Terry Gilliam

Portrait von Terry Gilliam
Terry Gilliam

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GEBURTSTAG:
22.11.1940 in Minneapolis

Kurzinfo

Gründungsmitglied und einziger Amerikaner der britischen Komikertruppe Monty Python, zeichnete der 1940 in Minneapolis geborene Terry Gilliam die animierten Zwischenstücke der Sketche, die auch für sich Bestand haben. Er führte in allen Filmen der Pythons die Co-Regie, bis er mit der bissigen Mittelalter-Satire um das Monster "Jabberwocky" (1977), das aus dem zweiten "Alice"-Buch von Lewis Carroll stammt, erstmals allein Regie führte. ...

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GEBURTSDATUM: 22.11.1940
Gründungsmitglied und einziger Amerikaner der britischen Komikertruppe Monty Python, zeichnete der 1940 in Minneapolis geborene Terry Gilliam die animierten Zwischenstücke der Sketche, die auch für sich Bestand haben. Er führte in allen Filmen der Pythons die Co-Regie, bis er mit der bissigen Mittelalter-Satire um das Monster "Jabberwocky" (1977), das aus dem zweiten "Alice"-Buch von Lewis Carroll stammt, erstmals allein Regie führte. "Jabberwocky", in dem ein Monster ein Königreich in Angst und Schrecken versetzt, ist Ritterfilm-Parodie und Sozialkritik zugleich und zeigt Gilliams Vorliebe für skurrile Atmosphäre, wildwuchernde Fantasien und surrealistische Bildwelten, die in allen seinen Filmen - fern jeder logischen Erklärung - groteske bis optisch ins Gigantische übersteigerte Züge annehmen.
Dem in mehrere Episoden gegliederten Fantasy-Märchen "Time Bandits" (um die Zeitreisen eines kleinen Jungen mit Zwergen als Begleitern) folgte mit "Brazil" eine albtraumartige Zukunftsvision, die George Orwells Überwachungsstaat aus "1984" mit kafkaesken Bürowelten, bizarren Maschinen und düsteren Todesvisionen paarte. "Die Abenteuer des Baron von Münchhausen" war eine eigenständige, am Ufa-Film von 1943 inspirierte Version der Abenteuer des Lügenbarons, der beim Ritt auf der Kanonenkugel dem leibhaftigen Sensenmann begegnet. "König der Fischer", der in Venedig einen Silbernen Löwen gewann, stellte einen lebensmüden Radio-DJ einem charismatischen, verrückten Clochard gegenüber und versetzte eine Mittelalter-Sage ins moderne New York. "12 Monkeys", inspiriert von Chris Markers Science-Fiction-Kurzfilm "La Jetée", schickte einen Sträfling (Bruce Willis) auf mehrere Zeitreisen, um einen Virus ausfindig zu machen, der die Erde zerstört hat. In dem auf den Aufzeichnungen des legendären amerikanischen Autors Hunter S. Thompson basierenden "Fear and Loathing in Las Vegas" erlebte Johnny Depp als Journalist in Las Vegas psychedelische Visionen in einem Rausch aus Alkohol und Drogen.
Gilliams Filmprojekte sind berüchtig für Termin- und Budgetschwierigkeiten ("Münchhausen") sowie Auseinandersetzungen über den Final Cut ("Brazil"). Den traurigen Höhepunkt bildet dabei bislang "The Man Who Killed Don Quixote", dessen Dreharbeiten 2001 abgebrochen werden mussten, nachdem Hauptdarsteller Jean Rochefort einen Bandscheibenvorfall erlitt und nicht mehr auf das Pferd steigen konnte. Auch der 2003 gedrehte "The Brothers Grimm" (mit 25 überzogenen Drehtagen) befand sich zwei Jahre lang in Postproduktion, begeitet von Gerüchten über massive Auseinandersetzungen zwischen Gilliam und den Brüdern Weinstein, bevor er endlich das Licht der Öffentlichkeit erblickte. In der aufwendig ausgestatteten Geschichte werden die beiden Grimms (Matt Damon und Heath Ledger) als Hochstapler präsentiert, die durch die Lande ziehen, um Ortschaften von angeblichen Dämonen zu befreien und dabei in ein verwunschenes Dorf geraten.
Gilliams meisterhaft inszenierte apokalyptische Visionen und Utopien sind in einem fiebrigen Stil gedreht, der auf weitgehender Benutzung des Weitwinkel-Objektivs basiert, das zu Verzerrungen an den Rändern neigt und dramatische Staffelungen in die Bildtiefe erlaubt, was Gilliam von Orson Welles gelernt hat. Er ist seit 1973 mit der Maskenbildnerin Margaret Weston verheiratet.
GEBURTSDATUM: 22.11.1940
"Monty Python"-Stars wiedervereint als Aliens in SciFi-Komödie 27.01.2012

Die Superkomiker von "Monty Python" ("Das Leben des Brian") gelten als zerstritten. Doch jetzt machen sie gemeinsam einen neuen Realfilm - und spielen Aliens!

Schräg, schräger, Monty Python!
Die legendäre Klamauk-Reihe "Flying Circus", die Mittelalter-Splattersatire "Die Ritter der Kokosnuß", die respektlose Jesus-Persiflage "Das Leben des Brian" bis hin zum unfassbar ekelhaften Episodenfilm "Der Sinn des Lebens" - das Letzterer vornehmlich im Unsinn besteht, das hat die Comedy-Kulttruppe "Monty Python" mit ihren Werken eindrücklich bewiesen.
Doch seit dreißig Jahren sind die britischen Schwarzhumor-Jongleure von der Bildfläche verschwunden, sie absolvierten nur gelegentlich noch kleinere Charity-Auftritte. Angeblich vor allem deshalb, weil John Cleese, Eric Idle, Michael Palin, Terry Jones und Terry Gilliam im Laufe ihrer Karriere immer öfter aneinandergerieten.
Nun scheinen aber die größten Differenzen ausgeräumt, denn völlig sensationell hat Regisseur Terry Jones nun ein Filmprojekt angekündigt, für das er bereits fast alle seiner alten Weggefährten gewinnen konnte. Nur die Zusage von Eric Idle steht noch aus, die sei aber Formsache.
"Absolutely Anything" heißt der Film und handelt von einem Mann, dem von Außerirdischen die Fähigkeit verliehen wird, alles zu tun, was ihm gerade in den Sinn kommt. In alter Monty-Python-Tradition nutzt er das natürlich aus, um die abseitigsten Spinnereien geschehen zu lassen.
Kleiner Wermutstropfen: Die Monty-Python-Stars werden, obwohl "Absolutely Anything" ein Realfilm ist, nicht körperlich anwesend sein, sondern lediglich ihre Stimme den Aliens leihen, die dann computeranimiert werden. Doch Terry Jones tröstet seine Fans: "Auch wenn es kein klassischer Monty-Python-Film wird, hat er trotzdem diesen Geist in sich."
Einen Gaststar aus Hollywood hat Terry Jones sogar auch schon in petto: Robin Williams leiht seine Stimme einem sprechenden Hund namens Dennis. Wer die Hauptrolle als allmächtiger Erdenbürger spielen soll, ist indes noch unklar.
Die erste Klappe zu "Absolutely Anything" wird dennoch bereits im Frühling fallen. Mit etwas Glück gibt's den SciFi-Klamauk im Monty-Python-Stil also noch dieses Jahr im Kino zu erleben!
"Heath starb nicht wegen des Jokers!" 12.01.2010

Terry Gilliam drehte "Das Kabinett des Dr. Parnassus" ohne seinen Hauptdarsteller fertig. Der Regisseur über seinen Blick auf den Tod von Heath Ledger.

Als Heath Ledger am 22.1.2008 durch einen tödlichen Medikamentencocktail ums Leben kam, war nicht nur die Filmwelt fassungslos. Terry Gilliam steckte zu dieser Zeit mitten in den Dreharbeiten zum Fantasy-Spektakel "Das Kabinett des Dr. Parnassus", in dem Ledger die Hauptrolle spielte. Heute erzählt der Regisseur, warum er den Film entgegen seinem ursprünglichem Vorhaben trotzdem fertig stellte, wem er das verdankt und wie er persönlich mit der unfassbaren Nachricht umging.
Wie haben Sie vom Tod Heath Ledgers erfahren?
TERRY GILLIAM: Ich darf gar nicht daran zurückdenken. Wir hatten drei Tage vorher noch in London gedreht und sehe noch immer, wie er in der letzten Szene um die Ecke bog. Ich bin nach Vancouver geflogen und Heath nach New York. Plötzlich kam meine Tochter Amy und sagte, komm mit, es ist was Schreckliches passiert. Und dann sahen wir die Meldung auf der BBC-Webside "Heath Ledger tot aufgefunden". Erst habe ich das für einen obskuren PR-Gag gehalten. Dann wurde mir klar, Heath ist wirklich tot. Ich war zu keinem Gedanken mehr fähig und wie vor den Kopf geschlagen.
Haben Sie vorher etwas Auffälliges bemerkt? Die Zeitungen schreiben von einer morbiden Atmosphäre.
Bullshit! Glauben Sie nicht, was sich irgendwelche Schreiberlinge aus den Fingern saugen. Da war nichts von düsterer Atmosphäre zu spüren, und das Gerede, die Rolle des Jokers habe ihn verrückt gemacht, ist blühender Unsinn. Dieses dämliche Geschichten-Erfinden nervt mich, das hat Heath nicht verdient. Heath war voller Lebenslust und Energie und keiner dieser Method-Actor-Typen oder Neurotiker, die ihr Ego nicht unter Kontrolle haben, sondern stand mit beiden Beinen auf dem Boden, wie ein Fels. Und er machte die Stunts ohne Angst selbst, auch wenn es mal haarig war. Ein großzügiger und großartiger Mensch. Jeder Tag mit ihm war ein Erlebnis. Das Problem war, dass er nicht schlief. Er schwebte irgendwie. Aber Drogen hat er nicht genommen, nur Medikamente, die ihm der Arzt verschrieben hat. Ich kann immer noch nicht fassen, dass er tot ist. Im ersten Moment wollte ich auch alles hinschmeißen. "Das Kabinett des Dr. Parnassus" ohne Heath konnte ich mir nicht vorstellen.
Aber dann haben Sie den Film doch weitergedreht.
Eine Woche war ich wie gelähmt. Meine Tochter und Kameramann Nicola Pecorini ließen mir keine Ruhe, haben mir ständig in den Ohren gelegen, du musst den Film fertig stellen, Heath will es und irgendwann gab ich meinen Widerstand auf und dachte, vielleicht kriegen wir doch noch alles hin. Den beiden ist es zu verdanken, dass "Parnassus" die Leinwand erblickt hat. Ohne ihre Geduld und Durchsetzungsfähigkeit hätte ich aufgegeben.
Und wie kam es dann zur Besetzung mit Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell?
In meiner Not habe ich Johnny Depp als ersten angerufen, ich hatte keinen Plan und sagte, Johnny, was soll ich machen? Die Idee, dass sich die Figur jedes Mal anders darstellt, wenn sie durch den Spiegel schreitet, ist ein Kniff, um das Trio unterzubringen. Ich hoffe, dass es geklappt hat. Glück im Unglück war, dass sich seine Dreharbeiten zu "Public Enemies" verschoben und Johnny mitmachen konnte. Ich hatte schon Probleme mit manchen Szenen, in denen Heath auftreten sollte. Aber habe dann doch am Skript festgehalten und auch die Dialoge nicht geändert.
Hört sich alles ziemlich gespenstisch an.
Kann man so sagen, wir kriegten schon manchmal eine Gänsehaut, vieles erhielt plötzlich eine andere Bedeutung. So weigerte sich Christopher Plummer erst zu sagen "It's a romance, a comedy, a tale of unforeseen death". Aber ich bestand darauf. Heath hätte gewollt, dass wir den Film beenden. Ich finde es toll, dass Johnny, Colin und Jude eingesprungen sind. Die ganze Gage ging an Heaths Tochter.
Wiedervereinigung der Monty Python 19.08.2009

"Kommen wir jetzt zu etwas völlig anderem": Das legendäre Komiker-Quintett ist wieder da - zumindest größtenteils.

Exakt 40 Jahre, nachdem die Monty Python mit ihrem "Flying Circus" ein neues Kapitel in punkto dehnbarer Geschmacksgrenzen aufgeschlagen haben, werden die legendären Großmeister des abstrusen Humors sich wieder zusammenfinden.
Am 15. Oktober wollen John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin im New Yorker Ziegfeld Theater noch einmal spielend die Latte der Kulturverträglichkeit reißen. Anlass des Konvents der Kult-Komiker ist eine Ehrung des Quintetts mit den Brit-Oscars (BAFTA) sowie die Veröffentlichung von "Monty Python: Almost the Truth (The Lawyer's Cut)". Einer Dokumentation, von der Terry Jones behauptet, er habe sein Leben lang auf sie gewartet: "So vollständig und so eng an der Wahrheit, dass ich sie selbst wenigstens nicht mehr ansehen muss."
Eventuell wird sogar der verstorbene Graham Chapman die Veranstaltung mit seiner Anwesenheit beehren. Wäre ja nicht das erste Mal: Bereits bei den Fernsehauftritten zum dreißigsten Jubiläum von "Monty Python's Flying Circus" wurde der Hauptdarsteller aus dem "Leben des Brian" reaktiviert - wenn schon nicht reanimiert: Als Asche in einer Urne, die sich durch Klopfzeichen mit den anderen verständigt. Und die - lang lebe Pietät - von seinen Kollegen prompt via Staubsauger entsorgt wurde.
Kein Kinostart für letzten Ledger-Film? 16.03.2009

Auch wenn Heath posthum einen Oscar erhalten hat, schafft es sein finaler Auftritt in "The Imaginarium of Doctor Parnassus" wohl nicht auf US-Leinwände.

Schon seit einem halben Jahr versucht Terry Gilliam, "The Imaginarium of Doctor Parnassus" ins Kino zu bringen. Doch seine Rettung der letzten Aufnahmen mit Heath Ledger ist amerikanischen Geldgebern offensichtlich zu experimentell.
Mitten während der Dreharbeiten zu dem fantasievollen Drama um einen reisenden Zauberer verstarb Hauptdarsteller Heath Ledger. Um "The Imaginarium of Doctor Parnassus" trotzdem zeigen zu können, drehte Regisseur Terry Gilliam den Film mit Johnny Depp, Colin Farrell und Jude Law zu Ende. Nicht nur einer dieser Stars hat Ledgers Part übernommen, sondern alle drei geben Dr. Parnassus abwechselnd ein Gesicht.
Einfach war dieses Projekt für alle Beteiligten nicht. "Die ganze Sache war extrem", erinnert sich Gilliam. "Aber die Tatsache, dass wir es Heath einfach schuldig sind, hat uns angetrieben." Der Regisseur gibt offen zu, beim Dreh an dem Rettungsplan gezweifelt zu haben, doch mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden: "Die Mehrfachbesetzung funktioniert wirklich wunderbar!"
Dieser Ansicht ist man zumindest auch in Großbritannien, Frankreich und Holland. Dort kommt "The Imaginarium of Doctor Parnassus" diesen Herbst ins Kino. Ob das auch hierzulande der Fall sein wird oder wir uns wie amerikanische Zuschauer bis zum DVD-Start gedulden müssen, steht noch nicht fest.
GEBURTSDATUM: 22.11.1940
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