Martin Campbell

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Martin Campbell

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Er machte Catherine Zeta-Jones, Antonio Banderas und Pierce Brosnan endgültig zu Hollywood-Stars und gilt als einer der besten Action-Regisseure, der Tempo, Spannung, kraftvolle Momente, verstörende Szenen und waghalsige Stunts mit dramatischen Cliffhanger-Situationen aus dem Handgelenk schüttelt. Martin Campbell gelang die Erneuerung der James-Bond-007-Filme mit "Goldeneye", er belebte den Mantel-und-Degen-Film mit "Die Maske des Zorro" und schuf mit "Vertical Limit" den definitiven ...

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Er machte Catherine Zeta-Jones, Antonio Banderas und Pierce Brosnan endgültig zu Hollywood-Stars und gilt als einer der besten Action-Regisseure, der Tempo, Spannung, kraftvolle Momente, verstörende Szenen und waghalsige Stunts mit dramatischen Cliffhanger-Situationen aus dem Handgelenk schüttelt. Martin Campbell gelang die Erneuerung der James-Bond-007-Filme mit "Goldeneye", er belebte den Mantel-und-Degen-Film mit "Die Maske des Zorro" und schuf mit "Vertical Limit" den definitiven Bergsteiger-Thriller. Seine Actionkracher sind, wie es der weltberühmte Bergsteiger Reinhold Messner in seiner Kritik zu "Vertical Limit" formulierte, "sehr schnell, sehr hart und sehr spannend. Wer noch nie einen Berg bestiegen hat, muss diesen Film sehen! Es wurde noch nie so viel gestürzt und erfroren." Mit "Jenseits aller Grenzen" schuf Campbell ein Abenteuer-Melodram, das sich im humanitären Geist für Flüchtlinge und Hungerhilfe einsetzt.
Wie Lee Tamahori (Regisseur des 007-Thrillers "Stirb an einem anderen Tag") wurde Campbell in Neuseeland geboren. Er zog 1966 nach London, wo er als Kameramann beim Fernsehen begann, in den 70er- und 80er-Jahren parallel Kinofilme produzierte und TV-Filme und Serien (fünf Folgen von "Die Profis") inszenierte, so die mit sechs BAFTA Awards ausgezeichnete Serie "Edge of Darkness" über nukleare Verseuchung, Mord und Korruption in England. Seit 1988 in den USA, inszenierte Campbell zunächst Krimis wie "Der Frauenmörder" (mit Kevin Bacon und Gary Oldman) und "Wehrlos" (1991), in dem Barbara Hershey als Anwältin beinahe Opfer einer tödlichen Intrige wird. Ray Liotta wird in dem futuristischen Action-Abenteuer "Flucht aus Absolom" (1994) zu Unrecht verurteilt und auf der Gefangeneninsel Absolom inhaftiert, von der noch niemand entkommen ist und auf der ein Kampf tobt zwischen Barbaren und jenen, die sich vor ihnen in einem Dorf verschanzt haben.
Mit dem James-Bond-007-Thriller "Goldeneye" (1995) überführte Campbell die Serie nach sechs Jahren Pause rasant und spektakulär in die Moderne und wartete mit einer Verfolgungsjagd per Panzer durch Petersburg auf. "Die Maske des Zorro" nahm in tollkühnen Ritten von Antonio Banderas und Degenduellen zwischen ihm und Catherine Zeta-Jones Filme wie "Fluch der Karibik" vorweg und wurde für zwei Oscars und zwei Golden Globes nominiert. Die Fortsetzung "Die Legende des Zorro" konnte trotz der erneuten Mitwirkung des Traumpaares Banderas/Zeta-Jones an den kommerziellen Erfolg des Originals nicht anknüpfen. "Vertical Limit" lieferte 2000 Action im Turbo-Gang. Vor imposanter Naturkulisse spielt sich am K2, gefährlicher zu bezwingen als der Mount Everest, ein Drama ab, als ein Milliardär, der auf einen Publicity-Clou aus ist, trotz Schlechtwetterwarnungen den Gipfel erobern will, eine Katastrophe herbeiführt und mit zwei Begleitern in eine Gletscherspalte stürzt, in der sie maximal 36 Stunden überleben können. Die Rettungsexpedition des buchstäblichen Cliffhanger-Films bekommt es mit Schneestürmen, eisiger Kälte, Lawinen und Abstürzen zu tun. In "Jenseits aller Grenzen" führt die Liebe zu einem Arzt eine Society-Lady (Angelina Jolie) in drei in den Jahren 1984, 1989 und 1995 spielenden Episoden in die Flüchtlingslager von Äthiopien, Kambodscha und Tschetschenien. Der Film ist den ums Leben gekommenen Mitarbeitern der Welthungerhilfe und der UNO gewidmet.
"Ich drehe nicht für die MTV-Generation" 16.03.2010

Nach "Casino Royale" erteilt er Mel Gibson den "Auftrag Rache". Martin Campbell über die Arbeit mit dem Topstar, Superheldenfilme und den 007-Ausstieg.

Nach James Bond bringt Regisseur Martin Campbell mit "Auftrag Rache" eine weitere Ikone des Actionfilms auf die Leinwand zurück - Mel Gibson. Und nach dem Action-Thriller wagt er sich demnächst auf neues Terrain: den Superheldenfilm.
Warum wollten Sie die Kinoversion einer Miniserie drehen, bei der Sie selbst Regie geführt hatten?
MARTIN CAMPBELL: Ich war ursprünglich nicht unbedingt darauf versessen. Aber vor sieben Jahren schlug man mir "Auftrag Rache" vor, und wir bekamen das Geld für ein Drehbuch. Autor Andrew Bovell gelang es tatsächlich, die sechsstündige Miniserie auf einen Zweistünder zu verdichten. Ich ging an die Sache heran, als sei es ein eigenständiger Film. Dann brachte Produzent Graham King den "Departed"-Autoren Bill Monahan an Bord. Von seiner Fassung war Mel Gibson, ein Fan der Serie, so angetan, dass er praktisch sofort zusagte. Letztlich kamen also alle richtigen Elemente zum richtigen Zeitpunkt zusammen.
Gibson hat acht Jahre als Schauspieler pausiert. War es schwierig, ihn zu inszenieren?
Er machte gleich klar, dass er weder Regisseur noch Produzent dieses Films sein wollte. Wie jeder Schauspieler war er extrem kooperativ. Man konnte spüren, wie sehr er wieder in die Schauspielerei einsteigen wollte.
Als Sie "Casino Royale" drehten, waren Sie sich da bewusst, wie bahnbrechend dieser Film für das Actiongenre im Allgemeinen und die Bond-Serie im Besonderen sein würde?
Nein. Wenn man einen Film macht, weiß man nie, ob er funktionieren wird. Wir hatten einfach ein sehr gutes Drehbuch von Paul Haggis. Und wir wollten mit "Casino Royale" einen Bond zeigen, der der Figur der Bücher gerecht wurde und nicht dem Agenten der früheren Filme.
Welche Lektionen aus "Casino Royale" lassen sich auf Ihre künftigen Filme anwenden?
Dass man einer Figur in jedem Moment der Handlung gerecht werden muss. Auch in einem Actionfilm soll sich ein Protagonist immer so verhalten, wie es seinem Charakter entspricht. In der großen Verfolgungsjagd am Anfang des Films ist Bond dem Gejagten unterlegen, er hat bei Weitem nicht die Fähigkeiten und Eleganz wie dieser, er macht Fehler, aber er erreicht sein Ziel mit Mut und Willenskraft. Das war das Entscheidende.
Hatten Sie nach dem überwältigenden Erfolg des Films auch andere Alternativangebote außer "Auftrag Rache"?
Natürlich. Ich hatte ein Remake des französischen Thrillers "36" für Paramount entwickelt, aber die wollten auf einmal nicht mehr. Für Universal sollte ich ein Remake von "Die Vögel" machen, aber dann bekam ich das Angebot, die Comicverfilmung "Green Lantern" zu übernehmen. Und nachdem das Projekt schon startbereit war und ich noch nie einen Superheldenfilm gemacht hatte, wird das jetzt meine nächste Produktion.
Warum dieses Superheldenprojekt?
Grüne Laterne ist eine faszinierende Figur. Denn seine Fähigkeiten sind alle psychologischer Natur. Das macht das Ganze komplexer. Außerdem reist er als einer von ganz wenigen Superhelden auf einen anderen Planeten, so dass man eine ganz neue Welt erschaffen kann. Das alles möchte ich so realistisch wie möglich gestalten. Und letztlich erzählen wir wieder eine Geschichte von den Anfängen eines Helden, so wie "Casino Royale" - aber nicht in der Tonalität eines "Batman Begins", sondern eher wie "Iron Man".
Bei effektlastigen Filmen besteht die Gefahr, dass die Figuren vor lauter technologischem Spektakel untergehen.
Die sehe ich auch. Aber ich bin kein Regisseur der MTV-Generation. Mir geht es einzig und allein darum, eine Geschichte emotional überzeugend zu erzählen. Mein großer Held ist David Lean, wahrscheinlich einer der größten Regisseure aller Zeiten, weil seine Filme visuell überwältigend sind, aber dabei durchentwickelte Geschichten mit überzeugenden Charakteren bieten.
Könnten Sie sich vorstellen, noch einmal einen Bond zu drehen?
Nein. Ich habe nach "Goldeneye" nur deshalb "Casino Royale" gedreht, weil das Flemings erste Bond-Geschichte war. Sonst fängt man irgendwann an, sich zu wiederholen.
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