Michael Haneke
GEBURTSTAG:
23.03.1942 in München
LEBT IN:
Österreich
23.03.1942 in München
LEBT IN:
Österreich
Kurzinfo
Seine Filme sind gehobene Kost für das Arthouse-Kino, anspruchsvoll in Thematik und Machart, aber umstritten wegen ihres pädagogischen Impetus, der dogmatischen Belehrungswut, mit der sie Botschaften buchstäblich ins Bewusstsein trommeln (in "Code Inconnu"), und des Bedeutungswustes, den sie nicht immer auflösen. Fast alle seiner Kinofilme wurden mit Preisen ausgezeichnet, in Frankreich gehört er zu den viel diskutierten deutschsprachigen Filmemachern.Der 1942 ...
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GEBURTSDATUM: 23.03.1942 | GEBURTSORT: ÖSTERREICH
Seine Filme sind gehobene Kost für das Arthouse-Kino, anspruchsvoll in Thematik und Machart, aber umstritten wegen ihres pädagogischen Impetus, der dogmatischen Belehrungswut, mit der sie Botschaften buchstäblich ins Bewusstsein trommeln (in "Code Inconnu"), und des Bedeutungswustes, den sie nicht immer auflösen. Fast alle seiner Kinofilme wurden mit Preisen ausgezeichnet, in Frankreich gehört er zu den viel diskutierten deutschsprachigen Filmemachern.Der 1942 in München geborene aber österreichische Bürger Michael Haneke studierte, was man seinen Filmen ansieht, Philosophie und Psychologie und begann 1974 mit Fernseharbeiten: Literaturverfilmungen nach Joseph Roth ("Die Rebellion"), Franz Kafka ("Das Schloss"), Peter Rosei ("Wer war Edgar Allan?") und Ingeborg Bachmann ("Drei Wege zum See") gehören zu jenen zwischen Essay und Erzählung pendelnden TV-Formaten, die in den 70er- und 80er-Jahren boomten und auf das Literarisch-Reflexive des Stoffes setzten. Nach eigenem Drehbuch entstand die Nachkriegsgeschichte "Fraulein" (1985, mit Angelica Domröse): Die Liebe zwischen einer Deutschen und einem Franzosen wird dank Darstellern und Kameraarbeit ein sinnlicher Film.
Mit "Der siebte Kontinent" begann die Spielfilmarbeit Hanekes, der mit "Bennys Video" (Fipresci-Preis Thessaloniki 1992) eine Diskussion über den Konsum von Gewaltvideos durch Jugendliche und dessen (im Film mörderische) Folgen auslöste. "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" (Goldener Hugo Chicago 1994) setzte die Gewaltdiskussion fort mit einem Puzzle aus Situationen, die in Gewalt, Mord und Tod münden und die Rolle von Zufall, Schicksal und Vorherbestimmung einkreisen. "Funny Games" (Ehrenpreis für Hanekes Gesamtwerk Biarritz 1997) erzählt mit Verfremdungen (Anhalten und Rücklauf des Films wie in Elem Klimows "Komm und sieh", 1986) die Geschichte einer Familie, die im Urlaub in die Hände zweier Jugendlicher gerät, die ihre Geiseln mit sadistischen Spielen quälen. "Code Inconnu" (2000) verknüpft Geschichten von Entfremdung in der Metropole Paris mit Endzeitstimmungen und konnte mit Juliette Binoche in der Hauptrolle aufwarten, die passagenweise an ihre Rolle in Krzysztof Kieslowskis "Drei Farben: Blau" (1993) erinnert.
Hanekes erfolgreichster Film wurde die 2001 in Cannes mit dem Preis der Jury und den Darstellerpreisen für Isabelle Huppert und Benoît Magimel ausgezeichnete Verfilmung von Elfriede Jelineks Roman "Die Klavierspielerin": Die Geschichte einer Frau, die von der Mutter zur Musik gezwungen und dem Leben fern gehalten wird und in eine gefährliche Beziehung mit einem Schüler driftet, der von ihren Sado-Maso-Phantasien zunehmend angeekelt wird und sie verlässt. Wieder mit Isabelle Huppert entstand 2003 die Endzeitvision "Wolfszeit": Eine Frau gerät, nachdem ihr Mann im Ferienhaus ermordet wurde, mit ihren Kindern an eine Gruppe von Menschen, die entlang der Eisenbahn in einem Silo auf das Ende der Welt warten. Wie in allen Filmen Hanekes geht es um extreme, existentielle Situationen und Fragestellungen, so auch in dem recht zugänglichen, in Cannes 2005 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichneten "Caché", in dem zur Abwechslung wieder Juliette Binoche mitwirkte.
GEBURTSDATUM: 23.03.1942 | GEBURTSORT: ÖSTERREICH
"Avatar", "Tödliches Kommando" und "Inglourious Basterds" streiten sich um die meisten Oscars. "Das weiße Band" und Christoph Waltz dürfen hoffen.
Blau ist zwar an der Kinokasse die absolut dominante Farbe, bei den Nominierungen zum wichtigsten Filmpreis gibt's aber einen harten Konkurrenten.Bei uns war das Irakkriegs-Drama "Tödliches Kommando - The Hurt Locker" zwar nur mäßig erfolgreich, aber bei den Oscars ist es mit neun Nominierungen der große Rivale des SciFi-Krachers "Avatar - Aufbruch nach Pandora", der ebenfalls neun Oscar-Chancen hat. Damit kommt es bei der Verleihung am 8. März zum Showdown eines Ex-Ehepaars: "Avatar"-Regisseur James Cameron und "Kommando"-Macherin Kathryn Bigelow waren einst verheiratet und sind nun beide für den besten Film und die beste Regie nominiert.
In die Suppe spucken könnte ihnen allerdings Academy-Querulant Quentin Tarantino, dessen "Inglourious Basterds" mit acht Oscar-Chancen dicht dahinter liegt. Auch Tarantino ist in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie nominiert. Wie von allen Experten vorhergesagt, ist dabei auch Christoph Waltz als bester Nebendarsteller berücksichtigt worden - sein Sieg gilt als ziemlich sicher.
In der Kategorie Bester Film wurden erstmals seit 1939 wieder statt fünf nun zehn Filme nominiert. So fanden neben "Avatar", "Tödliches Kommando" und den "Inglourious Basterds" auch kleinere Filme wie das Liebesdrama "An Education", das recht Experimentelle SciFi-Juwel "District 9" und mit "Oben" sogar ein Animationsfilm Berücksichtigung. Außerdem sind nominiert das Football-Drama "Blind Side - Die große Chance", "Up in the Air" mit George Clooney, die harte Romanverfilmung "Precious - Das Leben ist kostbar" sowie der neue Coen-Film "A Serious Man".
Bei den Hauptdarstellern ist Jeff Bridges in der Rolle als versoffener Country-Sänger in "Crazy Heart" der klare Favorit. Sein härtester Gegner ist wohl George Clooney als vielfliegender Entlassungsexperte auf Sinnsuche in "Up in the Air". Der sensible Film heimste insgesamt sechs Nominierungen ein - diese aber alle in wichtigen Kategorien wie Bester Film, Regie (Jason Reitman) und Hauptdarsteller. Dazu sind außerdem gleich beide Nebendarstellerinnen Vera Farmiga und Anna Kendrick nominiert. Ansonsten haben bei den Herren Jeremy Renner aus "Tödliches Kommando", Colin Firth als schwuler Professor in "A Single Man" und Morgan Freeman als der große Nelson Mandela in "Invictus - Unbezwungen" Chancen.
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Großen Jubel gab's in den Sälen der Academy über die Nominierung von Sandra Bullock als beste Hauptdarstellerin im Football-Drama "Blind Side - Die große Chance". Gabourey 'Gabby' Sidibe spielt im Drama "Precious - Das Leben ist kostbar" als misshandelte übergewichtige Schwarze groß auf und gilt ebenfalls als aussichtsreiche Kandidatin. Wie immer ist auch Meryl Streep unter den Oscar-Anwärterinnen, ihr Auftritt als Koch-Ikone in "Julie & Julia" könnte ihr auch tatsächlich den nächsten Goldjungen bescheren. Außenseiterchancen dürfen sich Carey Mulligan als 16-Jährige machen, die in der Nick-Hornby-Verfilmung "An Education" einem wesentlich älteren Liebhaber verfällt, sowie Helen Mirren in der Tolstoi-Hommage "Ein russischer Sommer".
Erneut zeigt sich, wie wichtig der Academy die Regie-Arbeit ist, denn alle nominierten Filmemacher wurden auch in der Königskategorie Bester Film berücksichtigt: Cameron für "Avatar", Bigelow für "Tödliches Kommando", Reitman für "Up in the Air", Tarantino für "Inglourious Basterds" und Lee Daniels für "Precious - Das Leben ist kostbar".
Als bester Animationsfilm wird wohl "Oben" ausgezeichnet werden, der vier weitere Nominierungen einheimsen konnte - erstaunlicherweise auch die als Bester Film, was ein absolutes Oscar-Novum darstellt! Die Konkurrenten "Der fantastische Mr. Fox", "Coraline", "Küss den Frosch" (hier sind gleich zwei Songs nominiert) und "The Secret of Kells" werden daher wohl das Nachsehen haben.
Michael Haneke darf nach dem Triumph bei den Filmfestspielen in Cannes mit "Das weiße Band" auch auf den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film hoffen. Schärfster Konkurrent ist vermutlich die französische Eingabe "Ein Prophet".
Verkündet hat die Nominierungen mit viel Charme und Witz Anne Hathaway, die Verleihung selbst wird am 8. März von Steve Martin und Alec Baldwin moderiert - zum ersten Mal seit 1987 gibt es also wieder ein Duett, wenn es heißt: "And the Oscar goes to..."

































