The Rolling Stones
Für "Fluch der Karibik 4" musste Johnny Depp tief in den hawaianischen Dschungel abtauchen. Dort nervten ihn allerhand vielbeinige Insekten.
"Ich hatte schon etwas Angst!"Beim Dreh zu "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten" musste Johnny Depp viel aushalten. Nicht nur, dass sich Captain Jack Sparrow bei einem Stunt den Rücken verrenkte - auch die fremdländische und manchmal ganz schön giftige Krabbelwelt, die im Dschungel von Hawaii zu Hause ist, trieb den Star in den Wahnsinn:
"Da waren viele äußerst seltsame Kreaturen, solche mit einer Million Beinen und Scheren und solchem Zeug", so Depp. "Geoffrey Rush kommt ja aus Australien und dort ist wirklich alles giftig, jedes Viech, sogar das Bier. Ich hatte da schon etwas Angst und mich schüttelt es heute noch!"
Die Käferprozedur ist nun vorbei und Johnny Depp kann sich in Ruhe auf das Einspielergebnis von "Fluch der Karbik 4" freuen. Derweil wird es dem umtriebigen Star aber nicht langweilig: Wie Depp jetzt bekannt gab, trägt seine langjährige Freundschaft zu "Aerosmith"-Frontman Steven Tyler nun musikalische Früchte: Die beiden werden ein paar Songs zusammen schreiben und Depp ist ganz aus dem Häuschen:
"Ich bewundere ihn schon seit langer Zeit und die Idee, zusammen Songs zu schreiben, ist für mich ein wahr gewordener Traum." Aber auch Steven Tyler hält große Stücke auf seinen Freund und wünscht sich sogar, dass ihn Johnny Depp in einem Biopic von sich spielen würde - und Johnny könnte sich das sehr gut vorstellen.
Überhaupt fühlt sich Johnny Depp, der auch schon für Oasis klampfte, im Kreise wilder Rockstars pudelwohl. So habe er die Zeit mit Rolling Stones-Gitarrist Keith Richards, der in "Fluch der Karibik 4" wieder mitspielt, sehr genossen:"Ein paar Tage einen Trailer mit Keith zu teilen, war toll", schwärmt Depp. "Es fühlte sich wirklich so an, als ob man ganz nah an einer Rockband dran wäre."
In den Drehpausen zu "Fluch der Karibik 4" haben sich die beiden Piraten Johnny Depp und Keith Richards gerne auf ein Gläschen zusammengesetzt.
So gemütlich kann es sein, wenn zwei Piraten unter sich sind.Wenn Johnny Depp und Keith Richards sich bei den Dreharbeiten zu "Fluch der Karibik" sehen, stößt Captain Jack Sparrow in den Pausen und nach Drehschluss gerne mit seinem Filmvater an. Dabei darf es für den Wahlfranzosen gerne ein Glas Rotwein mehr sein.
Der Rolling Stones-Gitarrist greift dabei jedoch lieber auf eine alternative Flüssigkeit zurück, die in Johnny Depps Augen nach Atommüll aussieht: "Ich bin ein Wein-Freund und trinke gerne ein Glas guten Roten. Also trinke ich mein Glas Wein, und Keith trinkt das Übliche. Ich habe keine Ahnung, was das ist, weil es nach nuklearen Abfällen aussieht. Die Zutaten kennt wahrscheinlich nur er selbst."
Zeit zum trinken und reden hatten die beiden während des Drehs von "Pirates of the Carribean - Fremde Gezeiten" genug, denn Keith Richards stand beim vierten Teil länger als nur für einen kurzen Auftritt zur Verfügung. Dabei reden die beiden Künstler am liebsten über Musik und Filme. Echte Männerthemen eben ...
Eigentlich sollte Keith Richards als Jack Sparrow Senior auf die große Leinwand zurückkehren - doch jetzt scheint Disney neue Pläne zu haben.
In "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" bildeten Keith Richards und Johnny Depp das perfekte Vater-Sohn-Gespann. Eigentlich sollte es in der vierten Fortsetzung so weitergehen, doch die neu veröffentlichte Biografie des Rolling-Stones-Gitarristen könnte das verhindern.2003 eroberte Johnny Depp als Jack Sparrow - Verzeihung, natürlich Captain Jack Sparrow - in "Fluch der Karibik" die Kinos und erfand das Piratengenre neu. Johnny Depp betonte stets, dass sein Vorbild für die Rolle das Rolling-Stones-Urgestein Keith Richards war. Umso kultiger war dessen Gastauftritt in "Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt" als Jack Sparrows Vater. Noch vor wenigen Tagen ließ Keith Richards verlautbaren, dass er auch in "Pirates of the Caribbean: On Strangers Tides" wieder als Sparrow Senior dabei sein wird.
Doch jetzt will Disney angeblich die Filmszenen mit dem Musiker rausschneiden. Der Grund: "Life" - die Biografie von Keith Richards, die am 26. Oktober auch auf dem deutschen Markt erscheint.
Keith Richards schreibt darin über seinen Drogenkonsum und erklärt den Vorteil hochwertiger Drogen in geringer Dosis: "Es waren nicht nur die qualitativ hochwertigen Drogen, denen ich verdanke, dass ich überlebt habe, sondern auch die Menge, die ich genommen habe. Die meisten Leute bauen dabei die Sch***." Nicht gerade die Art von Ratschläge, die Familien-Entertainer Disney gerne hört.
Ob Disney die Drohung wahr macht und die Szenen von Keith Richards wirklich aus dem Film nimmt, bleibt noch abzuwarten. Bestimmt hat dabei auch Johnny Depp noch ein Wörtchen mitzureden und schließlich dürften die Produzenten auch schon vor der Autobiografie von Keith Richards gewusst haben, dass der Rolling Stone nicht gerade das Leben eines Heiligen geführt hat.
Mit oder ohne Keith Richards soll "Pirates of the Caribbean: On Strangers Tides" mit Johnny Depp und Penelopé Cruz in den Hauptrollen aber am 19. Mai 2011 in die Kinos segeln.
Er war Vorbild für Jack Sparrow in "Fluch der Karibik", durfte sogar mitspielen. Nun macht Johnny Depp eine Doku über Stones-Gitarrist Keith Richards.
Dunkle Schminke, ausgeflippte Coolness und abgetakelte Schnoddrigkeit - Johnny Depp hat als Jack Sparrow in "Fluch der Karibik" den Piraten neu erfunden, die Filmwelt war begeistert. Dann verriet Depp, woher die Idee kam ...Der Rest ist, wie es in Hollywood so schön heißt, Geschichte. Als Johnny Depp enthüllte, dass ihn Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards zur Figur des Jack Sparrow in "Fluch der Karibik" inspiriert hatte, schien der nächste Schritt nur logisch: eine Gastrolle für die Rock'n'Roll-Legende.
So durfte Keith Richards dann in "Fluch der Karibik 3 - Am Ende der Welt" in einer zweiminütigen Szene als Jacks Vater den legendären Piratenkodex erklären und einen Schrumpfkopf von Jacks Mutter in die Kamera halten.
Davon waren nicht nur die Fans begeistert, sondern vor allem Johnny Depp selbst. Denn er geht nun noch weiter und setzt "Papa" Keith Richards ein filmisches Denkmal: Depp wird eine Doku über die Stones-Ikone drehen.
Allerdings hat sich Johnny Depp da vermutlich ein schwieriges Projekt aufgehalst. Denn schon am Set zu "Fluch der Karibik 3" hatte sich Keith Richards von seiner "besten" Rock'n'Roller-Seite gezeigt. Bill Nighy - selbst auch kein Kind von Traurigkeit - hat berichtet, dass Richards von mehreren Mitarbeitern des Filmteams aus seinem Wohnwagen geholt werden musste, als besagte Szene auf dem Drehplan stand.
Schließlich wankte Keith Richards auf seine Position, musste sich unterwegs aber noch bei Regisseur Gore Verbinski abstützen. Diesem raunte er zu: "Wenn Du's einfach haben wolltest, hast Du Dir den falschen Mann ausgesucht!"
Das kann Johnny Depp allerdings nicht aufhalten. Das letzte Mal hat er vor 13 Jahren beim mäßig erfolgreichen Drama "The Brave" Regie geführt, damals war der als extrem zickig berüchtigte Marlon Brando sein Hauptdarsteller. Auf seinen zweiten Versuch hinter der Kamera freut sich Johnny Depp nun riesig: "Ich bin sehr gerührt, dass Keith sich bereit erklärt hat, für mich vor die Kamera zu treten", sagt Depp.
Fragt sich nur, zu welcher Uhrzeit und in welchem Zustand das dann geschieht ...
Zusammen mit den Beatles und den Beach Boys bilden die Rolling Stones das Dreigestirn der bedeutendsten und einflussreichsten Rock-Bands aller Zeiten. Als rebellischer Gegenpart zu den Beatles erlangten sie in den Sechzigern Weltruhm und erzielten auch im neuen Jahrtausend überwältigende Erfolge mit ihren Welttourneen.
Sänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards lernten sich während ihrer Schulzeit in den Fünfziger Jahren auf der Dartford Maypole County Primary School kennen, verloren sich danach aber zunächst wieder aus den Augen. Durch ihren gemeinsamen Freund Dick Taylor, der mit Richards an der Sidcup Art School studierte, kam es 1960 zum Wiedersehen der beiden. Jagger widmete sich zu dieser Zeit einem Wirtschaftsstudium an der London School Of Economics. Richards schloss sich der Blues-Band Little Boy Blue And The Blue Boys an, bei der Jagger und Taylor schon seit längerem spielten. Die beiden lernten mit Brian Jones den Mann kennen, der die Frühphase der Stones maßgeblich prägen sollte. Jones spielte Gitarre bei der Gruppe Blues Inc., freundete sich mit Jagger und Richards an, und begann, bald öfters mit ihnen zu jammen. Nachdem Jagger den Posten des Leadsängers bei Blues Inc. übernommen hatte, produzierte die Gruppe ein erstes Demotape, das bei den Plattenfirmen aber auf wenig Interesse stieß. Daraufhin verließ Taylor die Gruppe, um sich wieder seinem Kunststudium zu widmen. Er gründete später die Band The Pretty Things. Inspiriert von einem Muddy-Waters-Song nannte sich die Band in The Rolling Stones um und gab am 12. Juli 1962 ihr erstes Konzert im legendären Londoner Marquee Club.
Für den ausgeschiedenen Taylor kam Bill Wyman zur Band, der Pianist Ian Stewart und Mick Avory am Schlagzeug komplettierten das Line-Up. Letzterer verließ die Band ebenfalls kurz darauf wieder und schloss sich später den Kinks an. Ersatz wurde kurzzeitig in Tony Chapman gefunden, mit dem die Zusammenarbeit aber nicht recht klappen wollte. Deshalb wurde er bereits nach kurzer Zeit durch den ehemaligen Blues-Inc.-Drummer Charlie Watts ersetzt, der seinerzeit in einer Werbeagentur arbeitete. In dieser Formation übernahm die Band ein achtmonatiges Engagement als Hausband im Crawdaddy Club. Mit Andrew Loog Oldham fand die Band damals auch ihren ersten Manager, der zwar von Musik wenig Ahnung hatte, dafür aber ein findiger Geschäftsmann war. Von ihm stammte auch der Plan, die Stones als anarchisches Gegenmodell zu den seinerzeit eher braven Beatles aufzubauen. In diesen Plan passte Klavierspieler Stewart nicht recht hinein, der nach Oldhams Ansicht zu brav für die designierte Rüpelband war und deswegen kurzerhand rausflog. Als Roadie blieb Stewart der Band aber bis zum seinem Tod im Jahr 1985 erhalten. Er beteiligte sich auch immer wieder an den Studioaufnahmen.
Oldham verschaffte der Band bald ihren ersten Plattenvertrag bei Decca Records, und im Juni 1963 erschien mit dem Chuck-Berry-Cover "Come On" die erste Single der Rolling Stones, die prompt bis auch Platz 21 der britischen Charts kletterte. Mit ihrer zweiten Veröffentlichung, dem Beatles-Cover "I Wanna Be Your Man", erreichte die Band Ende des Jahres bereits die Top 15. Mit jeder weiteren Single vergrößerte sich die Fanbasis der Gruppe, was sich auch in wachsenden Chart-Erfolgen zeigte. Mittlerweile hatte sich die Gruppe gemäß Oldhams Plan einen Ruf als Elternschreck aufgebaut. Die Rivalität mit den Beatles wurde von den Medien dankbar vorangetrieben, und die Stones sorgten regelmäßig mit wüsten Aktionen wie öffentlichem Urinieren für Schlagzeilen. Der Medienrummel kam den Verkaufszahlen ihres Debütalbums "The Rolling Stones" zugute, das nach der Veröffentlichung im Jahr 1964 in die britischen und US-amerikanischen Charts schnellte. Oldham motivierte die Band, künftig auch eigene Songs zu schreiben - nicht zuletzt, weil sich mit den dazugehörigen Verlagsrechten ordentlich Geld verdienen ließ. Mit ihrer ersten Eigenkomposition "Tell Me (You're Coming Home)" erreichte die Band erstmals die Top 40 der US-Charts. Der Song markierte den Beginn einer Serie von Hit-Singles des Autorenteams Jagger und Richards, das 1965 mit "The Last Time" bereits den ersten Nummer-eins-Hit der Band in den USA und Großbritannien hervorbrachte.
Der ganz große Durchbruch sollte wenig später mit "(I Can't Get No) Satisfaction" gelingen: Der Song besetzte vier Wochen lang die Position Nummer eins und machte die Band endgültig zu Superstars. Diesen Status bauten sie mit Hit-Singles wie "As Tears Go By", Get Off My Cloud" oder "19th Nervous Breakdown" weiter aus. 1966 folgte mit "Aftermath" das erste Album, das ausschließlich aus Eigenkompositionen bestand. Auch ihre Serie von medienwirksamen Skandalen setzte die Gruppe seinerzeit beständig fort: So wurden Jagger, Richards und Jones 1967 wegen Drogenbesitzes verhaftet. Die Band zog sich daraufhin etwas aus der Öffentlichkeit zurück. Jagger reiste mit seiner Freundin Marianne Faithfull und den Beatles zum indischen Guru Maharishi Mahesh Yogi und experimentierte, ebenso wie Jones, mit psychedelischen Drogen und Sounds. Die neuen Einflüsse fanden in den folgenden Stones-Alben ihren Niederschlag: So wurde der Sound auf "Their Satanic Majesties Request" (1967), deutlich experimenteller, womit die Kritiker allerdings wenig anfangen konnten. Nachdem die Musiker Anfang 1968 Will Oldham gefeuert und mit Allen Klein einen neuen Manager gefunden hatten, veröffentlichten sie mit "Beggar's Banquet" (1968) eines ihrer stärksten Alben, das von der Presse als Meisterwerk gefeiert wurde.
Unterdessen hatte Brian Jones' Drogensucht bedrohliche Ausmaße angenommen. Der Gitarrist wurde außerdem durch die kreative Vormachtstellung von Richards und Jagger zunehmend verbittert und verließ im Juni 1969 schließlich die Rolling Stones. Einen Monat später wurde er tot in einem Swimmingpool gefunden. Die Umstände seines Todes konnten nie vollständig aufgeklärt werden und boten reichlich Stoff für die bald einsetzende Mythenbildung. Die Stones fanden in Mick Taylor Ersatz für Jones, veröffentlichten mit "Let It Bleed" ein weiteres Glanzlicht ihrer Diskografie, bevor sie der zweite schicksalhafte Vorfall im Jahr 1969 ereilte: Bei einem kostenlosen Konzert der Band in Altamont wurde ein schwarzer Konzerbesucher von einem Mitglied der Hell's Angels erstochen, die die Gruppe als Security-Personal engagiert hatte. Die tragische Szene ist auch in dem Konzertfilm "Gimme Shelter" zu sehen, für den der Auftritt mitgeschnitten wurde. Schockiert von dem Ereignis zogen sich die Rolling Stones zunächst erneut aus der Öffentlichkeit zurück. Erst im Herbst 1970 meldete sich die Gruppe mit einem neuen Album zurück. "Get Yer Ya-Ya's Out" war das letzte Album der Band für Decca Records, die daraufhin ihr eigenes Label Rolling Stones Records unter dem Dach von Atlantic Records gründete.
Mick Jagger bewegte sich zu dieser Zeit bereits in Kreisen der High Society und betätigte sich ebenso wie Keith Richards auch als Schauspieler, unter anderem in dem Film "Performance", der später Kultstatus erreichen sollte. 1971 veröffentlichte die Band mit "Sticky Fingers" ein weiteres Erfolgsalbum, das nicht nur wegen seines provokanten Cover-Designs von Andy Warhol überwältigende Resonanz erhielt. Der nächste Geniestreich folgte ein Jahr später mit dem Doppelalbum "Exile On Main St.", das oftmals als das beste Album der Gruppe bezeichnet wird. Während der siebziger Jahre widmete sich Jagger ausführlich seiner Jet-Set-Karriere, während Richards seine Zeit mehr und mehr mit dem Konsum von Drogen verbrachte. Auf den Erfolg von Alben wie "Goats Head Soup" (1973) oder "It's Only Rock'n Roll" (1974) hatten die neuen Leidenschaften des Führungsteams indes keinen allzu negativen Einfluss. 1976 verließ Taylor die Band und wurde durch den ehemaligen Faces-Gitarristen Ron Wood ersetzt, mit dem die Band das Album "Black 'N Blue" aufnahm. In der Folgezeit widmeten sich die Stones-Mitglieder Soloprojekten, bevor sie mit "Some Girls" 1978 ein weiteres gemeinsames Album aufnahmen.
Die zu Beginn der achtziger Jahre veröffentlichten Alben "Emotional Rescue" (1980), "Tattoo You" (1981) oder "Undercover" (1983) zählten nicht unbedingt zu den Höhepunkten der Bandgeschichte. Erst 1988 meldete sich die Band mit dem Album "Steel Wheels" wieder erstarkt zurück, das von Fans und Kritikern wohlwollend aufgenommen wurde. Der Veröffentlichung schloss sich eine gigantische Welttournee an, die der Band Rekordeinnahmen bescheren sollte. In gleichem Stile ging es auch im nächsten Jahrzehnt weiter: Mit "Voodoo Lounge" (1994) und "Bridges To Babylon" (1997) präsentierte die Formation immer wieder vielgelobte Alben, denen jeweils ausgedehnte Konzertreisen folgten, die die Bandmitglieder auch in fortgeschrittenem Alter noch mit bemerkenswerter Energie und Kondition bewerkstelligten. Zu jeder Tour folgte kurze Zeit später das entsprechende Live-Album, und im Jahr 2002 veröffentlichte die Band mit "Forty Licks" ihre erste Best-Of-Kopplung.
Sänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards lernten sich während ihrer Schulzeit in den Fünfziger Jahren auf der Dartford Maypole County Primary School kennen, verloren sich danach aber zunächst wieder aus den Augen. Durch ihren gemeinsamen Freund Dick Taylor, der mit Richards an der Sidcup Art School studierte, kam es 1960 zum Wiedersehen der beiden. Jagger widmete sich zu dieser Zeit einem Wirtschaftsstudium an der London School Of Economics. Richards schloss sich der Blues-Band Little Boy Blue And The Blue Boys an, bei der Jagger und Taylor schon seit längerem spielten. Die beiden lernten mit Brian Jones den Mann kennen, der die Frühphase der Stones maßgeblich prägen sollte. Jones spielte Gitarre bei der Gruppe Blues Inc., freundete sich mit Jagger und Richards an, und begann, bald öfters mit ihnen zu jammen. Nachdem Jagger den Posten des Leadsängers bei Blues Inc. übernommen hatte, produzierte die Gruppe ein erstes Demotape, das bei den Plattenfirmen aber auf wenig Interesse stieß. Daraufhin verließ Taylor die Gruppe, um sich wieder seinem Kunststudium zu widmen. Er gründete später die Band The Pretty Things. Inspiriert von einem Muddy-Waters-Song nannte sich die Band in The Rolling Stones um und gab am 12. Juli 1962 ihr erstes Konzert im legendären Londoner Marquee Club.
Für den ausgeschiedenen Taylor kam Bill Wyman zur Band, der Pianist Ian Stewart und Mick Avory am Schlagzeug komplettierten das Line-Up. Letzterer verließ die Band ebenfalls kurz darauf wieder und schloss sich später den Kinks an. Ersatz wurde kurzzeitig in Tony Chapman gefunden, mit dem die Zusammenarbeit aber nicht recht klappen wollte. Deshalb wurde er bereits nach kurzer Zeit durch den ehemaligen Blues-Inc.-Drummer Charlie Watts ersetzt, der seinerzeit in einer Werbeagentur arbeitete. In dieser Formation übernahm die Band ein achtmonatiges Engagement als Hausband im Crawdaddy Club. Mit Andrew Loog Oldham fand die Band damals auch ihren ersten Manager, der zwar von Musik wenig Ahnung hatte, dafür aber ein findiger Geschäftsmann war. Von ihm stammte auch der Plan, die Stones als anarchisches Gegenmodell zu den seinerzeit eher braven Beatles aufzubauen. In diesen Plan passte Klavierspieler Stewart nicht recht hinein, der nach Oldhams Ansicht zu brav für die designierte Rüpelband war und deswegen kurzerhand rausflog. Als Roadie blieb Stewart der Band aber bis zum seinem Tod im Jahr 1985 erhalten. Er beteiligte sich auch immer wieder an den Studioaufnahmen.
Oldham verschaffte der Band bald ihren ersten Plattenvertrag bei Decca Records, und im Juni 1963 erschien mit dem Chuck-Berry-Cover "Come On" die erste Single der Rolling Stones, die prompt bis auch Platz 21 der britischen Charts kletterte. Mit ihrer zweiten Veröffentlichung, dem Beatles-Cover "I Wanna Be Your Man", erreichte die Band Ende des Jahres bereits die Top 15. Mit jeder weiteren Single vergrößerte sich die Fanbasis der Gruppe, was sich auch in wachsenden Chart-Erfolgen zeigte. Mittlerweile hatte sich die Gruppe gemäß Oldhams Plan einen Ruf als Elternschreck aufgebaut. Die Rivalität mit den Beatles wurde von den Medien dankbar vorangetrieben, und die Stones sorgten regelmäßig mit wüsten Aktionen wie öffentlichem Urinieren für Schlagzeilen. Der Medienrummel kam den Verkaufszahlen ihres Debütalbums "The Rolling Stones" zugute, das nach der Veröffentlichung im Jahr 1964 in die britischen und US-amerikanischen Charts schnellte. Oldham motivierte die Band, künftig auch eigene Songs zu schreiben - nicht zuletzt, weil sich mit den dazugehörigen Verlagsrechten ordentlich Geld verdienen ließ. Mit ihrer ersten Eigenkomposition "Tell Me (You're Coming Home)" erreichte die Band erstmals die Top 40 der US-Charts. Der Song markierte den Beginn einer Serie von Hit-Singles des Autorenteams Jagger und Richards, das 1965 mit "The Last Time" bereits den ersten Nummer-eins-Hit der Band in den USA und Großbritannien hervorbrachte.
Der ganz große Durchbruch sollte wenig später mit "(I Can't Get No) Satisfaction" gelingen: Der Song besetzte vier Wochen lang die Position Nummer eins und machte die Band endgültig zu Superstars. Diesen Status bauten sie mit Hit-Singles wie "As Tears Go By", Get Off My Cloud" oder "19th Nervous Breakdown" weiter aus. 1966 folgte mit "Aftermath" das erste Album, das ausschließlich aus Eigenkompositionen bestand. Auch ihre Serie von medienwirksamen Skandalen setzte die Gruppe seinerzeit beständig fort: So wurden Jagger, Richards und Jones 1967 wegen Drogenbesitzes verhaftet. Die Band zog sich daraufhin etwas aus der Öffentlichkeit zurück. Jagger reiste mit seiner Freundin Marianne Faithfull und den Beatles zum indischen Guru Maharishi Mahesh Yogi und experimentierte, ebenso wie Jones, mit psychedelischen Drogen und Sounds. Die neuen Einflüsse fanden in den folgenden Stones-Alben ihren Niederschlag: So wurde der Sound auf "Their Satanic Majesties Request" (1967), deutlich experimenteller, womit die Kritiker allerdings wenig anfangen konnten. Nachdem die Musiker Anfang 1968 Will Oldham gefeuert und mit Allen Klein einen neuen Manager gefunden hatten, veröffentlichten sie mit "Beggar's Banquet" (1968) eines ihrer stärksten Alben, das von der Presse als Meisterwerk gefeiert wurde.
Unterdessen hatte Brian Jones' Drogensucht bedrohliche Ausmaße angenommen. Der Gitarrist wurde außerdem durch die kreative Vormachtstellung von Richards und Jagger zunehmend verbittert und verließ im Juni 1969 schließlich die Rolling Stones. Einen Monat später wurde er tot in einem Swimmingpool gefunden. Die Umstände seines Todes konnten nie vollständig aufgeklärt werden und boten reichlich Stoff für die bald einsetzende Mythenbildung. Die Stones fanden in Mick Taylor Ersatz für Jones, veröffentlichten mit "Let It Bleed" ein weiteres Glanzlicht ihrer Diskografie, bevor sie der zweite schicksalhafte Vorfall im Jahr 1969 ereilte: Bei einem kostenlosen Konzert der Band in Altamont wurde ein schwarzer Konzerbesucher von einem Mitglied der Hell's Angels erstochen, die die Gruppe als Security-Personal engagiert hatte. Die tragische Szene ist auch in dem Konzertfilm "Gimme Shelter" zu sehen, für den der Auftritt mitgeschnitten wurde. Schockiert von dem Ereignis zogen sich die Rolling Stones zunächst erneut aus der Öffentlichkeit zurück. Erst im Herbst 1970 meldete sich die Gruppe mit einem neuen Album zurück. "Get Yer Ya-Ya's Out" war das letzte Album der Band für Decca Records, die daraufhin ihr eigenes Label Rolling Stones Records unter dem Dach von Atlantic Records gründete.
Mick Jagger bewegte sich zu dieser Zeit bereits in Kreisen der High Society und betätigte sich ebenso wie Keith Richards auch als Schauspieler, unter anderem in dem Film "Performance", der später Kultstatus erreichen sollte. 1971 veröffentlichte die Band mit "Sticky Fingers" ein weiteres Erfolgsalbum, das nicht nur wegen seines provokanten Cover-Designs von Andy Warhol überwältigende Resonanz erhielt. Der nächste Geniestreich folgte ein Jahr später mit dem Doppelalbum "Exile On Main St.", das oftmals als das beste Album der Gruppe bezeichnet wird. Während der siebziger Jahre widmete sich Jagger ausführlich seiner Jet-Set-Karriere, während Richards seine Zeit mehr und mehr mit dem Konsum von Drogen verbrachte. Auf den Erfolg von Alben wie "Goats Head Soup" (1973) oder "It's Only Rock'n Roll" (1974) hatten die neuen Leidenschaften des Führungsteams indes keinen allzu negativen Einfluss. 1976 verließ Taylor die Band und wurde durch den ehemaligen Faces-Gitarristen Ron Wood ersetzt, mit dem die Band das Album "Black 'N Blue" aufnahm. In der Folgezeit widmeten sich die Stones-Mitglieder Soloprojekten, bevor sie mit "Some Girls" 1978 ein weiteres gemeinsames Album aufnahmen.
Die zu Beginn der achtziger Jahre veröffentlichten Alben "Emotional Rescue" (1980), "Tattoo You" (1981) oder "Undercover" (1983) zählten nicht unbedingt zu den Höhepunkten der Bandgeschichte. Erst 1988 meldete sich die Band mit dem Album "Steel Wheels" wieder erstarkt zurück, das von Fans und Kritikern wohlwollend aufgenommen wurde. Der Veröffentlichung schloss sich eine gigantische Welttournee an, die der Band Rekordeinnahmen bescheren sollte. In gleichem Stile ging es auch im nächsten Jahrzehnt weiter: Mit "Voodoo Lounge" (1994) und "Bridges To Babylon" (1997) präsentierte die Formation immer wieder vielgelobte Alben, denen jeweils ausgedehnte Konzertreisen folgten, die die Bandmitglieder auch in fortgeschrittenem Alter noch mit bemerkenswerter Energie und Kondition bewerkstelligten. Zu jeder Tour folgte kurze Zeit später das entsprechende Live-Album, und im Jahr 2002 veröffentlichte die Band mit "Forty Licks" ihre erste Best-Of-Kopplung.
































