David Fincher

Portrait von David Fincher
David Fincher

User-Bewertung

3 VOTES
90%
GEBURTSTAG:
10.04.1962 in Denver, Colorado

LEBT IN:
USA

Kurzinfo

Mit dem dritten Teil der "Alien"-Saga schuf er 1992 ein sensationelles Debüt. Das von Ridley Scott, H.R. Giger, Walter Hill und Dan O'Bannon geschaffene biomechanische Monster aus dem All verirrt sich in "Alien 3" auf einen Sträflingsplaneten und legt in Ripley (Sigourney Weaver) die tödliche Brut seiner Nachkommen ab.
David Fincher, 1962 in Denver geboren, arbeitete davor als erfolgreicher Videoclip- und ...

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GEBURTSDATUM: 10.04.1962 | GEBURTSORT: USA
Mit dem dritten Teil der "Alien"-Saga schuf er 1992 ein sensationelles Debüt. Das von Ridley Scott, H.R. Giger, Walter Hill und Dan O'Bannon geschaffene biomechanische Monster aus dem All verirrt sich in "Alien 3" auf einen Sträflingsplaneten und legt in Ripley (Sigourney Weaver) die tödliche Brut seiner Nachkommen ab.
David Fincher, 1962 in Denver geboren, arbeitete davor als erfolgreicher Videoclip- und Werbespot-Regisseur und übertraf den Erfolg von "Alien 3" gleich mit seinem zweiten Film: In dem Serienmörder-Thriller "Sieben" (1995) jagen Morgan Freeman und Brad Pitt den Killer (Kevin Spacey), der seine Opfer nach der Vorgabe der sieben biblischen Todsünden aussucht und arrangiert. Das düstere Dekor des Films kehrte in "The Game" wieder, in dem Michael Douglas als abgebrühter Unternehmer in ein Spiel um sein Leben hineingezogen wird, das ihn an die Grenzen seiner Physis und Psyche treibt. Fincher bestätigte seinen Ruf als visueller Hochleistungskünstler mit "Fight Club" (1999), in dem Edward Norton als übersättigter Yuppie auf einen geheimen "Fight Club" unter der Leitung von Brad Pitt trifft und in Prügelkämpfen die andere, zerstörerische Seite seiner Natur kennen lernt, die wie in einer Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-Version die Überhand zu gewinnen scheint. Mit diesen vier apokalyptischen Visionen wurde Fincher einer der wichtigsten US-Regisseure der 90er-Jahre und bewies seinen Ruf als Spezialist für tiefenpsychologischen Thrill auch 2002 mit "Panic Room", in dem Jodie Foster mit ihrer Tochter vor Einbrechern Schutz sucht.
Ausnahmsweise als Darsteller wirkte er in Steven Soderberghs Satire über das Show-Business "Voll Frontal" (2002) mit. Fincher spielte einen Regisseur, der einen Film mit Brad Pitt (privat sind die beiden eng befreundet) dreht. 2005 unterstützte er als ausführender Produzent Catherine Hardwickes Spielfilm um den Skater Tony Alva, "Dogtown Boys", und ein Jahr später "Love and other Disasters". Seine nächste Regiearbeit knüpfte thematisch an seinen Erfolgsthriller "Sieben" an. "Zodiac - Die Spur des Killers" handelt von einem Serienkiller, der durch Briefe an die Polizei und den San Francisco Chronicle seine Taten beschreibt. Zeitungskarikaturist Graysmith (Jake Gyllenhaal) und Starreporter Avery (Robert Downey Jr.) jagen besessen den Killer, der es hauptsächlich auf junge Paare abgesehen hat. Der Film basiert auf Tatsachen. Die Bücher des realen Robert Graysmith sind Ausgangsstoff für das von James Vanderbilts kreierte Drehbuch.
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"Ich durfte eine extrem harte Version drehen" 25.01.2012

Der Kultregisseur über seine düstere US-Verfilmung der "Millennium"-Trilogie, den Hickhack um Rooney Mara als Lisbeth und die ausstehenden beiden Filme.

Mit "Verblendung" legt David Fincher die Hollywood-Version von Stieg Larssons Bestseller vor - der dennoch völlig anders geworden ist, wie man es sich vom Auftakt eines großen Studio-Franchises vorstellen würde.
Die entscheidende Frage gleich vorweg: Werden Sie auch bei einer Fortsetzung Regie führen?
DAVID FINCHER: Mir dürfen Sie die Frage eigentlich nicht stellen, denn ich bin nicht derjenige, der die Entscheidung trifft, ob nach "Verblendung" auch die anderen Romane von Stieg Larsson verfilmt werden. Aus meiner Sicht ist es so: Mir war es wichtig, dem ersten Buch gerecht zu werden und den Ball ins Rollen zu bringen. Ich habe das zweite Buch gelesen; das dritte Buch habe ich schnell beiseite gelegt, weil es nicht viel mit dem zu tun hatte, worauf ich mich bei meinem Film konzentrieren musste. Ich hatte aber den Eindruck, dass Buch zwei und drei eine große Geschichte erzählen. Worauf ich keine Lust hätte, ist Folgendes: Ich will nicht noch einmal drei Jahre damit verbringen, zwei weitere Larsson-Filme zu machen, habe aber auch kein Interesse, nur den zweiten Roman zu verfilmen.
Warum musste es gleich zwei Jahre nach der schwedischen Verfilmung eine Hollywood-Version geben?
Es ist eine gute Geschichte. Mir gefällt Niels Arden Oplevs Film. Aber ich sah etwas anderes in den Romanen als er, und das Andere war es, was mich interessiert hat. Ich habe die Figuren anders verstanden, den Inhalt, das Gewicht. Vor allem meine Vorstellung von Lisbeth Salander ist völlig anders. Mein Blomkvist ist eine ganz andere Figur. Ich kann daran nichts Falsches finden. Es sind zwei verschiedene Interpretationen eines Romans. Warum hat Polanski "Macbeth" gemacht? Hatte er Welles' Version nicht gesehen?
Im Fokus der Diskussion steht Rooney Maras Interpretation von Lisbeth Salander.
Noomi Rapace ist eine großartige Schauspielerin, ihre Darstellung in den Larsson-Filmen ist außergewöhnlich. Aber ich muss ganz klar sagen: Ich gebe Rooney Mara den Vorzug. Für mich ist sie Lisbeth Salander. Lisbeth Salander ist ein Kind. Sie ist aufgrund ihrer traumatischen Erlebnisse auf einer gewissen Altersstufe stehen geblieben. Sie hat gelernt, auf eine sehr spezifische Weise mit der Welt umzugehen - und das ist nicht besonders erwachsen oder durchdacht. Sie ist nicht vorbereitet auf die Dinge, die ihr zustoßen. Und sie reagiert ganz pragmatisch. Wenn sie ihren Vormund, der sie vergewaltigt hat, mit einem Tazer niederstreckt, mit einem Dildo vergewaltigt und ihn tätowiert, dann ist das kein sadistischer Impuls, es gefällt ihr nicht. Sie bezieht keine Befriedigung aus ihren Taten.
Wie weit kann man gehen bei dem, was man zeigt, was man zeigen darf?
Die beiden Vergewaltigungsszenen waren wichtig, weil sie entscheidend sind für Salanders Motivation, Blomkvist helfen zu wollen, einen Frauenmörder und -peiniger zu jagen. Es muss also immer klar sein, was vorfällt. Aber ich hatte nicht das geringste Interesse, explizit zu zeigen, was geschieht. Entsprechend haben wir die Einstellungen gewählt, die Kamerabewegungen: Ich wollte mit den Bildausschnitten immer vermitteln, dass sie diesem Mann ausgeliefert ist, dass da niemand ist, der ihr helfen kann, dass man als Kinopublikum dazu verdammt ist, tatenlos zusehen zu müssen.
Der langwierige Besetzungsprozess von Rooney Mara als Lisbeth wurde im Internet minuziös mitverfolgt. Mussten Sie so hart mit ihr umspringen?
Habe ich das? Überhaupt nicht. Rooneyist nicht die beste amerikanische Version von Lisbeth Salander, ist auch nicht die Beste-unbekannte-Schauspielerin-Version von Lisbeth Salander. Sie IST Lisbeth Salander. Für mich bestand daran kein Zweifel. Ich wusste das sofort. Als ich mich an die Menschen wandte, die mir 100 Mio. Dollar geben wollten, um diesen Film zu machen, reagierte man zunächst zurückhaltend, als ich ihnen sagte, dass ich Rooney Mara für die Idealbesetzung hielt. Bei Sony kannte man sie nur aus "The Social Network", wo sie eine eloquente, lebhafte, erwachsene, sehr warme Figur gespielt hatte. Auf Lisbeth trifft nicht eines dieser Attribute zu. Sie ist verschlossen, kann den Menschen nicht in die Augen sehen, unkommunikativ. Die Frage stand also im Raum, ob sie es wirklich draufhätte, Lisbeth Salander zu spielen. Deshalb all die Leinwandtests und Proben - ich musste Sony von etwas überzeugen, was ich bereits wusste.
Sie bestanden darauf, in Schweden zu drehen. Hatten Sie jemals den Eindruck, Ihr Blick auf das Land sei sehr amerikanisch?
Nein. Ich hatte nie den Eindruck, dass wir die Art von Eroberer sind, von denen im Titelsong "Immigrant Song" gesungen wird. Ich empfand uns eher als würdevolle, neugierige Botschafter. Ich wollte in Schweden drehen, weil es mir um den Ort ging - und nicht um meine Sicht des Ortes. Ich wollte den Ort verstehen und mich davon inspirieren lassen. Wir waren vielleicht zehn Amerikaner, die aus Hollywood angereist waren. Der Rest der Crew wurde von Schweden gestellt. Ihre Hilfe und ihre Kenntnis war von unschätzbarem Wert. Darum ging es mir. Es sollte sich echt anfühlen.
Hat Schweden Ihren Blick auf den Film verändert?
Es gibt ein schwedisches Sprichwort: Böses soll mit Bösem ausgetrieben werden. Ich glaube, ich hatte es nie richtig verstanden, und unterhielt mich mit Stellan Skarsgård darüber. Er erklärte mir, dass es sich dabei um Homöopathie für Wikinger handelt. Es ist nicht einem biblischen "Auge um Auge" zu vergleichen. Es geht nicht um Rache. Es geht um das Suchen und Finden einer Lösung, alles sehr stoisch und emotionslos: Wenn man erkältet ist, soll man in Eiswasser springen, um sich abzuhärten. Das hat mir sehr geholfen, Schweden und die Menschen, die in dem Land leben, zu verstehen - und Lisbeth Salander. Ich konnte auf einmal verstehen, wie Stieg Larsson sie mit Pippi Langstrumpf vergleichen konnte. Sie geht nie weiter, als sie muss. Weil sie sieht, dass sie den Bösewicht nicht mehr erschießen muss, dreht sie sich um und geht weg. Es geht um eine Ökonomie der Bedürfnisse.
Das lässt sich auch über Ihren Film sagen, der sehr funktional ist. War die Menge an Plot ein Problem?
Natürlich hat man als Filmemacher immer den Druck, einen Film abzuliefern, der möglichst nah an die Zwei-Stunden-Marke herankommt. Das ist der Grund, warum wir Szenen gekürzt oder Nebenhandlungen geopfert haben. Das Erzählen einer Geschichte sollte in meinen Augen immer so effizient wie nötig und gleichzeitig so effektiv wie möglich sein. Keine Szene sollte länger sein als nötig. Ein Freund von mir sagte: Es hört ein bisschen zu lange auf, nachdem es zu Ende ist. Im Schneideraum hatten wir das Problem, dass die Handlung eigentlich schon fertig erzählt ist - und dann noch einmal wenigstens ein kompletter Akt kommt. Der Dreiakter hat sich bewährt, das Publikum ist ihn gewöhnt. Aber wenn ein vierter Akt folgt, kann es sich im Kino ziemlich unbequem anfühlen. Und dennoch konnte ich ihn nicht weglassen. Ich wäre Lisbeth Salander sonst nicht gerecht worden.
Das muss Ihnen bereits bei der Lektüre des Romans aufgefallen sein.
Es fühlte sich ein bisschen an, als hätte man zuviel abgebissen und könnte es nicht herunterschlucken. Da waren so viele Geschichten, so viele Figuren, so viele Handlungsfäden. Das Buch ist sehr undiszipliniert und eiert manchmal ziemlich herum. Aber es ist faszinierend, da stecken viele gute Sachen drin. Mir gefiel die Prämisse eines Mannes, der den Kampf gegen den Faschismus aufgenommen hat, der sich längst in der Wirtschaft versteckt hält. Aber vor allem sie hatte es mir angetan. So einer Figur war ich noch nie begegnet. Es steckten viele Geschichten in dem Buch, aber ich wollte ihre Geschichte erzählen.
Was reizte Sie daran, sich an einer Filmreihe zu versuchen? Verspürt der Mann, der Tyler Durden auf die Leinwand gebracht hat, nicht ein tiefes Bedürfnis, einerseits die Konventionen zu bedienen, sie andererseits aber auch zu untergraben?
Sony hat sich die Recht an einer Romantrilogie, die weltweit 65 Millionen Mal verkauft wurde, sicherlich nicht gesichert, um nur ein Buch davon zu verfilmen. Das Studio findet Lisbeth Salander spannend und will möglich viel von ihr sehen. Haben Sie schon einmal davon gehört, dass ein Studio auf einen Filmemacher zukommt, der seit 20 Jahren düstere Filme über perverse, kranke Serienmörder macht, und zu ihm sagt: "Hör mal, wir haben da diesen düsteren, kranken, perversen Stoff für Dich, und wir wollen, dass Du die harte 'Der Exorzist'-R-Rated-Version davon machst? So etwas passiert nie. Und doch... Hier ist es passiert. Wie konnte ich da ablehnen? Aber mir ging es nicht um drei Bücher. Ich habe nur an das eine Buch gedacht. Das wollte ich so gut verfilmen, wie ich konnte.
Hintergrund: David Fincher
...gilt als einer der besten Filmemacher seiner Generation. Nachdem sich der einstige Werbeclip-Regisseur in den Neunzigerjahren mit "Alien 3", "Sieben" und "Fight Club" einen Namen als Spezialist für düstere Stoffe gemacht hatte, stellte David Fincherin den letzten Jahren mit "Der seltsame Fall des Benjamin Button" und "The Social Network", die ihm Oscar-Nominierungen einbrachten, unter Beweis, dass er auch im Mainstream ein Meister ist. Mit "Verblendung" kehrt er zu den düsteren Stoffen seiner frühen Tage zurück.
Daniel Craig bei "Verblendung"-Dreh fast erstickt 22.12.2011

In einer Szene zum US-Remake der schwedischen Millennium-Trilogie musste Daniel Craig eine Plastiktüte über den Kopf ziehen - und wurde ohnmächtig?

Das wäre um ein Haar völlig schief gegangen!
Regisseur David Fincher ist für ungewöhnliche Methoden und mitunter brutalen Realismus bekannt - siehe "Fight Club" und "Sieben". Darum hat er auch den Auftrag erhalten, die schwedische Kult-Krimitrilogie "Millennium" neu zu verfilmen, im typisch düsteren, bedrückenden Fincher-Stil.
Doch beim Dreh zum ersten Teil "Verblendung" wäre David Fincher beinahe zu weit gegangen. Denn er forderte von seinem Hauptdarsteller Daniel Craig alias Mikael Blomkvist, dass er eine Szene mit einer Plastiktüte über dem Kopf spielen sollte. Und das wäre, trotz Sicherheitsmaßnahmen, beinahe tödlich geendet:
"Daniel sollte mit einer Plastiktüte über dem Kopf durch die Luft gewirbelt werden", berichtet David Fincher. "Mein Stunt-Koordinator kam vor der Szene zu mir und sagte 'Daniel muss diesen kleinen Metall-Signalgeber in der Hand halten, falls er das Bewusstsein verliert!'. Denn das Ersticken zu schauspielern ist verdammt nah dran am wirklichen Ersticken. Als wir die Szene dann drehten und Daniel tatsächlich dieses Metallding in der Hand hatte, schaute ich gerade auf den Monitor, als ich plötzlich so ein 'Ting, ting, ting!' hörte - und als wir zu Daniel hin rannten, war er ohnmächtig! Im Produktionstagebuch las sich das später so: 'Daniel Craig durfte 15 Minuten früher gehen. Grund: Bewusstlosigkeit.'"
Daniel Craig selbst, der im US-Remake das Erbe von Original-Darsteller Michael Nyqvist antritt, blieb bei der ganzen Sache völlig gelassen: "Es war einfach nur ein weiterer ganz normaler Arbeitstag mit David Fincher?"
Das Ergebnis seines riskanten Einsatzes gibt's ab 12. Januar zu bestaunen, wenn "Verblendung" in die deutschen Kinos kommt.
Scarlett Johannsson zu sexy für "Millennium"-Remake 18.10.2011

David Fincher hat für sein US-Remake der Millennium-Saga auf Johansson verzichtet, obwohl sie im Casting spitze war - sie war ihm schlicht zu heiß.

Die meisten Regisseure in Hollywood machen es genau andersherum.
Megan Fox durfte für Michael Bay sicher nicht wegen filigraner schauspielerischer Fähigkeiten durch die Transformers-Filme turnen - da standen eher andere Qualitäten im Vordergrund. David Fincher dreht den Spieß dagegen um: Er hat Scarlett Johansson für sein Remake der kultigen Millennium-Trilogie trotz überzeugender darstellerischer Leistung beim Vorsprechen nur deshalb nicht besetzt, weil sie ihm zu sexy war.
"Das Problem bei Scarlett ist, dass jeder nur darauf wartet, dass sie ihre Klamotten auszieht", erklärt David Fincher seine Absage. "Wir haben beim Casting viele tolle Schauspielerinnen gesehen, Scarlett Johansson war besonders gut, wirklich ein großartiges Vorsprechen?"
Tatsächlich ist die Hauptfigur Lisbeth Salander, in der schwedischen Originalverfilmung genial von Noomi Rapace verkörpert, mehrmals nackt zu sehen. Fincher fürchtete, dass das Publikum bei Scarlett Johansson nur noch auf diese Szenen warten würde, statt der Geschichte zu folgen. Deshalb gab er den Part der deutlich unbekannteren Rooney Mara, die nun mit Daniel Craig das Mysterium um Verschwörer und Frauenschänder aufklären darf.
Dabei hat Kultregisseur David Fincher ("Fight Club", "Sieben") noch einen schrägen Vergleich parat, indem er Lisbeth und E.T. gegenüberstellt: Beide müsse man erst im Film erlebt haben, bevor man ihren besonderen Reiz erkennen könne - daher sollte Lisbeth von einer eher unbekannten Schauspielerin dargestellt werden:
"Salander muss wie E.T. sein", erklärt Fincher. "Hätte man E.T.-Spielzeug schon vor dem Film verkauft, hätte jeder gefragt, was das bloß für ein seltsames schrumpeliges Ding ist. Aber wenn man vorher gesehen hat, wie er sich unter dem Tisch versteckt und die Süßigkeiten isst, die man ihm zuwirft, dann liebt man ihn. So muss das auch bei Lisbeth sein."
Grund für das US-Remake ist übrigens das Problem mit der Synchronisation: Obwohl die Verfilmung mit Michael Nyqvist und Noomi Rapace exzellent ist, wäre sie in amerikanischen Kinos zum Scheitern verurteilt, da das US-Publikum extrem irritiert reagiert, wenn die Lippenbewegungen der Schauspieler nicht exakt zum Text passen. Synchronisierte Filme ist man nicht gewohnt. Deshalb dreht David Fincher die gesamte Trilogie auf Englisch nach - und wird möglicherweise auch etwas düsterer und verstörender inszenieren, als das im Original der Fall war.
Der erste Teil, "Verblendung", kommt am 12.1.2012 in die deutschen Kinos.
Oscar-Nominierungen: Duell zwischen Firth in "King's Speech" und Bridges in "True Gri 25.01.2011

Colin Firth sorgt als Stotter-Monarch in "The King's Speech" für 12 Oscar-Chancen, Jeff Bridges im Western "True Grit" für 10. "Black Swan" enttäuscht.

Königlicher Zungen-Akrobat gegen Western-Veteran mit Augenklappe.
Das sind Helden, wie Hollywood sie liebt: Colin Firth glänzt im wundervollen Historienfilm "The King's Speech" als englischer König George VI, der den Thron nie wollte, weil er schlimm stottert, und dann doch am Vorabend des Zweiten Weltkriegs Britannien auf den Kampf gegen Hitler einschwören soll. Die gefühlvoll inszenierte Antihelden-Geschichte wurde von der Academy of Motions Picture Arts and Sciences für sage und schreibe 12 Oscars nominiert - und ist damit sicher auch der Favorit auf die Auszeichnung als bester Film.
Dahinter folgt der neue Streich der Academy-Lieblinge Joel und Ethan Coen, die zuletzt mit "No Country for Old Men" abgeräumt hatten. Ihr Remake des John Wayne-Klassikers "Der Marshall" unter dem Titel "True Grit" bringt es für die Verleihung am 27. Februar auf insgesamt 10 Nominierungen. Darunter selbstverständlich auch Jeff Bridges, der in die offensichtlich doch nicht unausfüllbaren Fußstapfen von John Wayne tritt.
Trotzdem gilt Colin Firth als Favorit auf den Oscar für den besten Hauptdarsteller, nicht zuletzt da Bridges erst letztes Jahr den Oscar für "Crazy Heart" gewann. Bestenfalls Außenseiterchancen haben Jesse Eisenberg als Facebook-Gründer in "The Social Network", James Franco als Outdoor-Freak in "127 Hours" und Javier Bardem in "Biutiful", dessen Film auch als Favorit in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film gehandelt wird - ein deutscher Beitrag ist dort diesmal leider nicht nominiert.
Als Gewinner dürfen sich zudem schon jetzt das Facebook-Drama "The Social Network" und Christopher Nolans SciFi-Verwirrspiel "Inception" mit 8 Nominierungen zählen. Das Box-Drama "The Fighter" mit Mark Wahlberg und Christian Bale, beide auch als Darsteller nominiert, bringt es auf 7 Oscar-Chancen, dann folgt mit 6 Nominierungen das Extremsportler-Drama "127 Hours" von "Slumdog Millionär"-Macher Danny Boyle um einen Mann, der sich den eigenen Arm abtrennt.
Erst dann reiht sich der im Vorfeld schwer gehypete Ballett-Thriller "Black Swan" ein, der es überraschend auf lediglich 5 Oscar-Chancen bringt. Trotzdem ist Natalie Portman weiter die unantastbare Favoritin für den Oscar als beste Hauptdarstellerin: Die Mitbewerberinnen Nicole Kidman im Familiendrama "Rabbit Hole", Annette Bening im Patchwork-Familienfilm "The Kids Are All Right", Jennifer Lawrence im Südstaatendrama "Winter's Bone" und Michelle Williams im Liebestagebuch "Blue Valentine" haben nicht annähernd so eindringliche schauspielerische Leistungen zu bieten.
Ebenfalls 5 Nominierungen gab's etwas überraschend für "Toy Story 3", der nicht nur als bester Animationsfilm, sondern auch als bester Film nominiert ist, dazu in den Kategorien Drehbuch, Filmsong und Tonschnitt.
Als beste Filme sind konsequenterweise hauptsächlich die Filme nominiert, die auch insgesamt die meisten Nominierungen erhielten. Neben den erwähnten "The King's Speech", "True Grit", "The Social Network", "Inception" (der allerdings fast nur in "technischen" Kategorien nominiert ist), "The Fighter", "127 Hours", "Der Seeräuber" und "Toy Story 3" sind das außerdem "The Kids Are All Right" (4 Nominierungen) und "Winter's Bone" (ebenfalls 4).
Der Regisseur trägt enorm zum Gelingen oder Scheitern des gesamten Films bei, meint auch dieses Jahr wieder die Academy, und so sind die Macher der multipel nominierten Filme auch hier ganz vorn dabei. Tom Hooper dürfte logischerweise für "The King's Speech" die besten Karten haben, gefolgt von den Coens für "True Grit", die aber möglicherweise schon den ein oder anderen Preis zu viel gewonnen haben. David Fincher für "The Social Network", David O. Russell für "The Fighter" und Darren Aronofsky für "Black Swan" werden wohl das Nachsehen haben.
Klarer Favorit auf den Oscar als bester Nebendarsteller ist eindeutig Geoffrey Rush, der in "The King's Speech" den exzentrischen Sprachtherapeuten von King George spielt. Christian Bale hat als Mark Wahlbergs Boxer-Bruder in "The Fighter" eine Außenseiterchance.
Enger geht's bei den Damen zu: Die junge Hailee Steinfeld gilt als Geheimtipp, sie bittet in "True Grit" Jeff Bridges um Hilfe bei der Suche nach dem Mörder ihres Vaters. Amy Adams spielt in "The Fighter" groß auf, ihre Kollegin Melissa Leo (zuletzt für "Frozen River" nominiert) macht ihr im selben Film direkte Konkurrenz. Auch Helena Bonham Carter könnte als Ehefrau von Colin Firth alias König George in "The King's Speech" gewinnen und von einem möglichen Goldregen in anderen Kategorien profitieren. Für Jackie Weaver aus "Animal Kingdom" gilt dagegen wohl eher die alte Oscar-Platitüde: "Es ist schon eine Ehre, nur nominiert zu sein?"
"The Social Network" - Kritik in Bildern 05.10.2010

David Fincher erzählt von der Entstehung von Facebook und zeichnet ein virtuoses Porträt der "Generation Internet".

Daniel Craig als Mikael Blomkvist in "Millenium"-Remake 04.06.2010

James Bond-Darsteller Daniel Craig soll die Hauptrolle in der US-Verfilmung der schwedischen Kultkrimi-Reihe "Millenium" spielen.

Hollywoods Superstars reißen sich um diese Rolle...
Erst war Johnny Depp im Gespräch, dann Brad Pitt. Nun aber darf wohl 007-Mime Daniel Craig im US-Remake der Millenium-Trilogie die Hauptrolle des findigen Ermittlers Mikael Blomkvist spielen. Daniel Craigs Unterschrift für die amerikanische Version der weltweit enorm beliebten schwedischen Krimireihe unter der Leitung von Top-Regisseur David Fincher ist angeblich nur noch Formsache.
Zwar sind auch die schwedischen Verfilmungen der Bücher von Stieg Larsson im Kino weltweit recht erfolgreich: In Deutschland ist der Film zum dritten Roman "Vergebung" soeben gestartet, Teil eins sahen unter dem Titel "Verblendung" immerhin 700.000 deutsche Krimifans. Amerikanische Kinogänger sind aber synchronisierte Filme nicht gewöhnt und daher höchst irritiert, wenn sich die Lippen der Schauspieler anders bewegen als die gehörte Sprache klingt. Außerdem zieht ein Superstar wie Daniel Craig dann doch mehr Fans an als die schwedischen Darsteller Michael Nyqvist und Noomi Rapace - so großartig diese ihre Figuren auch schauspielerisch interpretieren.
Rapaces Part als Lisbeth Salander soll in David Finchers Version übrigens Carey Mulligan übernehmen. Sie war unter anderem in "Stolz und Vorurteil" zu sehen und für ihren Part als naiver verliebter Teenager in "An Education" sogar für einen Oscar nominiert. Demnächst kommt sie neben Michael Douglas und Shia LaBeouf in der "Wall Street"-Fortsetzung "Geld schläft nicht" ins Kino. Das Drehbuch schreibt Veteran Steven Zaillian, der unter anderem "Schindlers Liste", "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "Gangs of New York" skriptete.
Held der Krimireihe ist der beinharte investigative Journalist Mikael Blomqvist, den in der US-Version dann Daniel Craig spielt. Er wird im ersten Teil beauftragt, den Fall einer vor 40 Jahren verschwundenen Lieblingsnichte eines alten Mannes zu klären. Mithilfe der psychisch labilen Hackerin Lisbeth Salander stößt er bald auf einen ekelhaften Wust aus Nazi-Machenschaften, sexuellem Missbrauch und Inzest. Kultstatus hat dabei vor allem die Figur von Lisbeth, deren eigene düstere Vergangenheit von allzu ähnlichen Erfahrungen geprägt ist. Der amerikanische Film wird wie die US-Buchfassung nach Lisbeth Salander "The Girl With The Dragon Tattoo" heißen.
Daniel Craig hat übrigens nur deshalb Zeit für den Part als Mikael Blomqvist, weil das Bond-Studio MGM in großen finanziellen Nöten steckt und das lange geplante nächste 007-Abenteuer daher vorerst nicht in Sicht ist ...
Robert Pattinson spielt Nirvana-Legende Kurt Cobain 09.04.2010

Twilight-Star Robert Pattinson soll im Film über Nirvana-Frontmann Kurt Cobain die Hauptrolle spielen. Das hat dessen Witwe Courtney Love bestimmt.

Der perfekte romantische Held, das ist Robert Pattinson. Wer könnte also besser die tragischste Figur des letzten Jahrzehnts spielen, als er?
Robert Pattinson könnte die Idealbesetzung sein für Kurt Cobain, den legendären Frontmann der Grunge-Vorreiter Nirvana: Seine Musik sprengte in den Neunzigern alle Grenzen, seine Texte waren so genial wie undurchdringlich, sein Look inspirierte eine ganze Generation. Kurt Cobains spektakulärer Selbstmord mit einer Schrotflinte machte ihn schließlich fast zum Märtyrer, sicher aber zu einem unsterblichen Idol für seine Fans.
Einen ähnlichen Hype löst heute Robert Pattinson aus - auch, wenn dessen Fans natürlich jünger sind und der Wirbel um "Twilight" weniger einer ernstzunehmenden rebellischen Geisteshaltung entspringt als schmachtenden Teenagersehnsüchten.
Trotzdem ist Robert Pattinson ein guter Kandidat für den geplanten Film über das Leben von Kurt Cobain. Als verliebter Vampir mit Gewissenbissen in "Twilight" und aktuell in "Remember Me" als Sinnsuchender, dessen Bruder Selbstmord begangen hat, verkörpert Robert Pattinson wie kein anderer den tragischen jungen Heldentyp.
Dieser Ansicht ist auch Kurt Cobains Witwe Courtney Love. Und die hat beim Cobain-Film mit dem Arbeitstitel "All Apologies" das letzte Wort in Sachen Darsteller, Regisseur, Drehbuch und Musik. Das war nämlich Loves Bedingung, unter der sie einem Film über ihren verstorbenen Gatten überhaupt erst zugestimmt hat.
Davon hatte auch Robert Pattinson Wind bekommen, der von Anfang an scharf auf die Rolle als Kurt Cobain war. Ein Insider verrät: "Robert hat Courtney nonstop mit Anrufen und E-Mails bombardiert. Anfangs war sie davon etwas irritiert, aber jetzt ist Robert Pattinson für sie die erste Wahl, um Kurt zu spielen."
Aber Courtney Love selbst hat auch eine fixe Idee: Sie will unbedingt, dass Scarlett Johansson ihren Part übernimmt. Zwar ist Johansson eindeutig hübscher als es Love selbst zu ihren besten Zeiten je war, dennoch stehen die Chancen nicht schlecht. Denn Scarlett Johansson ist eng mit Frances Bean befreundet, der gemeinsamen Tochter von Kurt Cobain und Courtney Love.
Als Regisseur für das Kurt-Cobain-Biopic hat Love übrigens keinen Geringeren als "Benjamin Button"-Macher David Fincher im Visier. Ob Courtney Love diese Wünsche auch alle erfüllt bekommt, muss sich erst noch zeigen. So oder so steht aber zu befürchten, dass nicht alle Nirvana-Fans den Film begrüßen werden: Courtney Love wird von vielen wegen ihres Umgangs mit dem Andenken an Kurt Cobain schwer kritisiert, manche halten sie gar für mitschuldig an dessen Tod.
Brad Pitts Vater erschrickt vor Sohn 03.02.2009

Der Anblick seines Sohnes Brad in "Der seltsame Fall des Benjamin Button" war für Papa Pitt eindeutig zu viel.

Die Maske für die Figur des "Benjamin Button" ist mehr als gelungen.
Fünf Stunden ließ sich Brad Pitt jeden Tag schminken, um zum alten Mann in "Der seltsame Fall des Benjamin Button" zu werde. Das gelang so gut, dass der Film eine Oscar-Nominierung
in der Kategorie "Beste Maske" einheimste - und Brads Vater William etwas verstörte.
Als der seinen Sohn am Set besuchte, erschrak er zuerst über die täuschend echte Aufmachung. "Zu sehen, dass sein Kind älter wirkte, als er selbst, fand er ziemlich furchterregend", so ein Insider. "Doch seine Mine hellte sich auf, als ihm der Regisseur erklärte, dass Brad jeden Tag mehrere Stunden beim Schminken ausharrte."
Darauf der stolze Papa: "So wurde er aufgezogen: Du stehst das durch und du beklagst dich nicht." Recht so.
GEBURTSDATUM: 10.04.1962 | GEBURTSORT: USA
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