertiggestellt. Warum ist er erst jetzt gestartet?
JOHN MADDEN: Wir realisierten "Eine offene Rechnung" für Miramax. Als er fertiggestellt war, wechselte das Management bei der Mutterfirma Disney, und es schloss das Label. Disney wollte den Film Ende letzten Jahres selbst herausbringen. Doch mit dem Verkauf von Miramax und seinem Backkatalog ging zu unserer Überraschung auch "Eine offene Rechnung" an den Käufer. Der war kein Verleih, so erwarb schließlich Universal den Film und plante einen Start für den Herbst.
"Eine offene Rechnung" ist ein Remake. Wie stark ließen Sie sich vom Original inspirieren?
Ich habe mir das Original zwar angesehen und war beeindruckt von der Umsetzung - der Film ist für sehr wenig Geld entstanden - und von den Themen. Aber wir haben unser eigenes Drehbuch entwickelt. Wir konzentrierten uns mehr auf die drei Figuren als auf den unvollendeten Auftrag, veränderten stark die Struktur. Unser Film ist eher eine Hommage an das hebräische Original.
Was war die schwierigste Szene?
Technisch besonders anspruchsvoll war die Verfolgungsszene in der Bahnstation, ebenso anstrengend wie beglückend für die Darsteller waren die intensiven Szenen mit den drei jungen Agenten im Haus. Diese drehten wir in Budapest quasi chronologisch, um das Unmittelbare, das Hier und Jetzt, zu transportieren. Ich musste noch in keinem Film so präzise arbeiten wie in diesem; er unterscheidet sich kaum vom Drehbuch. Sonst verändern sich meine Filme viel stärker.
In der Zwischenzeit haben Sie einen anderen Film fertiggestellt, der Anfang 2012 anläuft.
Ja, "The Best Exotic Marigold Hotel" ist eine melancholische Komödie über eine Gruppe älterer Briten, die sich in Indien zur Ruhe setzen wollen und in einem heruntergekommenen Palast landen, den ein junger Mann als Hotel betreibt. Der Film mit renommierten britischen Schauspielveteranen hat sich weit von Deborah Moggachs Romanvorlage entfernt.
Moggach lieferte auch die Vorlage für "Tulip Fever", den Sie vor Jahren inszenieren wollten.
Ja, das ist kurios. Wir standen nur sechs Wochen vor Drehstart von "Tulip Fever", als das Projekt von einer Änderung im britischen Steuergesetz aus der Bahn geworfen wurde. Es war ein wundervolles Drehbuch, an dem Tom Stoppard und ich zweieinhalb Jahre gearbeitet hatten. Vielleicht wird das Projekt irgendwann einmal aufgegriffen, doch es ist ein sehr teures und dadurch schwieriges Unterfangen.
Sie wechseln zwischen Kostümdrama und Thriller. Haben Sie ein Lieblingsgenre?
Nein, was meine Arbeiten verbindet, ist mein Interesse für die Figuren. Für einen Regisseur ist ein Thriller das anspruchsvollste und verführerischste Genre. Auch "Eine offene Rechnung" ist einer, aber ich wäre nicht interessiert gewesen, hätten seine Figuren nicht diese emotionale, psychologische Komplexität.
Ist es schwierig für Sie, dass Ihre jüngeren Filme mit dem großen Erfolg von "Shakespeare in Love" verglichen werden?
Nein. Kurz nach "Shakespeare in Love" war es schwierig. Aber jede Karriere hat ihre Höhen und Tiefen. Wenn man die Arbeit tun kann, die einem Spaß macht, oder der Film, den man macht, ins Kino kommt, kann man sich glücklich schätzen. Und wenn man einmal im Leben einen Film macht, der jedem gefällt, ist das ein Riesenglück. "Shakespeare in Love" hat übrigens die meisten Übereinstimmungen mit "Shakespeare in Love".

































